Der Erhalt der deutschen Kultur


Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
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Eine der lautesten Klagen der deutschen „Patrioten“ ist, Deutschland sei gar nicht mehr richtig deutsch. Dank der „schleichenden Islamisierung“. Ist das wirklich so? Was ist dran an dieser “Angst”?


Von Anja Seuthe|MiGAZIN

Was man unter “richtig deutsch” versteht, bleibt jedem selbst überlassen. Häufig wird über die selbsternannten Patrioten gesagt, sie wünschten sich zurück in die 50er Jahre. Nun gut, zu sagen, sie wünschten sich zurück in die 30er Jahre, wäre gemein. In den 40er Jahren herrschte Krieg, und in den 60er Jahren kamen dann die Türken und die Hippies. Die 50er Jahre klingen also realistisch. Zeitalter der wöchentlichen Autowäschen, der Brieftaubenzüchter, der Gartenzwerge. Da verorten die “Patrioten” die christlich-abendländische Kultur.

Anfang der 50er Jahre gehörten immerhin noch 96,4 % der westdeutschen Bevölkerung einer der zwei christlichen Großkirchen an, evangelisch oder katholisch. Nur 3,6% waren konfessionslos. Das hat sich mittlerweile geändert. Heute bekennen sich nur noch knapp 60% der deutschen Bevölkerung zum Christentum, Tendenz fallend, und da sind die orthodoxen Kirchen schon bei. Ein klares Anzeichen für Islamisierung? Wohl eher nicht. Nur gut 4% der deutschen Bevölkerung bekennen sich zum Islam. Ein Drittel dagegen ist konfessionslos.

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