Mohammed-Karikaturen im Unterricht – Lehrer wird suspendiert


Im Elsass fühlten sich Schüler muslimischen Glaubens von Mohammed-Karikaturen wie dieser provoziert. Ein Lehrer wollte die Zeichnungen zu einer Diskussion über die Pressefreiheit nutzen. Foto: dpa
Muslimische Schüler fühlen sich provoziert: Ein elsässischer Lehrer will mit seiner Klasse über Mohammed-Karikaturen und die Pressefreiheit diskutieren – und wird suspendiert.


Badische Zeitung

Einen Tag nach Angriff auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins Charlie Hebdo zeigte ein Kunstlehrer in seiner Collège-Klasse mit 13- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schülern Mohammed-Karikaturen, die von Charlie Hebdo veröffentlicht worden waren. Er wollte den religiösen Tabubruch gegen die Werte der Republik – Meinungs- und Pressefreiheit – diskutieren. Tatsächlich löste er das genaue Gegenteil aus.

Die einen besingen mit multikulturellem Pathos die Gedankenfreiheit. Andere suchen das Gespräch mit muslimischen Jugendlichen, um der Unsicherheit und Panik am Tag nach dem Terror zu begegnen – und scheitern. So hat die Auseinandersetzung mit dem Anschlag von Paris vor zwei Wochen für einen Lehrer aus Mulhouse unerwartete Konsequenzen gehabt. Statt Verständigung und verbalem Austausch – was sein Ziel gewesen war – provozierte er.

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