„Satire darf sich über Religion lustig machen“


Annegret Kramp-Karrenbauer (2012), Bild: Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/J.PatrickFischer
Karikaturen können keine Entschuldigung für Angriffe auf Menschen sein, sagt die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie rät dazu, den Pegida-Aufmärschen fernzubleiben.


Von Hannelore Crolly, Jochen Gaugele|DIE WELT

Annegret Kramp-Karrenbauer liebt die Provence, die Normandie, die Bretagne – Hauptsache: Meer und französische Lebensart. Morgens liest sie „Le Monde“, abends Krimis im Original. Sie nimmt dafür sogar Französischstunden. Die Nachricht vom Pariser Anschlag erreichte sie in ihrem Büro beim Unterricht. Als ihre französische Lehrerin vollkommen die Fassung verlor, wurde der CDU-Politikerin die Dimension erst so richtig bewusst.

Welt am Sonntag: Frau Ministerpräsidentin, schätzen Sie den Autor Michel Houellebecq?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Ich habe durchaus ein gespaltenes Verhältnis zu seinen Werken. „Elementarteilchen“ habe ich nicht zu Ende gelesen.

Welt am Sonntag: In seinem neuen Roman „Unterwerfung“ erzählt Houellebecq von einem islamischen Frankreich im Jahr 2022. Zeigen die Anschläge von Paris, dass wir näher an dieser Vorstellung sind, als wir es wahrhaben wollen?

Kramp-Karrenbauer: Nein. Die Anschläge zeigen, dass es fanatische Menschen gibt, die glauben, im Namen eines Gottes – wie immer der heißt und aussieht – morden zu können. Diese Menschen gibt es überall auf der Welt. Auch in Deutschland stehen wir vor der Herausforderung, die Sicherheit unserer Bürger zu gewährleisten. Diese Bedrohung ist real.

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