Gewalt und Religion


Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
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In der britischen Stadt Rotherham missbrauchten Männer mit pakistanischem Hintergrund 1400 Kinder und Jugendliche in den Jahren von 1997 bis 2013. Ein vor wenigen Monaten vorgestellter Untersuchungsbericht ging der Frage nach, weshalb die Bande fast zwei Jahrzehnte ungestört ihr Unwesen treiben konnte, obwohl es an Indizien für die Vergewaltigungen nicht mangelte.


Von Eric Gujer|Neue Zürcher Zeitung

Die befragten Polizisten gaben an, sie hätten nicht als Rassisten gelten wollen und hätten deswegen die Hinweise nicht überprüft. Im letzten Sommer verwüsteten antiisraelische Demonstranten, überwiegend Söhne von Einwanderern aus Nordafrika, den Pariser Vorort Sarcelles in ihrem Protest gegen den Gazakrieg. Die Krawallmacher brannten auch eine Juden gehörende Apotheke nieder. Die Regierung reagierte auf die Ausschreitungen mit routinierter Empörung; mehr geschah nicht, nur die Zahl der Auswanderer nach Israel nahm noch einmal zu.

In der Diaspora

Rotherham und Sarcelles stehen für das Unvermögen, sich zu den eigenen Werten zu bekennen und diese durchzusetzen. Es ist wohlfeil, nach den monströsen Bluttaten in Paris Plakate mit der Aufschrift «Je suis Charlie» in die Kameras zu halten oder Karikaturen nachzudrucken. Mehr Mut erfordert es, im Alltag klare Grenzen zu ziehen. Wir scheuen uns meist, die Wechselwirkung aus Regelverletzung und Beschwichtigung einzugestehen. Vor einigen Jahren grassierte in Deutschland das Phänomen jugendlicher Intensiv-Täter, die noch im strafunmündigen Alter begannen, ein Delikt nach dem anderen zu begehen. Es fiel der Öffentlichkeit unendlich schwer, auszusprechen, dass die Taten einiges mit dem Migrationshintergrund der Jugendlichen zu tun hatten, mit der Erziehung, den Zuständen in den Familien und der Kultur der Herkunftsländer. Erst als dies offen erörtert werden konnte, gelang es in einer Mischung aus Sozialarbeit und Repression, die Fallzahlen zu senken.

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1 Comment

  1. bitte nicht aufregen,Gewalt und Religion gehört zusammen dabei sind heutige Ereignisse absolut klein gegenüber dem was bisher ablief….

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