Yeti-Forschung: Jagd auf den haarigen Hünen


Angeblicher Yeti-Skalp im Kloster von Khumjung. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.5
Ist er Vegetarier oder frisst er Bären das Futter weg? Lebt er in Tibet oder Sibirien? Seit Jahrzehnten streiten Yeti-Forscher um Skalps, Videos und Fußabdrücke, die die Existenz des kamerascheuen Schneemenschen beweisen sollen.


Von Peter Maxwill|SpON/EINESTAGES

Der Anblick war kurios: Hoch oben, auf einem entlegenen Himalaja-Pass, hockten Ende 1960 Wissenschaftler neben bergkundigen Sherpas in kargen Sperrholzhütten. Stundenlang starrten sie mit ihren Ferngläsern in die verschneiten Weiten. Zuvor hatten die Truppe automatische Kameras in Felsnischen und Gletscherwinkeln angebracht: Diese schalteten sich ein, sobald jemand die dort gespannten Drähte berührte.

Chef der merkwürdig anmutenden Mission war der Neuseeländer Edmund Hillary, der sieben Jahre zuvor mit der Erstbesteigung des Mount Everest zur lebenden Ikone aufgestiegen war. Nun ging es dem Bergsteiger nicht mehr um Gipfel, als er bei Minusgraden mit renommierten Forschern wie dem Direktor des Chicagoer Lincoln-Park-Zoos, Marlin Perkins, in der verschneiten Einsamkeit ausharrte. Was die Wissenschaftler dort trieben? Sie suchten.

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