Mensch sein – ohne religiöse Etikettierung

welthumanistentag

Bisher empfinden wir uns besonders dann als Europäer, wenn wir uns von anderen abgrenzen. Wir brauchen eine positive europäische Identität – die Migranten einschließt.


Von Tanja Dückers|ZEIT ONLINE

Was Europa derzeit fehlt, ist ein neuer Identitätsbegriff. Bislang haben wir unsere europäische Identität in erster Linie über Abgrenzung konstruiert: wir sind nicht wie die Amerikaner, die Russen oder die Afrikaner. Statt sich zu einer Identität zu bekennen, haben sich Europäer nur gegen andere Nationen, Kulturen und zum Teil auch pauschal gegen nicht-christliche Religionen gerichtet.

Erinnern wir uns nur an die peinliche Leitkultur-Debatte. Sie hat es Migranten nicht leicht gemacht, sich diesem merkwürdigen, sich ständig selbst spiegelnden Goethe-und-Dieter-Bohlen-Land in der Mitte Europas zugehörig zu fühlen. Dabei wurden Trennlinien zwischen Christen und Muslimen gezogen, ungeachtet der Tatsache, dass in Deutschland mittlerweile fast die Hälfte der Menschen keiner der beiden großen christlichen Kirchen angehört. In Berlin leben mehr Muslime als Katholiken.

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„Gregor Mendel war kein Fälscher“

Gregor Mendel, Bild: science.orf.at
Vor 150 Jahren, am 8. Februar 1865, hat Gregor Mendel eine Studie veröffentlicht, die ihn postum berühmt machen sollte. Der amerikanische Wissenschaftshistoriker Sander Gliboff dekonstruiert in einem Interview einige Mythen, die über den Brünner Mönch und Erbsenzüchter erzählt werden.


Interview: Robert Czepel|SCIENCE ORF.at

Dass er dereinst Daten gefälscht haben könnte – wie Forscher vermuteten – hält Gliboff für sehr unwahrscheinlich: „Mendel war ein ehrlicher Mann.“

Die Revolution im Klostergarten hatte jedenfalls einen leisen Beginn. Der „Vater der Genetik“ war weder Darwinist noch wusste er etwas über die Existenz der Gene.

science.ORF.at: Warum ist Mendel heute noch wichtig? Wie sehen Sie seine wissenschaftshistorische Rolle?

Sander Gliboff: Es gibt einen Mythos, der Gregor Mendel begleitet: Es heißt, er sei ein Mann gewesen, der seiner Zeit voraus war und im Jahr 1865 die grundlegenden Prinzipien der Genetik entdeckt habe – in dieser Darstellung ist das 20. Jahrhundert einfach eine Fortführung dessen, was Mendel mit seiner Entdeckung angestoßen hat.

Aber die Geschichte ist komplizierter. Mendels historische Leistung besteht darin, zwei unterschiedliche Wege, über Vererbung nachzudenken, zusammengeführt zu haben. Mendel war einerseits Pflanzenzüchter, aber er hat sich dem Thema auch über die Theorie genähert. Ob wir Mendel heute noch lesen müssen, ist für mich nicht so eindeutig. Die Genetik hat sich zur Molekulargenetik weiterentwickelt – sie hat mit Mendels Denken nur mehr wenig zu tun.

Immerhin verdanken wir Mendel die Erkenntnis, dass das Erbgut eine körnige Struktur hat. Es besteht aus Genen, wie wir heute sagen.

Ja, natürlich. Allerdings war Mendel sehr vage, wenn es um die Frage nach dem Aufbau des Erbguts ging. Es ist nicht klar, ob er beim genetischen Material an Partikel dachte. Das ist eine Leseweise, die meiner Meinung nach erst im 20. Jahrhundert entstanden ist.

