Lasst uns den Vegetarismus vergotten!


Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger wünscht sich mehr kirchliche Wertschätzung und Engagement für ethisch verantwortlichen Fleischkonsum und Vegetarismus.


kathweb

Eine vegetarische Lebensweise habe etwa bei Ordensleuten früher als Vorwegnahme des Paradieses gegolten, und noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) sei der fleischlose Freitag eine fixe Speisevorschrift in der katholischen Kirche gewesen, sagte Rosenberger, der auch Umweltsprecher der Diözese Linz ist, in einem Interview mit „Kathpress“ am Donnerstag. Anlass war sein neues Buch „Im Brot der Erde den Himmel schmecken“.

Vor allem beim Tierschutz sieht der Theologe kirchlicherseits Aufholbedarf. Im Bereich der Ökologie schätzt er das Bemühen kirchlicher Einrichtungen „überdurchschnittlich“ ein, auch wenn nach oben hin „noch Spielraum ist“.

Das Thema Tierschutz sei im Vergleich dazu in der katholischen Kirche „leider noch wenig angekommen“. Wünschenswert wäre aber eine Verbindung beider Themen, so Rosenberger.

Hinter der stiefmütterlichen Behandlung des Tierschutzes vermutet der Moraltheologe die rationalistische Entwicklung im 17. Jahrhundert, für die namhafte Philosophen wie etwa Rene Descartes und mit ihm eine unüberbrückbare Grenze zwischen dem Mensch als vernünftigem und dem Tier als unvernünftigem Wesen stehen. Die Kirche habe diese strikte Trennung zwar nicht intendiert, ihr aber auch nicht widersprochen. Somit konnte sich die Sichtweise im christlichen Abendland durchsetzen und bis ins Heute hinein wirken.

weiterlesen