Flüchtlinge in Deutschland: De Maizière rügt Kirchenasyl


Thomas de Maizière (2012), Bild: wikimedia.org/PD
Mehr als 350 von der Abschiebung bedrohte Flüchtlinge genießen in Deutschland Kirchenasyl – zum Ärger von Innenminister de Maizière. Nach SPIEGEL-Informationen kritisierte er die Praxis bei einem Treffen mit katholischen Bischöfen scharf.


SpON

In der Flüchtlingsdebatte verschärft sich der Ton zwischen Union und katholischer Kirche. Bei einem Treffen des CDU-Präsidiums mit 19 deutschen Bischöfen am Dienstag in Berlin rügte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Kirchenleute nach SPIEGEL-Informationen dafür, dass sie einzelnen Flüchtlingen Unterschlupf gewähren, die von der Abschiebung bedroht sind.

„Als Verfassungsminister lehne ich das Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ab“, sagte de Maizière. Zwar habe er als Christ Verständnis dafür, dass die Kirchen „in Einzelfällen“ unter dem Gesichtspunkt des Erbarmens Flüchtlinge aufnehmen würden. Dennoch gehe es nicht, dass sie sich eigenmächtig über bestehende Gesetze hinwegsetzten.

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