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A.Schwarzer: Unionsparteien haben das „C“ im Namen verraten

Themenbild. telegraph.co.uk
Feministin Alice Schwarzer kritisiert den Entwurf der Bundesregierung: „Die Parteien mit dem großen ‚C’ im Namen“ hätten sich von den Sozialdemokraten „wieder einmal den Schneid abkaufen lassen.


kath.net

Als „blanken Hohn gegen die Menschenwürde“ hat der Rostocker Europaabgeordnete der Familienpartei, Arne Gericke, das geplante Prostitutionsgesetz der Großen Koalition bezeichnet. Es sieht eine Kondompflicht für Freier sowie eine regelmäßige medizinische Beratung vor. Die Heraufsetzung des Mindestalters für Prostituierte von 18 auf 21 Jahren – wie von CDU/CSU ursprünglich gefordert – ist hingegen ebenso wenig Teil des Entwurfs wie eine verpflichtende monatliche Gesundheitsuntersuchung. Gericke nannte die Kondompflicht eine „höhnische Lachnummer“. Die Rahmenbedingungen, unter denen die meisten Prostituierten arbeiteten, gäben nicht die Chance, diese Pflicht einzufordern. Besonders mit CDU und CSU geht Gericke hart ins Gericht. Beide Parteien seien „in zentralen Punkten eingeknickt“ und hätten das „C“ in ihrem Namen verraten. Die Union habe zentrale Punkte wie das Mindestalter von 21 Jahren, monatliche Gesundheitsuntersuchungen, aber auch die individuelle Anmeldepflicht für Prostituierte auf Druck der SPD fallen lassen.

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Über 200.000 Christen verlassen evangelische Kirche

Bild: tilly
Bild: tilly
Erstmals seit zwei Jahrzehnten haben 2014 wieder deutlich mehr als 200.000 Protestanten in Deutschland die Kirche verlassen. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) in den Landeskirchen.


evangelisch.de

Als wichtigster Grund gelten die Änderungen bei der Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer. In manchen Regionen verdreifachten sich die Austrittszahlen gegenüber dem Vorjahr. Zwar gibt es noch nicht aus allen 20 Landeskirchen genaue Statistiken, doch die Gesamtzahl der Kirchenaustritte könnte sogar bei mehr als einer Viertelmillion liegen.

In Bayern, der drittgrößten deutschen Landeskirche, traten im vergangenen Jahr über 30.000 Menschen aus, 62 Prozent mehr als 2013. Die Evangelische Kirche im Rheinland rechnet mit einem Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber 19.000 im Jahr zuvor.

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Vatikan: Papst rechtfertigt nicht Prügelstrafen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der Vatikan hat der Einschätzung widersprochen, Papst Franziskus rechtfertige Prügelstrafen als Erziehungsmaßnahme. Das Kirchenoberhaupt habe Eltern keineswegs aufgefordert, ihre Kinder zu schlagen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi im „Radio Vatikan“. Vielmehr habe er sie dazu ermuntert, „zu korrigieren, ohne zu erniedrigen“.


evangelisch.de

Franziskus hatte am Mittwoch bei der wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan die Väter aufgerufen, stärker in den Familien präsent zu sein. Abweichend vom Redetext führte einen Vater auf, der zu ihm gesagt habe: „Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Der Papst kommentierte dies mit den Worten: „Wie schön! Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.“

Lombardi sagte, Eltern hätten die Verantwortung, ihre Kinder „mit Liebe und Respekt für ihre Würde“ auf dem rechten Weg zu führen und ihnen zu helfen, sich gut zu entwickeln. Es liege in der Verantwortung guter Eltern, in der jeweiligen Situation den besten Weg zu finden. Die Bemerkung des Papstes, die erst mit Verzögerung bekannt wurde, führte am Freitag in Deutschland zu einer erregten Diskussion.

Logos – Theologie und Leben

APA/EPA/FAROOQ KHAN
Abraham gilt als der Stammvater der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Im Islam wird „Ibrahim“ der „Freund Gottes“ genannt. Gerade das heute notwendige interreligiöse Gespräch erfordert es, die jeweiligen Verständnisweisen gemeinsam verehrter religiöser Figuren zu erörtern.


