Bundesinnenminister De Maizière: „Missbrauch des Kirchenasyls“


Bundesinnenminister Thomas de Maizière (dpa / picture-alliance / Bernd von Jutrczenka)
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat seine Kritik am Kirchenasyl verstärkt und Vergleiche zur Scharia gezogen. Keine Institution könne ihr Recht über das deutsche Gesetz stellen, weder die christlichen Kirchen noch die Muslime, sagte er im DLF. Als Christ habe er jedoch Verständnis, wenn Kirchen in Einzelfällen Gnade vor Recht ergingen ließen.


Thomas de Maizière im Gespräch mit Gudula Geuther|Deutschlandfunk

Gudula Geuther: Herr de Maizière, Deutschland gedenkt des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Die meisten, die sich in diesen Tagen geäußert haben, haben besonders seine Rede vom 8. Mai 1985 hervorgehoben. Was ist für Sie das Prägendste, was er hinterlässt?

Thomas De Maizière: Richard von Weizsäcker war mein erster Chef nach Abschluss meiner Ausbildung. Da war meine erste Funktion Redenschreiber bei ihm, und deswegen habe ich jahrelang mit ihm zusammengearbeitet – bin dann nicht mit nach Bonn gegangen, weil ich mich in meine Frau verliebt hatte. Aber prägend war für mich seine unglaubliche Fähigkeit, sich auf Menschen einstellen zu können und sie in seinen Bann zu schlagen.

Geuther: Von Ihnen hört man ja häufig das Wort „Haltung“, wenn es drum geht, was Ihnen an Menschen wichtig ist. Richard von Weizsäcker war konservativ, aber mit eigenem Kopf. Er hat sich oft gegen seine und damit auch Ihre Partei gestellt, zum Beispiel in seiner Position zu den Ostverträgen der Brand-Scheel-Regierung Anfang der 70er-Jahre. Ist das auch, was Sie positiv mit „Haltung“ verbinden?

De Maizière: Ja, er war aber ein Konservativ-Liberaler. Er war ein großer liberaler Denker mit konservativer Grundhaltung und Benehmen – auch ein schönes Wort, was man häufig dann vielleicht noch mal verwenden sollte. Und es gibt auch so eine Haltung, die dann in, sagen wir mal, Sturheit umschlägt oder so. Das war bei ihm nicht der Fall, sondern es war schon dann eine Überzeugung, die er dann auch elegant und gekonnt vertreten hat. Aber er war nicht jemand, wie es auch manche gibt, die einfach aus Prinzip immer mal dagegen sind, sondern in ein, zwei Punkten hat er gesagt: „Hier müssen wir einen Schritt weiter gehen, als meine Partei das im Moment bereit ist zu tun.“

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