Blutrache: Ein anderes Verständnis von Gerechtigkeit


© Picture-Alliance Vergrößern Auf der Suche nach dem Grund: Beamter der Spurensicherung am Tag der Tat im Januar 2014 vor dem Landgericht in Frankfurt.
Im vergangenen Jahr erschoss ein Afghane vor dem Landgericht Frankfurt zwei andere Afghanen. Der Fall, der gerade verhandelt wird, befeuert die Diskussion um Paralleljustiz. Darf die kulturelle Herkunft eines Täters eine Rolle spielen?


Von Katharina Iskandar|Frankfurter Allgemeine

An jenem Morgen, an dem die Schüsse fielen, stand Hamayon S. auf dem Hof des Frankfurter Landgerichts und wartete. Er war früh aufgestanden, noch in der Dunkelheit. Er hatte seinem Sohn Bescheid gesagt, er fahre zu Gericht, dann war er auch schon fort. Es war kalt an diesem Morgen des 24. Januar 2014, und die Menschen, die Hamayon S. vor dem Gerichtsgebäude stehen sahen, sagten später, er sei völlig ruhig gewesen, still und unauffällig. Gar nicht so wie jemand, der unter seiner Jacke eine Pistole „Smith & Wesson“, neun Millimeter, und ein Jagdmesser trug, mit denen er in den nächsten Minuten die zwei Männer töten sollte, die er für den Tod seines Bruders verantwortlich macht.

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1 Comment

  1. Jeder Mensch ist anders auch die die aus brutalsten Herrschaftsgebieten kommen………Hintergründe bei Gerichtsverhandlungen spielen immer eine Rolle obwohl diese für Opfer manchmal negative Folgen haben…..

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