Von Johannes Kaup|OE1 ORF.at

Der Berliner Religionswissenschafter und Theologe Martin Bauschke hat vor kurzem eine brillante wissenschaftliche Analyse Abrahams unter dem Titel „Der Freund Gottes“ vorgelegt. Bauschke, der seit 1999 das Berliner Büro der Stiftung Weltethos leitet, macht in seinem Buch deutlich, dass wesentliche Aspekte des muslimischen Glaubens und Lebens, z. B. das Opferfest, unmittelbar mit der Gestalt Abrahams verbunden werden.

Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen der jüdischen und der islamischen Sichtweise auf den Patriarchen. Während im Judentum unverblümt auch die problematischen Seiten seiner Persönlichkeit gezeigt werden (vgl. Gen 12, 20: Abraham überließ dem Pharao Abimelech seine eigene Frau, um sich selbst zu schützen), tendiert der Koran dazu, Abraham als vollkommene Gestalt des Glaubens ohne Fehl und Tadel zu idealisieren.

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Atheist, Mönch und Großinquisitor: Dostojewski und sein Verständnis des Christentums

 Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) fühlte sich besonders der Tradition des christlichen Mönchstums nahe, wie er es auch aus der orthodoxen Kirche seiner Heimat kannte. Die Zukunft des Christentums sah er nicht in kirchlichen Institutionen, sondern das Christentum war für ihn eine innere Haltung.


Von Manuel Gogos|Deutschlandfunk

Dostojewski war ins sibirische Ostrog deportiert worden. Auf dem Weg dorthin schenkt ihm eine politische Mitgefangene eine Bibel – er wird sie sein Leben bei sich führen.

In der Verbannung lebt Dostojewski unter Säufern, Wüstlingen und Mördern. Und nie zuvor ist er auch einfachen russischen Menschen so nahe gewesen.

Anfangs ist es die Hölle für ihn. Durch diese Begegnungen lernt er die Welt noch einmal ganz neu kennen. Und an einem Ostermorgen erinnert er sich an ein Ereignis seiner Kindheit.

Eugen Drewermann:

„Er erinnert sich an den Bauern Marai, ein Kindheitserlebnis, er ist voller Angst, gelaufen durch ein Sonnenblumenfeld, weil er gehört hat, dass ein Wolf käme, und er rennt um sein Leben in die Arme des Bauern Marai, und der mit seinen erdverschmierten Fingern, malt ein Kreuz auf die Stirn des kleinen Dostojewski.“

Dostojewski als christlicher Schriftsteller

Es ist dieses Erlebnis, das nach Eugen Drewermann als die eigentliche Geburtsstunde von Dostojewski als Schriftsteller bezeichnet werden muss, auch wenn er bereits vor seiner Zeit in der Verbannung publizistisch tätig gewesen war.

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Islamischer Staat: Einblicke ins Schlachthaus

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
  • Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geht offenbar auch in den eigenen Reihen äußerst brutal vor. Das berichten Rückkehrer nach Deutschland, die sich dem IS angeschlossen hatten.
  • Etwa 600 Menschen sind aus Deutschland in den Dschihad gezogen. Ungefähr 200 sind inzwischen wieder zurückgekehrt.
  • Die Sicherheitsbehörden teilen die Rückkehrer in drei Kategorien ein: verroht, traumatisiert und desillusioniert. Von allen könnte eine Gefahr ausgehen. Sie werden ständig überwacht.
  • Der Verfassungsschutz in NRW hilft Rückkehrern, im Alltag wieder Fuß zu fassen.


Von Georg Heil, Hans Leyendecker und Georg Mascolo|Südddeutsche.de

Der Weg zum Islamischen Staat (IS) führt fast immer über die türkisch-syrische Grenze. Manchmal bei Nacht im Laufschritt über Hügel und durch aufgegebene Obstgärten. Manchmal im Auto – die Fahrt kann Tage dauern. In den Lagern werden die Brüder aus Deutschland schon erwartet. Es gibt Umarmungen und Pepsi-Cola. Am Anfang sind die vom IS meist ganz nett zu den Neuen. Das ändert sich manchmal ganz rasch. Die Bestialität der Terrormiliz macht bisweilen auch vor den eigenen Leuten nicht Halt, wie Befragungen und Vernehmungen deutscher Rückkehrer zeigen.

