Früher war die katholische Kirche viel moderner


Erst im 20. Jahrhundert wurde die machtvolle Rolle, die Äbtissinnen (M.) in der Geschichte der Kirche gespielt haben, marginalisiert Foto: picture alliance / Quagga Illust
Ob bischöfliche Willkür, Zölibat oder Weihe von Frauen: Gerade in den Traditionen der Kirche könnte Papst Franziskus viele Ansätze zur Reform finden, schreibt der Kirchenhistoriker Hubert Wolf.


Von Bernward Loheide|DIE WELT

Für Papst Franziskus könnte 2015 das Jahr der Entscheidung werden. Gelingt es ihm, die katholische Kirche dauerhaft zu verändern? Das wird sich unter anderem bei der Bischofssynode im Herbst zeigen. Die Konservativen in der römischen Kurie wehren sich gegen Reformen. Sie wollen die 2000 Jahre alte Tradition der Kirche bewahren.

Doch taugt die Tradition als Bollwerk gegen mehr Mitbestimmung, mehr Rechte für Frauen und Wiederverheiratete? Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf zeigt in seinem neuen Buch: Die Reformer sind die wahren Traditionalisten.

Wolf weiß, wovon er schreibt. Bekannt wurde er in den 1990er-Jahren durch seine Auswertung päpstlicher Geheimarchive in Rom. Seit 2000 leitet er das Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. 2003 erhielt er den renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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