Geschichtsgarten Deutschland-Tansania: Das schwere Erbe der deutschen Kolonialzeit


Eine Frau fotografiert das Askari-Relief im Tanzania-Park in Hamburg, hier eine Aufnahme von 2003. (Ulrich Perrey, dpa picture-alliance)
In Hamburg soll Deutschlands koloniale Vergangenheit in Afrika aufgearbeitet werden, zusammen mit der tansanischen Partnerstadt Daressalam. Rund um den Park im Stadtteil Jenfeld gibt es eine Kontroverse – und auch in Tansania selbst blickt man recht unterschiedlich auf die Vergangenheit.


Von Michael Marek und Sven Weniger|Deutschlandfunk

Jenfeld, im Osten Hamburgs: Teile des Stadtviertels gelten als sozialer Brennpunkt. In einem kleinen Park stehen Ehrenmale und Skulpturen der deutschen Kolonialgeschichte, versteckt und unscheinbar unter hohen Bäumen. Das Eingangstor zum Gelände ist seit Jahren verschlossen, das Unkraut steht hoch. Hier will die Freie und Hansestadt die deutsche Kolonialzeit in Afrika kritisch aufarbeiten. Als erste Stadt in Deutschland überhaupt, so Enno Isermann, Pressesprecher der zuständigen Hamburger Kulturbehörde:

„Das gesamte Thema koloniale Aufarbeitung hat in keiner Weise bei uns in Deutschland und auch in Hamburg nicht eine richtige, fundierte Grundlage. Es gibt immer mal wieder Initiativen, die völlig zu Recht darauf hingewiesen haben: Wir müssen uns dieses Themas annehmen.“

Das ehemalige Deutsch-Ostafrika umfasste einst die heutigen Länder Burundi, Ruanda und Mosambik, vor allem aber Tansania. Hier standen zwischen 1885 und 1918 die sogenannten Schutztruppen des Kaisers, angeführt von Offizieren wie Hermann von Wissmann und Paul von Lettow-Vorbeck. Nach ihm wurde die Kaserne gleich neben dem Park benannt. Von ihr sind heute nur noch Reste übrig.

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