600 deutsche Islamisten sind nach Angaben der Behörden in den vergangenen Jahren in den Krieg gezogen, jeder sechste ist eine Frau. Etwa 200 der Syrienfahrer sollen inzwischen wieder zurückgekehrt sein. Wie gefährlich sind sie geblieben? Wie viele von ihnen sind geläutert? Niemand hat Erfahrung mit einer so großen Zahl von Islamisten, die im Krieg waren.

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US-Politiker: Religiöse Ausnahmen bei Impfpflicht abschaffen

Masern. Bild: Volksstimme.ch.
Beispielsweise fordern konservative Protestanten Ausnahmen, sie behaupten, die Impfmittel seien aus Zellen abgetriebener Föten entwickelt worden.


kath.net

Der Ausbruch der Masern in 14 Bundesstaaten hat in den USA eine Kontroverse um ethische Aspekte der Impfung gegen die Infektionskrankheit ausgelöst. Seit die Krankheit im Disneyland-Resort von Anaheim im US-Bundesstaat Kalifornien im Dezember erstmals auftrat, sind mehr als hundert Patienten mit Masern diagnostiziert worden, die meisten davon an der Westküste.

In einem Schreiben vom Mittwoch (Ortszeit) forderten die beiden kalifornischen US-Senatorinnen Barbara Boxer und Dianne Feinstein ihren Bundesstaat auf, religiöse oder weltanschauliche Ausnahmen von der Impfpflicht nicht mehr zu erlauben. «Sofern keine Immunerkrankung vorliegt, sind wir gegen einen Verzicht auf die Pflicht zur Immunisierung.» Der demokratische Gouverneur Jerry Brown hatte eine solche Ausnahme 2012 gesetzlich zugelassen.

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Sechs Jahre Haft für katholischen Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs

justiz_gross

Ein Pfarrer aus Willich soll jahrelang seinen Patensohn und dessen Bruder sexuell missbraucht haben. Jetzt wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Das Bistum Aachen kritisiert eine mangelnde Auseinandersetzung des Theologen mit der Tat.


evangelisch.de

Ein katholischer Pfarrer aus dem niederrheinischen Willich ist am Freitag wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Krefeld erklärte, der Geistliche habe seine Vertrauensposition ausgenutzt und sei planvoll vorgegangen, um sich zwei Kinder, darunter seinen Patensohn, als Sexualpartner gefügig zu machen (AZ: KLs 49/14). Das Strafmaß ging über die von der Staatsanwaltschaft geforderten fünfeinhalb Jahre Gefängnis hinaus. Das Bistum Aachen begrüßte das Urteil und bedauerte zugleich, dass der aus Willich stammende Pfarrer Georg K. sich nur oberflächlich mit den Tatvorwürfen auseinandergesetzt habe.

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al-Khansaa-Brigade: Das erwartet Frauen im Islamischen Staat

all-female al-Khansaa’s brigade in Syria. Image: whaleoil.co.nz
Die weibliche al-Khansaa-Brigade des Islamischen Staates hat ein Dokument über Frauenrechte im Kalifat veröffentlicht. Das Pamphlet gibt Einblick in die frauenverachtende Ideologie der Terroristen.


Von Marc Drewello|stern.de

Fürchtet Gott und erfüllt eure Pflichten gegenüber dem Staat“: Ein von der al-Khansaa-Brigade, der Frauensektion des Islamischen Staates, veröffentlichtes Dokument zeigt, wie sich die Islamistinnen die Rolle der Frauen im Kalifat vorstellen. Demnach ist ihre vordringlichste Aufgabe, die Terroristen-Miliz mit Nachwuchs zu versorgen und sich um Mann, Kinder und Haushalt zu kümmern.

