Steinberg: „Es gibt keine Alternative zur saudischen Herrscherfamilie“


Bild: ntv/Schreenshot BB
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Saudi-Arabien gehört zu den autoritärsten Staaten weltweit – und wird dennoch vom Westen umschmeichelt. Warum das so ist, erklärt der Nahost-Experte Guido Steinberg im DW-Interview.


Von Dennis Stute|DW

DW: US-Präsident Barack Obama, Russlands Premier Dmitri Medwedew und viele weitere Staats- und Regierungschefs – die Liste der Trauergäste nach dem Tod des saudischen Königs Abdullah las sich wie ein Who is Who der Weltpolitik. Warum ist Saudi-Arabien so wichtig?

Guido Steinberg: Der mit Abstand wichtigste Punkt ist der Ölreichtum von rund einem Viertel der weltweiten Reserven. Dieses billig zu fördernde Öl wird wichtiger werden, egal, wie sich die Ölmärkte in den nächsten Jahren entwickeln. Es wird zwar nur noch in geringen Mengen in die USA und nach Europa exportiert, und vor allem nach Ostasien, aber es ist für die Märkte insgesamt wichtig. Wenn Saudi-Arabien – wie etwa Syrien – instabil würde und auch nur Teile der Ölexporte ausfielen, hätte das negative Folgen für die Weltwirtschaft.

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