„My Husband’s Not Gay“: Protest gegen TV-Doku über „geheilte“ Schwule


Szene aus „My Husband’s Not Gay“: Nur als Hetero mit Ehefrau ist man in der Kirche akzeptiert Bild: TLC
Homo-„Heilung“ als Entertainment: Es gibt heftige Kritik am US-Sender TLC, weil in einer Dokumentation vier Mormonen damit werben, dass sie ihre Homosexualität überwunden hätten.


QUEER.DE

Amerikanische Homo-Aktivisten haben die geplante Ausstrahlung der Sendung „My Husband’s Not Gay“ (Mein Ehemann ist nicht schwul) im privaten Kabelsender TLC verurteilt. Die Dokumentation soll am Sonntag um 22 Uhr gezeigt werden. Sie handelt von vier gläubigen Mormonen aus Salt Lake City, die zwar homosexuell seien, aber aus religiösen Gründen eine Frau heirateten. Sie definieren sich selbst nicht als schwul und erklären in der Sendung, dass aktive Homosexualität für echte Christen undenkbar sei.

„Diese Sendung ist einfach unverantwortlich“, erklärte Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBT-Gruppe GLAAD. „Niemand kann sich aussuchen, wen er liebt. Wenn TLC in diese Sendung Geld stecke, gefährde der Sender „das Wohlergeben unzähliger LGBT-Menschen“.

Rund 90.000 Menschen haben bereits auf change.org eine Petition unterschrieben, in dem TLC aufgefordert wird, die Sendung nicht zu zeigen.

Josh Sanders, der Initiator der Petition, erklärte, die Doku werbe für „die falsche und gefährliche Idee, dass Homosexuelle einfach heterosexuell werden können, damit sie in ihrer Kirche akzeptiert werden“. Er habe als schwuler Christ selbst Erfahrungen mit sogenannten Reparativtherapien gemacht. Das habe ihn allerdings nur an den Rand des Selbstmords getrieben. „Fernsehzuschauer müssen lernen, dass es Konsequenzen hat, wenn man nicht der sein kann, der man ist. Stattdessen präsentiert TLC das Leben der Opfer als Unterhaltungsprogramm. Die Botschaft lautet, dass man Homosexualität leicht verändern kann“, so Sanders.

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