Auswanderung aus Israel: „politische und soziale Klaustrophobie“


Bild:  phhesse/flickr
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Ein Teil der säkularen und liberalen jungen Generation ist frustiert von den gegenwärtigen Realitäten des Landes


Von Martin Hoffmann|TELEPOLIS

Israels ehemaliger Ministerpräsident und Verteidigungsminister Ehud Barak nannte das Land einst „eine Villa im Dschungel“ des Nahen Ostens. Die blutigen Umwälzungen der vergangenen Jahre in Israels unmittelbaren Nachbarländern, allen voran der andauernde Bürgerkrieg in Syrien, scheinen Baraks Metapher Recht zu geben.

Dennoch ist ein wachsender Teil der jungen Generation unzufrieden mit der Situation im Land und spielt mit dem Gedanken auszuwandern. Laut einer Umfrage der Tageszeitung Haaretz ziehen fast 40% der jungen Israelis in Erwägung, das Land zu verlassen, sollte sich ihnen die Gelegenheit dazu eröffnen.

Im vergangenen Jahr schlug eine Kampagne, die Israelis zur Auswanderung nach Berlin aufrief, hohe Wellen im Land. Initiator der Kampagne war der 25jährige Israeli Noar Yarkis, der vor gut einem Jahr mit seiner Familie nach Berlin umzog. Seine Argumentation war eindeutig: Er fotographierte die Rechnung seines Supermarkt-Einkaufs in Berlin und stellte den Kassenzettel in die sozialen Netzwerke. In Israel, wo die Lebenshaltungskosten verglichen mit anderen westlichen Ländern extrem hoch sind, fand die Aktion binnen kurzer Zeit viel Zustimmung in den sozialen Netzwerken.

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