Der fast sichere Tod für Schrödingers Katze

Illustration: Wikimedia/CC BY-SA 3.0
Das Gedankenexperiment, bei dem das Überleben einer Katze letztlich vom Beobachten ihres Zustands abhängig ist, lässt sich in der Praxis verschärfen – zuungunsten der Katze


Von Matthias Matting|TELEPOLIS

Als Erwin Schrödinger die nach ihm benannte Grundgleichung der Quantenphysik formulierte, war er selbst nicht sicher, was da eigentlich gerade entstand. Das Problem, das der Physiker sah, bestand im Einfluss der Messung auf das Ergebnis. Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter die Wirklichkeit definiert? Denn ein Detektor misst das Elektron an einem ganz bestimmten Platz – und nicht über die verschiedenen Orte seiner Wellenfunktion verteilt.

Hier vermutete Schrödinger ein fehlendes Element, eine versteckte Variable, die er mit einem berühmt gewordenen Gedankenexperiment aufzeigen wollte: Man stelle sich eine Katze in einer verschlossenen, nicht einsehbaren Kiste vor. Ebenfalls in der Kiste befindet sich eine Mord-Apparatur, die vom Zerfall eines radioaktiven Atoms gesteuert wird. Dieser Vorgang läuft komplett zufällig ab. Man kann zwar sagen, wie viele von 1000 Atomen binnen einer Stunde zerfallen werden. Doch es ist unmöglich, die restliche Lebenszeit für ein einzelnes Atom zu bestimmen. In welchem Zustand befindet sich die Katze?

Aus Sicht der Quantentheorie könnte die Antwort lauten: In einer Überlagerung aus den beiden Zuständen „tot“ und „lebendig“. Die Wellenfunktion der Katze hätte zwei Maxima – jeweils eines bei jedem der Extremwerte, wäre aber auch irgendwo dazwischen nicht Null. Diese Superposition der beiden Zustände verschwindet, wenn ein Beobachter die Kiste öffnet: Abhängig vom Zustand des Atoms in der Mordmaschine geht die Katze entweder in einen dauerhaft liegenden Zustand über oder springt den Gedankenexperimentator wütend an.

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Mehr Zwangsehen in Berlin

Nicht immer freiwillig. Zwangsheiraten sind in Deutschland verboten – religiöse Eheschließungen sind davon allerdings bislang ausgenommen. Daran gibt es nun Kritik. – Foto: Andreas Lander/dpa
Hunderte von jungen Berlinerinnen werden jedes Jahr gegen ihren Willen verheiratet – und auch einige Männer und Jungen. Die Fallzahlen sind einer aktuellen Umfrage zufolge gestiegen. Helfer fordern strengere Gesetze und mehr Aufklärung.


Von Lars von Törne|DER TAGESSPIEGEL

Zwangsverheiratungen gehören auch in Berlin zum Alltag – und die Forderungen werden lauter, mehr dagegen zu tun. Wie am Wochenende bereits kurz gemeldet, ergab eine jetzt von der Senatsverwaltung für Frauen und Integration publizierte Umfrage des Arbeitskreises gegen Zwangsheirat aus dem vergangenen Jahr, dass es in Berlin im Jahr zuvor 460 Fälle von drohenden oder vollzogenen Eheschließungen gegen den Willen von Betroffenen gab. Die Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches betragen, vermuten Experten.

431 Betroffene waren laut der Umfrage unter 159 Institutionen und Beratungsstellen Mädchen und Frauen, 29 waren Männer und Jungen.

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Martin L. King-Film „Selma“: Gottes Wille geschehe

David Oyelowo als Martin Luther King im Film „Selma“ Foto: Atsushi Nishijima| Studiocanal
Der Spielfilm „Selma“ zeigt den Bürgerrechtler Martin Luther King als gottesfürchtigen Mann, der mit den eigenen Entscheidungen hadert. Es ist ein Film über Gottesfurcht und Opferbereitschaft.


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

„Selma“ zeigt einen Abschnitt im Leben von Martin Luther King. Kurz nachdem der Bürgerrechtler den Friedensnobelpreis erhalten hat, organisiert er Protestmärsche, um das auf dem Papier bereits bestehende Wahlrecht für Afroamerikaner endgültig durchzusetzen. Im Weg steht ihm dabei ein zaudernder Präsident Lyndon B. Johnson und ein erzkonservativer Gouverneur im Staat Alabama. King selbst muss sich der Tatsache stellen, dass sein friedvoller Protest Tote fordert. Ein Polizist erschießt den gerade erst 26-jährigen Jimmie Lee Jackson bei einer Demonstration. Ein weißer Geistlicher, der sich ebenfalls der schwarzen Bürgerrechtsbewegung anschließt, stirbt bei einem Angriff durch Rassisten. Und der Baptistenpastor King muss sich fragen, wieviele Menschenleben er für seinen Protest noch aufs Spiel setzen will.