„Der Zweck ihrer Existenz ist die göttliche Pflicht der Mutterschaft“, heißt es in dem Pamphlet. Und die Frauen sollten nach Ansicht von al Khansaa möglichst früh damit beginnen, gerne auch schon im Kindesalter: „Es wird als legitim angesehen, wenn ein Mädchen im Alter von neun Jahren heiratet“, steht im Kapitel zum Thema Hochzeit. „Die meisten reinen Mädchen werden bis zum Erreichen des 16. oder 17. Lebensjahres verheiratet sein, wenn sie noch jung und aktiv sind“. Ihre Ehemänner sollten nicht älter als 20 sein.

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Imam: Gefängnisseelsorge hilft gegen Radikalisierung

JVA Rassnitz, Bistum Magdeburg
Die Gefängnisseelsorge für Muslime hilft nach Ansicht des Wiesbadener Imams Husamuddin Meyer gegen eine ideologische Radikalisierung von Häftlingen.


Von Jens Bayer-Gimm|evangelisch.de

Seelsorger könnten im persönlichen Gespräch die Ursache einer extremistischen Gesinnung, „ein Herz voll Hass“, ansprechen und auf mehr Ausgeglichenheit hinwirken, sagte Meyer am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Außerdem könnten sie sich mit den ideologischen Botschaften von Salafisten und des „Islamischen Staats“ (IS) auseinandersetzen. Meyer ist seit 2008 in den Justizvollzugsanstalten in Wiesbaden und Rockenberg tätig.

Es gebe Häftlinge, die islamistische Attentäter als Helden betrachten, sagte Meyer. Er habe aber mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Gefangene nach Gruppensitzungen und Seelsorgegesprächen eine radikale Gesinnung abgeschwächt hätten. Meyer berichtete von einem 23-jährigen Migranten, der von dem Salafistenprediger Pierre Vogel begeistert war und auf „die Ungläubigen“ schimpfte. Wegen mehrfachen Raubs landete er im Knast. Nach knapp drei Jahren Begegnungen mit dem Gefängnisseelsorger habe er sich von der extremistischen Ideologie abgewandt und Salafisten als „Chaoten“ bezeichnet.

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Papst Franz und die „Watschn“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Seine Kinder zu schlagen, um sie zu erziehen, geht aus Sicht des Kirchenführers in Ordnung


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Papst Franziskus gibt sich gerne lebensnah. Geht es ums Prinzipielle, wie bei der Frage, wo Satire ihre Grenzen hat, so verkündet er seine Überzeugung – „Man darf nicht provozieren, man darf den Glauben anderer nicht beleidigen“ – nicht als höheres Ideal, sondern greift zur Anekdote, um das Ganze mit Leben zu füllen: „Wenn Doktor Gasbarri, der mein Freund ist, meine Mutter beleidigt, kriegt er eins mit der Faust“, erzählte er Journalisten beim Hinflug nach Manila.

Der Bund für Geistesfreiheit Erlangen protestierte: „Diese Aussage billigt Gewalt gegen Personen, die einen Religionsstifter beleidigen.“

Auf dem Rückflug von Manila vertrat der Papst die Überzeugung der „verantwortungsbewussten Elternschaft“ beim ebenfalls nicht ganz störungsfreien Thema Grenzen der Fortpflanzung. Auch dafür hatte er einen einprägsamen Satz, um seine Überzeugung, dass sich Katholiken nicht unkontrolliert fortpflanzen müssen, verständlich zu machen: „Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck -, um gute Katholiken zu sein, müssen wir sein wie Karnickel“

Es folgten Proteste von Kaninchenzüchtern. Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, wird Erwin Leowsky, der Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter zitiert.

