Rechtskonservative Christen: Schwarz-rot-goldene Kreuze


Propaganda der "Deutschen Christen" in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Propaganda der „Deutschen Christen“ in Berlin (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0109-502 / CC-BY-SA)
Die Mehrheit der Christen lehnt laut Publizist Andreas Püttmann die Pegida-Bewegung ab. Warum manche Christen jedoch anfällig für „schwarz-rot-goldene Kreuze“ werden, erklärt der katholische Politikwissenschaftler.


domradio.de

domradio.de: Ist Pegida einfach ein Phänomen einer neuen rechten Bewegung in Deutschland?

Andreas Püttmann (Publizist und Politikwissenschaftler): Wenn man die Anhänger fragt, wo sie sich politisch selbst verorten, sagt zwar nur ungefähr ein Drittel „rechts“, und die Hälfte sieht sich in der Mitte. Wenn man aber nach der parteipolitischen Affinität fragt, stellt man fest, dass über 80 Prozent bei einer Bundestagswahl AfD wählen würden. Dann kann man schon von einer rechten Orientierung sprechen. Es kommen zwar auch ein paar Zuläufe von der Linken, also der SPD und der Linkspartei, aber das bewegt sich so zwischen 10 und 20 Prozent der Teilnehmer.

Was auch für eine rechte Einordnung spricht, ist die Demokratie- und die Parteienkritik. Das ist an sich sehr gut bekannt, auch schon aus der Weimarer Republik, dass man von „Systemparteien“ und von „Systemmedien“ spricht. 70 Prozent der Pegida-Anhäger glauben, dass die Demokratie bei uns nicht gut funktioniert. Dabei sind wir ja nun wirklich im weltweiten Maßstab gesehen eine Demokratie, die als Musterdemokratie betrachtet wird. Besonders die Hetze gegen Personen – bestimmte Politiker sind noch verhasster als Parteien – ist auch typisch, also dass sich das so stark personalisiert. Das gab es auch in der Weimarer Republik, nachher bis hin zu Mordanschlägen.

Von den politischen Werten her dominieren „Recht und Ordnung“, nationales Interesse und übrigens auch die traditionelle Familie, das sind Ziele, die eher auf der politischen Rechten zu verorten sind.

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