Atheismusforscher: „Religion ist überholt“


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Die Attentäter von Paris bezogen sich auf den Islam, die Demonstranten von Pegida wollen angeblich das christliche Abendland verteidigen. Wäre die Welt ohne Religion friedlicher? Atheismusforscher Carsten Ramsel über seine Zweifel an dieser These und warum er Religion dennoch für entbehrlich hält.


Von Anika Kreller|Web.de

Herr Ramsel, der Terroranschlag von Paris hat die Welt erschüttert. Die Täter riefen „Gott ist groß“. Bei den Pegida-Demonstrationen werden christliche Werte gegen eine vermeintliche Islamisierung in Stellung gebracht. Schürt Religion Konflikte?

Carsten Ramsel: Atheistische Positionen wie sie Richard Dawkins oder Michael Schmidt-Salomon vertreten, gehen davon aus, dass Religion unvernünftig und deswegen gefährlich sei. Sicher gibt es dafür historische Beispiele. Aber es ist zu simpel gedacht, zu behaupten, es gebe eine monokausale Beziehung zwischen Religion und Gewalt. Pegida wird vor allem von starken Ressentiments gespeist gegen alles, was anders ist. Das hat nichts mit Religion zu tun. Und die Attentäter wendeten zwar aus religiösen Motiven Gewalt an, aber solche Leute sind die Ausnahme. Die meisten Muslime fanden die Anschläge von Paris genauso furchtbar wie Sie und ich.

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4 Comments

  1. Liebe Freundinnen und Freunde der Brights,
    gestattet mir bitte als Interviewter je einen Kommentar zu Rolo und chribie.

    @Rolo: Ich sprach von einer *monokausalen* Beziehung zwischen Religion und Gewalt. Bodenlose Dummheit ist sicherlich ein weiterer Faktor. Leider gibt es sie – wenn auch seltener – ebenfalls unter Atheistinnen und Atheisten. Ob sie auch bei jenen zu Gewalt führt, habe ich allerdings noch nicht erforscht.

    @chribie: Die Religionswissenschaft ist sich seiner religions- und ideologiekritischen Funktion bewusst und nimmt diese wahr (Rudolph, Die ideologiekritische Funktion der Religionswissenschaft, in: Numen 25, 1978). Ich stehe mit meinem Interview in dieser Verantwortung.

    Der Wahrheitsanspruch von sogenannten „Heiligen“ Schriften ist heute bis weit in die christlichen Theologien hinein obsolet (Stichwort: Historisch-kritische Methode). Meine Beobachtungen zeigen, dass die Wahrheitsfrage nur noch wenige Menschen interessiert. Bemerkenswerterweise befinden sich unter ihnen nicht nur die Angehörigen evangelischer Freikirchen sondern vor allem Sympathisantinnen und Sympathisanten der Brights und der GBS. Intellektuell ist die Frage mit Ockham, Hume, Kant, Russell und Mackie entschieden (siehe hierzu: Kehrer: Atheismus, Religion und Wissenschaft – Ein Problemfeld zu klärender Verhältnisse, in: Erwägen Wissen Ethik 25, 2014). Im Streit zwischen Säkularen und Religiösen geht es heute hingegen um die Deutungshoheit in gesellschaftlichen und politischen Fragen (siehe hierzu: Stolz et al.: Religion und Spiritualität in der Ich-Gesellschaft. Vier Gestalten des (Un-)Glaubens. Verlag TVZ, Zürich 2014), und dort gibt es noch einiges zu tun.

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  2. Religion ist schon seit Hunderten von Jahren überhollt als Erklärung des Myterilsen, welches gläubige Dumpfbacken nicht verstehen

    Für selbst die ernannten Gottesdeuter ist ab 400 n.C. Wissen nur nutzlose Eitelkeit und gilt als Todsünde, die wenigen Gelehrten verenden in der Folter. Biblische Weisheiten erklärt der Papst als ewig wahr für alle. Universitäten, Fakultäten und Schulen werden geschlossen, da sie nur Peinlichkeiten liefern. Dem Mann fehlt keine Rippe im Vergleich zur Frau, im Blut steckt kein Leben, die Seele bleibt unauffindbar, das Herz denkt nicht, die Erde ist keine Scheibe und kein Zentrum des Universums. Die Universität Salamanca reduziert die religiöse Paranoia in 250 Jahren von 12.500 Studenten auf 300 Bibelschüler, die Weihrauchkessel schwenken lernen.

    Biblisches Pseudo-Wissen ist Idiotie für Einfaltspinsel: Alle Menschen sprechen bei der Geburt die gleiche Sprache; Vögel und Insekten haben 4 Füße; Hasen sind Wiederkäuer; Fledermäuse sind Vögel; manche Vögel haben 4 Füße; Wale sind Fische; Schlangen fressen Erde und spechen; Kamele haben keine gespaltenen Hufe; Hiob pflügt mit einem Einhorn; farbig gestreifte Stäbe in der Tränke sichern gemischt farbige Tiere; für Yahwe gilt ewig Pi=3,0; Jesus wir durch Ohrensex gezeugt; die Erde ist das Zentrum des Universums, die Sonne umkreist sie oder steht auch still; Wasser überm Firmament ist der Regen; Engel halten die Winde an den 4 Ecken der Erdenscheibe; der Mond und die Planeten scheinen ohne jede Lichtquelle so hell wie die Sonne. Das Licht der Galaxien in 13,8 Milliarden Lichtjahren Entfernung erreicht die Erde am 1.ten Schöpfungstag. Licht und Schatten, Abend und Morgen sind absolute Gegenpole wie Hell und Dunkel – physikalisch sind beide identisch mit verschiedenen Mengen an Photonen. Astronomen fotografieren einen total dunkel erscheinenden Fleck am Himmel mit 270 Stunden Belichtung, sie finden Mill. Galaxien mit Milliarden Sternen – das hat Yahwe nicht gewusst.

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  3. Möglicherweise gibt es keine monokausale Beziehung zwischen Religion und Gewalt ? (Außer bodenloser Dummheit !)

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  4. gerade die Religionswissenschaft sollte klarstellen in wie weit den Äusserungen über Bibel,Koran sowie weiteren Schriften diese mit Wahrheit verbunden sind!……………….

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