Imam: Gefängnisseelsorge hilft gegen Radikalisierung


JVA Rassnitz, Bistum Magdeburg
Die Gefängnisseelsorge für Muslime hilft nach Ansicht des Wiesbadener Imams Husamuddin Meyer gegen eine ideologische Radikalisierung von Häftlingen.


Von Jens Bayer-Gimm|evangelisch.de

Seelsorger könnten im persönlichen Gespräch die Ursache einer extremistischen Gesinnung, „ein Herz voll Hass“, ansprechen und auf mehr Ausgeglichenheit hinwirken, sagte Meyer am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Außerdem könnten sie sich mit den ideologischen Botschaften von Salafisten und des „Islamischen Staats“ (IS) auseinandersetzen. Meyer ist seit 2008 in den Justizvollzugsanstalten in Wiesbaden und Rockenberg tätig.

Es gebe Häftlinge, die islamistische Attentäter als Helden betrachten, sagte Meyer. Er habe aber mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Gefangene nach Gruppensitzungen und Seelsorgegesprächen eine radikale Gesinnung abgeschwächt hätten. Meyer berichtete von einem 23-jährigen Migranten, der von dem Salafistenprediger Pierre Vogel begeistert war und auf „die Ungläubigen“ schimpfte. Wegen mehrfachen Raubs landete er im Knast. Nach knapp drei Jahren Begegnungen mit dem Gefängnisseelsorger habe er sich von der extremistischen Ideologie abgewandt und Salafisten als „Chaoten“ bezeichnet.

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