Wer glaubt schon an Gott?


Kirchen brauchen Ikonen Foto: Ddieter Heinemann/Westend61/Ullstein
Wie die Religionswissenschaft den Neoliberalismus sieht, ist so lehrreich wie einleuchtend


Von Jens Grandt|derFreitag

Im Feuilleton und in aktuellen Kommentaren der Printmedien werden Neoliberalismus und Religion seit langem in einem Atemzug genannt. Der Zusammenhang wird jedoch meist nur behauptet; unter religionswissenschaftlichen Gesichtspunkten sind ökonomische Phänomene und sie begleitende Theorien bisher kaum betrachtet worden.

In der kleinen, unvollendet gebliebenen Arbeit Kapitalismus als Religion, 1921 geschrieben, hat Walter Benjamin den modernen Kapitalismus als eine Gesellschaft der gläubigen Aufopferung charakterisiert. Als eine „religiöse Bewegung“, die bis zur „endlichen völligen Verschuldung Gottes“ führt. Die religiöse Struktur des Kapitalismus nicht nur als eine durch den Pietismus begünstigte, ihm quasi entwachsene Gesellschaftsform zu verstehen, wie Max Weber, sondern als „essentiell religiöse Erscheinung“, das traute sich Benjamin noch nicht, weil er befürchtete, in eine „maßlose Universalpolemik“ zu verfallen.

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1 Comment

  1. in den Religionswissenschaften wird so gut wie gar nicht bedacht wie der Mensch zu Religionen kommt,es ist einfach nur Angst die wohl auch den Menschen der Religionswissenschaften befällt,sind auch nur Menschen!

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