Vorwurf Missionierung: Die Gefangenen und Gott


Das Seehaus Leonberg – Gottesdienste, Andachten und Bibelgespräche gehören hier zum Programm. Unter den jungen Gefangenen sind aber auch viele Muslime.Foto: dpa
Im freien Jugendstrafvollzug sollen christliche Werte vermittelt werden. Wo liegt die Grenze zur Missionierung? Diese Frage stellt sich besonders für das Seehaus Leonberg.


Von Andreas Müller|Stuttgarter Zeitung.de

Es war ein ziemlich unkonventioneller Vorschlag, den der für die Gestaltung des Strafvollzugs zuständige Referatsleiter aus dem Justizministerium von Rainer Stickelberger (SPD) vor einiger Zeit bei einer Tagung machte. Warum, fragte Professor Rüdiger Wulf, sollten Gefängnisse eigentlich nicht von den Kirchen übernommen werden? Beim Jugendstrafvollzug mit christlichen Trägern sei das Land schon „einen mutigen Schritt in diese Richtung gegangen“. Auch sonst könnten kirchliche Einrichtungen wie die Diakonie oder die Caritas jedenfalls bei den nicht hoheitlichen Aufgaben weitaus stärker zum Zuge kommen. Dafür seien sie allemal besser geeignet als Sicherheitsdienste, Catering-Firmen oder Gebäudereinigungsunternehmen, die sich einst um die privatisierten Dienste in der Haftanstalt Offenburg beworben hätten.

weiterlesen

3 Comments

  1. Gott hat die Eigenart, dass er von ursprünglichen Gaunern, Ganoven und sonstigen Halsabschneidern seltsamerweise immer dann entdeckt wird, wenn die sich durch das Bekenntnis zu ihm, strafmildernde Aussichten erhoffen. Den Kirchlichen ist das erstmal Wursch. Hauptsache wieder Einen an Land und auf die Habenseite gezogen. Und unsere Gutmenschen finden diese Art von Strafvollzug ja sowieso ganz toll.
    (Na gut, dann halt bis zum nächsten Einsitzen. Gott kann man ja nie oft genug entdecken. 😉 )

    Liken

Kommentare sind geschlossen.