Religiöse Satire: Gotteslästerung ist in Deutschland nicht strafbar


Martin Kippenberger(Frosch),  Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist)
Martin Kippenberger(Frosch), Deborah Sengl(Huhn) u.Bernard Arnault(PissChrist)
Über die Frage, wo die Grenzen der Satire sind, ist im Zusammenhang mit religionskritischen Zeichnungen und Sendungen schon oft gestritten worden.


Von Diemut Roether|evangelisch.de

Im Sommer 2013 fühlten sich Katholiken durch ein Video der Komikerin Carolin Kebekus verletzt, in dem diese eine rappende Nonne spielte, die sich „Bitch des Herrn“ (Hure des Herrn)(Anmerk:“Dunk des Herrn“) nennt und an einem Kruzifix leckt. Bei der Staatsanwaltschaft Köln gingen damals an die 100 Anzeigen wegen des Videos ein, die Behörde nahm jedoch keine Ermittlungen auf.

Gläubige Christen und Muslime müssen Kritik an ihrer Religion aushalten, darüber sind sich die Medienrechtler in Deutschland erstaunlich einig. Religionskritik dürfe „ziemlich viel“, schrieb der Mainzer Medienrechtler Matthias Cornils 2013 in einem Beitrag für den Fachdienst „epd medien“. Der sogenannte Blasphemie-Paragraf des Strafgesetzbuchs (§ 166) besagt zwar: „Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Doch de facto sehen Richter den öffentlichen Frieden nur in seltenen Ausnahmefällen gestört.

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