Islamverbände in Deutschland stehen Integration im Wege


Ralph Ghadban in Berlin, August 2013, Bild: wikimedia.org/PD
Immer wieder ist in den Debatten der letzten Wochen die Frage nach dem Verhältnis von Islam und Islamismus aufgeworfen worden. Je nach Interessenlage gab es sehr unterschiedliche Antworten, die Spanne der Antworten reichten von einer Gleichsetzung bis dahin, dass beides nichts miteinander zu tun habe. Der hpd hat, um der gängigen interessegeleiteten Schwarz-Weiß-Malerei entgegenzuwirken, jetzt zu dieser Thematik den Berliner Philosophen und Islamwissenschaftler Dr. Ralph Ghadban befragt.


Von Walter Otte|hpd.de

Dr. Ghadban, als exzellenter Kritiker eines traditionellen Islam und der orthodox-konservativen deutschen Islamverbände bekannt, argumentiert seit Jahrzehnten gegen Veinfachungsvorstellungen. Die These eines “Kampfes der Kulturen” bezeichnet er als eine islamistische Konstruktion, hält dem Westen vor, die Islamisten hochgezogen zu haben und lehnt strikt die multikulturalistische These ab, nach der aus “Respekt” vor anderen Kulturen das Beharren auf den Menschenrechten unterbleiben oder eingeschränkt werden müsse. Ansichten, die dies fordern, führen für ihn zur “Selbstdemontage der Würde des Menschen”.

Im hpd-Interview sagt er aber andererseits deutlich, dass der Islam reformierbar sei, auch wenn er die aktuellen Schwierigkeiten dabei – auch und gerade in Deutschland – keineswegs unterschätzt. Der größte Teil der Muslime habe die demokratischen Werte verinnerlicht, sei integriert. Diese Entwicklung, so Ghadban, hätten die Islamverbände jedoch theologisch nicht begleitet, sie beharrten stattdessen auf archaischen Islamvorstellungen und stellten sich somit als Integrationshindernis heraus. Pessimistisch ist der Islamwissenschaftler aber dennoch nicht. Er sagt: “Das Leben ist stärker als die Ideologie”. Was seiner Auffassung nach aber sonst noch getan werden muss in der Politik, kann man dem folgenden Interview entnehmen.

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