Drogenvergehen: Indonesien exekutiert fünf Ausländer


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Sie wurden kurz nach Mitternacht erschossen: Indonesien setzt trotz internationaler Proteste seine rigiden Anti-Drogen-Gesetze durch. Als Reaktion ziehen die Niederlande ihren Botschafter ab.


DIE WELT

Trotz internationaler Gnadenappelle hat Indonesien fünf Ausländer und eine Einheimische wegen Drogenvergehen hingerichtet. Die Verurteilten aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi, Nigeria und Indonesien wurden am Sonntag kurz nach Mitternacht von Exekutionskommandos erschossen. Aus Protest beriefen die Niederlande ihren Botschafter in Jakarta vorübergehend ab.

Fünf Hinrichtungen fanden auf der Insel Nusakambangan vor der Südküste der indonesischen Hauptinsel Java statt, wo sich ein Hochsicherheitsgefängnis befindet, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Tony Spontana, der Nachrichtenagentur AFP. Die Vietnamesin sei im Bezirk Boyolali im Zentrum von Java hingerichtet worden.

Es waren die ersten Hinrichtungen, die unter dem neuen Staatschef Joko Widodo vollstreckt wurden, der im Oktober das Amt übernommen hatte. Dieser hatte zwar Reformen angekündigt, seine Befürwortung der Todesstrafe für die harschen Anti-Drogen-Gesetze des Landes aber nicht infrage gestellt. Die Gnadengesuche der Verurteilten hatte er im vergangenen Monat abgelehnt.

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