Brad Pitt und Oprah Winfrey, in einer Nebenrolle zu sehen, haben diesen Film von Regisseurin Ava DuVernay produziert und werfen den Zuschauer direkt ins Geschehen. Wissen um den Busboykott von Montgomery und andere Meilensteine auf dem Weg zur Gleichstellung von Afroamerikanern in den USA setzt DuVernay als bekannt voraus. An der einen oder anderen Stelle kann das dem nichtamerikanischen Zuschauer leichte Probleme bereiten. Das tut der Eindrücklichkeit der Kulisse und der Charaktere aber keinen Abbruch.

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Künftig mehr Twitter und Apps im Vatikan

pontifex_twitter
@Pontifex/Twitter, Screenshot: BB
Eigentlich könnte man sich fragen, warum die Medienlandschaft im Vatikan überhaupt reformiert werden soll. Denn: Was könnte für Journalisten und PR-Leute in päpstlichem Sold ein größerer Erfolg sein, als das: Ein Papst, der als Medienstar auch in kirchenfernen Medien gefeiert wird, wie allenfalls sein Vorgänger Johannes Paul II. in den ersten Jahren seiner Amtszeit.


kathweb

Doch dieser Erfolg verdankt sich ganz offensichtlich vor allem dem spontanen Auftreten des Papstes selbst, und nicht einer professionellen Medienstrategie des Vatikan. Daher wird der Kardinalsrat für die Kurienreform, der derzeit im Vatikan tagt, sich in den nächsten Sitzungen auch mit dem Umbau der vatikanischen Medienlandschaft beschäftigen. Hier liegt Einiges im Argen, wie schon ein Blick auf die vatikanische Internetseite vatican.va lehrt: Sie ist mehr Labyrinth als Service. Insgesamt fehle die Koordination, bemängeln Beobachter schon seit längerem, obwohl in den einzelnen Medien und Einrichtungen oft sehr gute Arbeit geleistet werde.

Die grobe Richtung hatte Kurienkardinal George Pell bereits im vergangenen Sommer skizziert, als er die Einrichtung einer Kommission für die Reform der Medienlandschaft bekanntgab: Die digitalen Kanäle des Vatikan müssten gestärkt werden. Es gelte, vor allem mehr junge Katholiken anzusprechen, so der Australier. Die 10 Prozent aller Katholiken weltweit, die vatikanische Medien derzeit erreichten, seien zu wenig. Als gelungene Beispiele der jüngsten Zeit führte Pell die „Pope App“ und den Twitter-Kanal von Papst Franziskus an, dem mittlerweile auf die Marke von 20 Millionen Nutzern zusteuert.

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Eine offene Gesellschaft ist wehrlos gegen Radikalismus

Religion verschwindet nicht aus der modernen WeltFindet die freie Meinung des einen ihre Grenzen an den religiösen Gefühlen des anderen? Der Disput um diese Frage wurde auch mit Gewalt ausgetragen. Aber friedlich zu beantworten ist sie fast nicht, meint der Autor Christian Schüle.


Von Christian Schüle|Deutschlandradio Kultur

Dieser Konflikt ist kaum lösbar: Religiöse Normen ringen mit demokratischen Werten. Religiöse Normen sind immer absolute Normen, demokratische Werte immer relative Werte. Der Konflikt zwischen den Kulturen ist ein Konflikt zwischen absoluten Normen und relativen Wertvorstellungen, der den Dialog, die Versöhnung und das Zusammenleben zwischen dem islamischen und dem westlichen Kulturkreis in hohem Maße erschwert.

Der Konflikt ist deshalb kaum lösbar, weil es einer um das „Heilige“ ist. Religiöse Gesellschaften haben eine klare Vorstellung von einem unverfügbar „Letzten“. Sie leiten ihr Selbstverständnis aus dem Glauben an das und Gehorsam gegenüber dem Heiligen ab.

Die säkularisierten westlichen Gesellschaften hingegen haben keine Vorstellung mehr vom Heiligen. Ihr höchster, aus jahrhundertelangen Kämpfen gewonnener Wert ist die Unverfügbarkeit des irdischen Individuums. Der Mensch an sich genießt Autonomie und Würde, ohne Ansehen der Person und des Glaubens.

