Das Comeback der Theologie im Westen


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Immer öfter steht der Westen unter dem Druck aggressiver Glaubensvertreter, die ihre Vorstellungen gegen den Staat durchsetzen wollen


Von Bert Rebhandl|derStandard.at

Der Weihnachtsbaum vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris kam in diesem Jahr aus Russland. Für den Botschafter Igor Tkatsch stellte er ein „Symbol der Einheit unter den christlichen Völkern“ dar, man könnte aber auch pragmatischer von nackter Interessenspolitik sprechen, die sich unter grünen Zweigen tarnt.

Dass Religion ein wichtiger Faktor des neuerdings wieder recht imperialen russischen Selbstverständnisses ist, hat Präsident Putin kürzlich mit einem Vergleich deutlich gemacht: Die Krim, so sagte er anlässlich einer Rede an die Nation, ist „unser Tempelberg“, ein Ort von „großer sakraler Bedeutung“. Wer immer diesen Passus in die Rede geschrieben hat, war auf eine fiese Weise genial. Denn nicht nur wurde der Annexion damit ein religiöser Segen gegeben, der Ball wurde auch zurück in den Westen gespielt. Denn mit der Erwähnung des Tempelbergs in Jerusalem geht auch eine Unterstellung einher, die in etwa so lautet: Wer hat denn angefangen mit dieser Verbindung zwischen Glauben und Gebietsansprüchen, zwischen Auserwählung und Verdrängung? Es waren die Juden oder Hebräer, deren Exodus in ein Gelobtes Land übrigens in einem großen Bibelfilm gerade wieder einmal neu erzählt wird.

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1 Comment

  1. gewusst haben es die Menschen schon lange „Gottesbücher“ sind gebaut auf Spekulationen und Interpetrationen,genau wie Politik…………..wollen sehen wie es weiter geht……………….

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