Austria: Fortpflanzungsmedizin und gut katholischer Sozialdarwinismus


Benno Elbs (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0
Feldkircher Bischof Elbs zum Fortpflanzungsmedizingesetz: Mensch darf nicht zum „Produkt“ werden – Aber Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, seelsorglich begleiten


kathweb

„Nicht die Logik der Selektion und der Machbarkeit dürfen uns leiten, sondern die Logik der Würde, der Wertschätzung und des Respekts“: Das hat der Feldkircher Bischof Benno Elbs in einem Interview mit der aktuellen Ausgabe des Vorarlberger „KirchenBlattes“ zum Thema Fortpflanzungsmedizingesetz erklärt, über das am 21. Jänner im Nationalrat abgestimmt wird. Er sehe das Menschenbild in Gefahr, das auf der unantastbaren Würde jedes Menschen aufbaut, sagte der Bischof. Jedes Leben, auch das „unvollkommene“ und nicht nur das „makellose“, habe diese Würde. „Der Mensch ist immer ein Wunder“, so Elbs. „Es darf nicht soweit kommen, dass der Machbarkeit der Perfektion der Vorzug gegeben wird.“

In der heutigen „Zeit der Machbarkeit“ sei es oft möglich, Dinge zu verändern. Diesen Drang zum aktiven Handeln würdigte der Bischof in vielen Bereichen als „eine sehr positive Kraft, die uns vorwärtstreibt“. Aber: „Gefährlich wird es dann, wenn nur noch die Machbarkeit zählt und der Mensch zum Produkt wird.“

Bischof Elbs reihte sich mit seinen Vorbehalten unter die zahlreichen Kritiker des umstrittenen Fortpflanzungsmedizingesetzes gerade aus dem kirchlichen Bereich ein. Die Österreichische Bischofskonferenz bezeichnete den vorliegenden Gesetzestext als ethischen Dammbruch und großen Irrtum, katholische Laienorganisationen machten zuletzt im Internet und den sozialen Medien dagegen mobil (www.kinderbekommen.at). Aufgabe der Kirche müsse es sein aufzuzeigen, „wenn der Mensch Gefahr läuft, zu einem bloßen Mechanismus in einem großen Räderwerk zu werden“, betonte Elbs. Auch Papst Franziskus habe zum Widerstand dagegen aufgerufen, wenn der Mensch „nach den Maßstäben eines zu benützenden Konsumgutes beurteilt“ werde.

weiterlesen

1 Comment

  1. Hr. Elbs sollte wissen der Mensch lebt von Produkten und ist mitlerweile ein Produkt geworden…………….er sollte Angst um seinen Gott haben,Geld ist den Menschen wichtiger so das sie dieses zu Gott machen………….

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.