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Einzelne Christen begegnen Islam mit «Hass-Mails»

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Die Evangelische Kirchgemeinde Weinfelden ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Ihr Präsident Helmut Wiegisser erhält noch immer «heftige Hass-Mails». Wiegisser betont, es seien sehr wenige, nur eine Handvoll Menschen, die ihn hasserfüllt unter Druck setzten. Deshalb dürfe man ihren Unmut nicht überbewerten.


Von Inge Staub|Thurgauer Zeitung

Auslöser dieser Beschimpfungen war die Absicht der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat, einen Informationsabend über den Islam im evangelischen Kirchgemeindehaus Weinfelden abzuhalten. Nachdem diverse Anrufer Helmut Wiegisser drohten, sie würden vor dem Kirchgemeindehaus einen Sitzstreik abhalten, liess dieser den Vortrag in den «Frohsinn» verlegen. «Ich wollte verhindern, dass die Situation eskaliert», sagt er. Helmut Wiegisser hatte die Anfrage der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat gutgeheissen, weil er der Meinung war: «Das sollte Platz haben in unserer Gemeinde.» Schliesslich wollte Imam Nabeel Ahmed den friedfertigen Islam vorstellen und sich von radikalen Islamisten distanzieren.

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Abdullah-Zentrum: Grüne wollen weiter Druck machen

MAHNWACHE VOR ABDULLAH-ZENTRUM: LUNACEK / KORUN / HARMS / GLAWISCHNIG / PILZ / Bild: APA/HERBERT NEUBAUER
Die Grünen kritisieren die Regierungs-Pläne zur Neuaufstellung des Zentrums. Außenminister Kurz stelle sich „schützend vor das Saudi-Zentrum“.


Die Presse.com

Die Grünen wollen weiter Druck Richtung Schließung des von Saudi-Arabien finanzierten Wiener Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog machen und das KAICIID am Mittwoch im Menschenrechtsausschuss im Parlament thematisieren. Harsche Kritik übt Tanja Windbüchler, außenpolitische Sprecherin der Grünen, an den Regierungs-Plänen zur Neuaufstellung des Zentrums.

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Club der katholischen Sünder

Priester im Nebel: Weil sie Verbrechen begangen haben, hat ihre Kirche sie ausgesondert Foto: Fabula

Im Berlinale-Wettbewerbsfilm „El Club“ wohnen vier Priester in einer WG auf dem Land. Die Kirche hat sie ausgesondert und abgestellt. Denn sie alle sind Verbrecher.


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

Es ist gewiss keine Party-WG, in der eine Gruppe von Priestern in Pablo Larrains chilenischem Drama „El Club“ lebt. Die vier Männer haben sich ihren Wohnort nicht ausgesucht. Ihre Kirche hat sie in die Provinz verfrachtet, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihnen tun soll. Denn die gealterten Geistlichen sind Kinderschänder, Beichtgeheimnisverräter, Kindesentführer oder einfach nur homosexuell. Anstatt sie vor Gericht zu stellen oder auszuschließen, steckt die Katholische Kirche sie in eine unheilvolle Wohngemeinschaft, deren Tagesablauf aus Beten, Singen, Beichten und gelegentlichen Spaziergängen besteht. Und es gibt weitere Regeln: Selbstkasteiung ist verboten, ebenso der Besuch des nahegelegenen Dorfzentrums außerhalb festgelegter Zeiten. Bei den örtlichen Hunderennen schicken die vier Männer gelegentlich einen eigenen Vierbeiner an den Start – das ist aber auch schon ihre einzige Freude.

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Landesbischof Meister: Energiekonzerne behindern Endlagersuche

Themenbild. Bild: brightsblog
Themenbild. Bild: brightsblog
Die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland wird nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister durch Klagen der Energiekonzerne wegen des Atomausstiegs massiv erschwert.


evangelisch.de

Er könne zwar verstehen, wenn Konzernchefs aus Angst vor Haftungsfragen Klagen einreichten, sagte Meister der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe): „Aber mit den zahlreichen Klagen wird es umso schwieriger in der Kommission, Wege zu einem Neustart bei der Endlagersuche auszuloten.“ Der leitende Theologe ist als Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Mitglied der Atomendlager-Kommission.

