Israel: Alles eine Frage des religiösen Status


Bild:  phhesse/flickr
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Die israelische Regierung hat Übertritte zum Judentum erleichtert, denn viele Bürger empfinden die Kurse zur Konversion und die hohen Hürden als schmerzhafte Zurückweisung. Doch die Reform stößt auf Widerstand strenggläubiger Rabbiner.

 

Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Für Noam Cohen gab es nie einen Zweifel an ihrer Identität. „Ich wurde in Israel geboren. Seit ich denken kann, bin ich jüdisch“, sagt die temperamentvolle Frau, die vor wenigen Monaten ihren Militärdienst beendet hat. Ihr Lebenslauf könnte auch sonst kaum israelischer sein: Ihre Eltern lernten sich in dem Kibbuz im Norden des Landes kennen, in dem sie selbst vor 21 Jahren zur Welt kam und bis heute lebt. Ihre schottische Mutter hatte dort als Freiwillige gearbeitet und sich in Noams Vater verliebt. Sie heirateten im Ausland und bekamen drei Kinder. Doch Noam Cohen musste schmerzhaft erfahren, dass israelisch zu sein nicht auch bedeutet, jüdisch zu sein. „Mir ist das aber nicht weniger wichtig“, sagt die junge Frau, die ihrem Land selbstverständlich als Soldatin diente. Da aber ihre schottische Mutter keine Jüdin ist, erkannte sie der Staat nicht als jüdisch an.

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