Keine Religion ist unschuldig


Die Schilder von Muslimen in Kabul, die nach den Anschlägen in Paris gegen Karikaturen von Charlie Hebdo demonstrieren. Reuters
Islamistische Terroristen berufen sich zur Rechtfertigung ihrer Untaten gerne auf ihre Religion. Und sogleich verwerfen die muslimischen Verbände hierzulande ihre Hände und sagen: Der Islam sei eine Religion des Friedens. Hat Religion wirklich nichts mit Gewalt zu tun?


Von Hansjörg Schultz|SRF

Das ewige Beschwichtigen muss endlich aufhören. Der sogenannte Islamische Staat hat soviel mit dem Islam zu tun wie die Kreuzzüge mit dem Christentum. In beiden Fällen zogen und ziehen Mörderbanden durch fremde Länder, um Andersgläubige oder Ungläubige zu unterjochen oder zu töten.

Extremisten sind auch Muslime

US-Präsident George W. Bush proklamierte beim Krieg gegen die Taliban in Afghanistan einen Kreuzzug. Und Bush und der Brite Tony Blair, beide streng gläubige Christen, führten bald nach Afghanistan im Irak eine Art Mission aus, die über 100’000 Menschen das Leben kostete.

Soll man jetzt Bush und Blair ihr Christsein absprechen, nur weil wir meinen, das Christentum sei eine Religion des Friedens? Oder soll der grausame norwegischen Attentäter Anders Breivik, für den die katholische Kirche das Schwert gegen den Islam ist, deswegen kein Katholik sein?

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