Im Streit der Bundesländer über die Zwischenlagerung von 26 Castortransporten, die ab 2016 aus England und Frankreich wieder zurück nach Deutschland gebracht werden müssten, forderte Meister ein Machtwort der Kanzlerin. „Bislang wurde vereinbart, dass die Bundesländer sich freiwillig darüber einigen, wer wie viele Castoren aufnimmt.“

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Liberale Abtreibungsgesetze könnten weltweit Müttersterblichkeit senken

welthumanistentag„Wenn es verboten ist, setzen Frauen sich durch illegale Abtreibungen einem großen Risiko aus“, sagte Ute Stallmeister von der Stiftung Weltbevölkerung dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie nehmen giftige Mittel zu sich oder verletzen ihren Bauch, um das ungeborene Kind zu töten.“


Von Benjamin Dürr|evangelisch.de

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden 2008 etwa 21,6 Millionen unsichere Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, 98 Prozent davon in Entwicklungsländern. Neuere Statistiken gibt es nicht. Eine unsichere Abtreibung ist nach WHO-Definition die Beendigung einer Schwangerschaft unter unhygienischen Umständen oder durch nicht ausgebildetes Personal.

Weil es in vielen Ländern keine legalen Möglichkeiten gebe, beendeten verzweifelte Frauen ihre Schwangerschaft allein oder mit Hilfe von Heilern, sagte Stallmeister. Gründe für die ungewollten Schwangerschaften seien vor allem, dass die Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln hätten, nicht ausreichend aufgeklärt oder Opfer von Gewalt seien.

An den Komplikationen solcher unsachgemäßer Eingriffe sterben Tausende Frauen jedes Jahr. Die WHO schätzt, dass 13 Prozent aller Todesfälle von Müttern bei oder direkt nach der Geburt, die Folge von unsicheren Abtreibungen sind. In Afrika entspricht dies 29.000 Toten pro Jahr.

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Arte zeigt rundum misslungene Doku

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Konzeptlos, schwammig und immer wieder Text-Bild-Scheren: Die Arte-Dokumentation „IS – Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger“ verfehlt ihr Thema und betreibt einen mal ignoranten, mal fahrlässigen Umgang mit der Bildebene.


Von Tilmann P. Gangloff|Frankfurter Rundschau

Dieser Film ist ärgerlich. Auch aus inhaltlichen Gründen, aber das ist beinahe zweitrangig angesichts der völligen Ignoranz der französischen Autoren gegenüber dem Medium Fernsehen: weil man ihrer Dokumentation über den „Islamischen Staat“ auch mit geschlossenen Augen folgen kann und trotzdem nichts verpasst. Die Informationsvermittlung erfolgt ausschließlich auf akustischem Weg; es wird 54 Minuten lang ununterbrochen geredet, was angesichts des anspruchsvollen Stoffs durchaus eine Herausforderung an die Konzentrationsfähigkeit des Publikums darstellt.

Die visuelle Ebene, und das ist das Ärgernis, ist komplett überflüssig. Die Bilder zeigen entweder redende Köpfe oder wahllos eingestreutes Illustrationsmaterial. Im besten Fall haben diese Aufnahmen keinerlei Bezug zu den Ausführungen der Gesprächspartner oder des Kommentars, aber oft genug konterkarieren sie das Gesagte sogar.

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Mehr Angriffe auf Flüchtlingsheime

acebook/ Sonderhausen ist Bunt
Facebook/ Sonderhausen ist Bunt
Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht.


evangelisch.de

Für 2014 zählte die Polizei in Deutschland 150 solcher Attacken, wie der Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstagsausgabe) unter Berufung eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag berichtet. Zu den aufgeführten Übergriffen zählen Brand- und Sprengstoffanschläge auf Gebäude ebenso wie tätliche Angriffe auf die Bewohner und volksverhetzende Parolen.

Schon 2013 hatte sich die Zahl dem Bericht zufolge mehr als verdoppelt: 2012 waren 24 Angriffe gezählt worden, im Jahr darauf 58. Für die ersten drei Quartale 2014 wurden jeweils 32 (Januar bis März), 22 (April bis Juni) und 29 (Juli bis September) Delikte erfasst. Zwischen Oktober und Dezember sprang die Zahl dann auf 67.

USA setzen deutschen Ex-Rapper auf die Terrorliste

Denis Cuspert vulgo Deso Dogg / Bild: Imago
Der deutsche Islamist Denis Cuspert war in einem Enthauptungsvideo zu sehen. Der gebürtige Berliner machte als Rapper Deso Dogg Musik.


