Saudi-Arabien: Dissidenz in den Köpfen


U.S. Army Gen. Martin E. Dempsey mit dem neuen König Salman bin Abdulaziz Al Saud; Bild: Pentagon; gemeinfrei
Wie lange wird das Königreich den sozialen Frieden noch kaufen können?


Von Bernard Schmid|TELEPOLIS

Saudi-Arabiens Politik ist in der Region regelmäßig ein Zankapfel und besonders in jüngster Zeit umstritten (Die bösen Guten?): Seit Ende 2014 ist es erklärte Politik des Königreichs, den Ölpreis auf ein Niveau absinken zu lassen, das geopolitischen Rivalen des Golfstaats und/oder Konkurrenten der USA – Russland, Venezuela, Iran -, aber auch anderen Ölförderstaaten Schaden zufügt.

Das dahinter stehende Kalkül, das auch ganz offen ausgesprochen wird, lautet: Wir verlieren zwar wie andere Ölförderstaat durch einen Preis, der bis auf 20 Dollar pro Fass absinken könnte – gewinnen aber dadurch Marktanteile, indem wir Konkurrenten abtöten oder an die Wand drücken, deren Ölförderung wirtschaftlich unrentabel wird.

Zugleich wird geopolitischen Kontrahenten Schaden zugefügt. Ein wahrer Kalter Krieg ist entbrannt, in welchem die Golfmonarchie und ein Teil des US-Establishments (minus jene Sektoren, die in Ölschieferförderung und ähnliche relativ kostspielige Unternehmungen investiert haben) auf der einen Seite und Staaten wie Venezuela, Algerien und Iran auf der anderen Seite stehen.

Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, wie riskant dieses Vorgehen auch für das Saudi-System selbst ist. So sollen dem Königreich für das Jahr 2015, je nach Angaben, dreißig respektive vierzig Milliarden Dollar zur Haushaltsdeckung fehlen; das Königreich selbst hat für das Budget 2015 einen Deckungslücke von 38,6 Milliarden Dollar vorausberechnet. Im abgelaufenen Jahr 2014 betrug sie vierzehn Milliarden Dollar.

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