Expertin: Gemeinden werden trotz Hürden weiterhin Kirchenasyl gewähren


justiz_grossDas Netzwerk Asyl in der Kirche hat Pläne des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kritisiert, Menschen im Kirchenasyl künftig als Untergetauchte zu betrachten.


Von Martina Schwager|evangelisch.de

Die damit verbundene Verlängerung der Abschiebefrist solle ein Kirchenasyl für die Schutz bietenden Gemeinden offenbar möglichst unangenehm machen, sagte die Sprecherin des ökumenischen Netzwerkes in Niedersachsen, Hildegard Grosse, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Das wird der Behörde aber nicht gelingen.“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg hatte angekündigt, dass Menschen, die von einer Abschiebung in ihr europäisches Ersteinreiseland bedroht seien und im Kirchenasyl Zuflucht suchten, demnächst als „flüchtig“ oder „untergetaucht“ gelten sollten. Der Plan ist umstritten. Mit ihm hätten die Behörden 18 statt bislang sechs Monate Zeit, Asylbewerber in die sogenannten sicheren Drittstaaten zurück zu schicken. Nach Ablauf dieser Frist wäre Deutschland für das Asylverfahren zuständig. Für die Betroffenen ist das Kirchenasyl oft die letzte Chance, einer bereits terminierten Abschiebung in das Ersteinreiseland zu entgehen.

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