Götz Aly-Euthanasie: Das Schweigen der Wissenschaft


Der im September 2014 eingeweihte Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde in Berlin-Tiergarten. Foto: imago/Reiner Zensen
Der Historiker Götz Aly spricht im Berliner Max Planck Institut über die NS-Euthanasiemorde und über seine Versuche, im Max Planck Institut danach zu forschen. Ein aufschlussreicher Abend.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Vergangenen Montag, 18 Uhr, Max Planck Institut für Molekulare Genetik, Berlin-Dahlem. Götz Aly, einer der besten Kenner der Geschichte des Nationalsozialismus, spricht über „Gehirnforschung und Euthanasiemorde – Die Schwierigkeiten der Max Planck Gesellschaft sich ihrer Vergangenheit zu stellen“.

Es geht im Kern um eine Sammlung von Hirnschnitten, die Julius Hallervorden (1882 – 1965) systematisch gesammelt und zwischen 1939 und 1945 deutlich vermehrt hatte. Hallervorden war von 1938 bis 1956 Leiter der Histopathologischen Abteilung des Kaiser Wilhelm Instituts für Hirnforschung in Berlin-Buch. Die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Max Planck Gesellschaft versteht sich als Nachfolgerin der KWG. Diese wurde erst 1960 endgültig aufgelöst, als die Mehrzahl ihrer einzelnen Abteilungen nach und nach in Max Planck Gesellschaften überführt worden waren.

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