Die Reaktion auf das Attentat ist zukunftsentscheidend


charlie_hebdoDie Mitarbeiter des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ starben für die Meinungsfreiheit. Es ist zukunftsentscheidend, dass wir diese Freiheit gegen anstürmende Idiotenbanden verteidigen.


Von Sascha Lehnartz|DIE WELT

Es ist zwei Jahre her, da schrieb Stéphane Charbonnier, Chefredakteur und Zeichner des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“, einen Leitartikel, der heute auf fatale Weise prophetisch klingt: „Zeichne einen glorreichen Mohammed, und du stirbst. Zeichne einen lustigen Mohammed, und du stirbst.

Die Freiheit, uns ohne Zurückhaltung über alles lustig zu machen, gibt uns bereits das Gesetz. Die systematische Gewalt der Extremisten gibt sie uns erst recht. Danke an die Idiotenbande.“

Die Ausgabe von „Charlie Hebdo“, welche diese Worte einleiteten, war voll mit mal mehr und mal weniger gelungenen Mohammed-Karikaturen. Charbonniers Editorial war ein flammendes Bekenntnis zur Meinungsfreiheit, zum Recht auf Satire, zum Recht auf Respektlosigkeit und Unverschämtheit.

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2 Comments

  1. Es ist vielen Menschen überhaupt nicht klar, was sich im Alltag in Frankreich langsam verändert hat. Ich habe ab 1967 knapp 10 Jahre im wallonischen Waterloo bei Brüssel gelebt und war viel in Frankreich unterwegs. Es war eine offene Gesellschaft gut zu bereisen mit guter Gastronomie, sei es als Tourist oder beruflich. Heute sollte man in gewissen Gegenden sich sehr vorsichtig bewegen, ein Hotel ohne bewachten geschlossenen Parkplatz hinter Stacheldraht bedeutet fast ein Totalverlust des Autos. Als Tourist auf der Durrchfahrt essen geht fast nur noch mit industriellem Fraß in der Mikrowelle aufgewärmt.

    In Frankreich mit 10% Immigranten gibt es Trabantenstädte als Plattenbauten mit afrikanischen und arabischen Immigranten. In Städten wie Nimes (145.000 Einwohner), Lyon (2.190.000), Marseille (850.000) existieren große Siedlungen als Elendsviertel, beherrscht von den Caids (Chefs) der kriminellen Jugendbanden. In Südfrankreich sind die Autobahnen und Stadtdurchfahrten in Orten von Lyon bis Narbonne für Touristen gefährlich. Die Wochenmärkte, Busse und Bahnen wimmeln von Taschendieben. Motorradgangs und Banden rauben oft parkende Touristenautos aus, indem sie nachts Betäubungsgas ins Fahrzeug leiten. Morgens wachen die Besitzer ohne alles auf einer Bank auf. Viele Tankstellen bedienen abends nur noch gegen Vorkasse und rechnen zur Schließung mit bewaffnetem Wachschutz und scharfen Hunden ab.

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