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Obama leitet „Prayer Breakfast“ mit Religionsvertretern

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Vor mehr als 3.000 Teilnehmern aus vielen Ländern, darunter der Dalai Lama und der Kiewer orthodoxe Patriarch Filaret Denisenko, hat Präsident Barack Obama am Donnerstag (Ortszeit) in Washington das traditionelle jährliche „Prayer Breakfast“ geleitet. In seiner 25-minütigen Rede bei dem Großevent jährlich am ersten Donnerstag im Februar ging er hart mit den Vertretern des sogenannten „Islamischen Staats“ ins Gericht, die kürzlich einen jordanischen Piloten bei lebendigem Leib verbrannt hatten.


kathweb

Die Islamisten würden „einen brutalen, bösartigen Todeskult, der im Namen von Religion barbarische Akte verübt“, vertreten. Der Glaube werde „verdreht und verstellt“, um als Waffe gebraucht zu werden. „Von einer Schule in Pakistan bis in die Straßen von Paris haben wir Gewalt von denen gesehen, die behaupten, im Namen von Religion für ihren Glauben einzutreten.“ Tatsächlich hätten sie diese nur als Rechtfertigung für Barbarei missbraucht.

Der Beifall für den Präsidenten fiel verhaltener aus, als Obama erklärte, dieser Missbrauch von Religion sei nicht auf den Islam beschränkt. „Erinnern wir uns, dass während der Kreuzzüge und Inquisition Menschen fürchterliche Taten im Namen Christi begangen haben.“ In den USA seien Sklaverei und Diskriminierung oft genug unter Berufung auf die Bibel gerechtfertigt worden. „Es gibt eine Neigung in uns, die unseren Glauben pervertieren und verstellen kann.“

Auch geographisch sei der Missbrauch von Religion nicht begrenzt. Er reiche von fürchterlichen Verbrechen in Afrika bis zu Antisemitismus in Europa. In Zeiten der sozialen Medien sei es sehr viel schwieriger geworden, gegen die globale Verbreitung von Hass vorzugehen. „Aber als Gläubige ist es uns geboten, diejenigen zurückzudrängen, die versuchen, Religion für nihilistische Zwecke zu missbrauchen. Kein Gott erlaubt Terror, kein Missstand rechtfertigt es, unschuldige Leben zu nehmen“.

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‘A nation filled with robot pastors’: Evangelists plan to convert atheist computers to Christianity

Laptop with human eye with digital binary on (Shutterstock)
Christian evangelists said this week that artificially intelligent (AI) computer brains should be converted from atheism to Christianity.


By David Edwards|Raw Story

In an article published on Wednesday, Gizmodo’s Zoltan Istvan pointed out that the world was nearing a point where “autonomous, self-aware super intelligences” created by humans would be part of our culture.

And several pastors and theologians told Istvan that there was no reason that a computer could not be saved by Jesus.

“I don’t see Christ’s redemption limited to human beings,” Providence Presbyterian Church Associate Pastor Dr. Christopher Benek insisted. “If AI is autonomous, then we should encourage it to participate in Christ’s redemptive purposes in the world.”

Benek was already thinking ahead to a future with what Istvan called “a nation filled with robot pastors and AI spiritual gurus.”

“The Holy Spirit can work though AI; it can work through anything,” he said. “There may be churches set up to deal and promote religious AI in the future. AI can help spread the word of God. In fact, AI might help us understand God better.”

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Münchner Sicherheitskonferenz: Türkische Delegation verweigert Verhandlungen mit Israelis

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Mevlüt Cavusoglu will nicht mit Israelis an einem Tisch sitzen: Der türkische Außenminister hat seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz daher kurzerhand abgesagt.


SpON

Absage in letzter Minute: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat erklärt, nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz zu reisen. „Ich wollte die Konferenz besuchen, aber wir haben uns dagegen entschieden, nachdem sie Israel zur Sitzung über den Mittleren Osten eingeladen haben“, sagte Cavusoglu am Rande eines Treffens mit türkischen Diplomaten in Berlin. Die Entscheidung solle nicht als Affront gegenüber Deutschland gewertet werden, betonte der Minister.

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Steven Pinker’s „Why free speech is fundamental“

First published as an editorial in the Boston Globe, January 27th, 2015.
Author is Harvard Professor and award winning writer, Steven Pinker.

http://www.bostonglobe.com/

http://stevenpinker.com/
https://twitter.com/sapinker