Die Presse.com

Die USA haben den früheren Berliner Rapper Denis Cuspert wegen seiner Rolle in der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) auf ihre Terrorliste gesetzt. Sämtliches Vermögen von Cuspert im Zuständigkeitsbereich der US-Justiz werde eingefroren, teilte das Außenministerium in Washington am Montag mit. Außerdem seien US-Bürgern fortan Geschäftsbeziehungen mit Cuspert untersagt.

Cuspert gilt als einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Islamisten. Nach Angaben des US-Außenministeriums hatte er sich im Jahr 2012 als „ausländischer Terrorkämpfer“ der IS-Miliz angeschlossen und trat seitdem in mehreren Propagandavideos der Jihadisten auf. Die jüngsten Aufnahmen stammen demnach vom vergangenen November und zeigen, wie Cuspert offenbar einen abgeschnittenen Kopf eines hingerichteten IS-Gegners hochhält.

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Sternenpaar vor explosivem Ende

Die beiden Weißen Zwerge im Planetarischen Nebel Henize 2-428 sind auf Kollisionskurs © ESO/L. Calçada
Fataler Tanz: Astronomen haben zwei Weiße Zwerge auf Kollisionskurs entdeckt. Sie umkreisen einander immer enger, bis sie verschmelzen und in einer gewaltigen Supernova explodieren. Bis dahin allerdings werden noch etwa 700 Millionen Jahre vergehen. Das Sternenpaar ist aber schon jetzt eine Besonderheit, denn es ist der erste Fall von zwei klar auf eine Supernova zusteuernden Weißen Zwergen, wie die Forscher in „Nature“ berichten.


scinexx

Doppelsterne sind im Universum sehr häufig, aber keineswegs immer sehr er stabil: Erst im Dezember 2014 haben Astronomen ein paar junger Riesen entdeckt, die sich bei ihrem Tanz umeinander bereits berühren. Gut ein Jahr zuvor beobachteten Forscher einen Weißen Zwerg, der aus der Kollision eines Roten Riesen mit seinem kleineren Partner hervorgegangen sein muss.

Astronomen sehen in Doppelsternen auch die Hauptauslöser von Supernova des Typs 1a. Der Theorie nach entstehen solche Sternexplosionen, wenn zwei Weiße Zwerge – die dichten, auf ihre Kern reduzierten Überreste von Sternen – zusammenstoßen. Doch auf frischer Tat ertappen konnte man eine solche Kollision bisher nicht. Miguel Santander-García vom Nationalen Astronomischen Observatorium und seine Kollegen haben nun erstmals zwei Weiße Zwerge entdeckt, die zumindest auf klarem Kollisionskurs miteinander sind.

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Obamas Kreuzzug-Vergleich – Aufschrei der Religioten

Barack Obamas umstrittene Äußerungen waren wohlüberlegt und sind daher nicht zu entschuldigen, meinen Kritiker Foto: The White House / Pete Souza | Public Domain
US-Präsident Barack Obama hat islamistischen Terrorismus mit den Kreuzzügen verglichen – und erntet heftigen Widerspruch aus Kirche und Politik. Ein Historiker bezweifelt gar Obamas Fachwissen.


pro Medienmagazin

Obama hatte am Donnerstag beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington mit Blick auf den Terror von Boko Haram und IS erklärt, Christen und Vertreter anderer Religionen müssten sich in Demut üben, da sie zum Teil eine gewalttätige Vergangenheit hätten. Als Beispiel nannte er die Inquistition und die Kreuzzüge. Die Tendenz, den Glauben zu pervertieren, gebe es in jeder Religion.

Der Verweis auf die Kreuzzüge rief deutliche Kritik bei prominenten Christen hervor. „Jesus hat Frieden und Vergebung gelehrt“, erklärte Franklin Graham, Sohn des Evangelisten Billy Graham und Leiter des Missionswerks „Samaritan’s Purse“. „Mohammed hingegen war ein Krieger, der viele Menschen ermordet hat.“ Tony Perkins, Präsident der einflussreichen evangelikalen Lobbygruppe „Family Research Council“, nannte Obamas Vergleich unangemessen. „Das Neue Testament verurteilt solche Gewalt eindeutig“, sagte er im Nachrichtensender Fox News. Obama hätte die Gelegenheit stattdessen nutzen sollen, um die Freilassung des im Iran inhaftierten Pastors Saeed Abedini zu fordern.

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Soldatengottesdienst und muslimische Fürbitte im Kölner Dom

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Islamische Fürbitte beim Soldatengottesdienst im Kölner Dom und keiner ist verantwortlich. Eine Eucharistiefeier ist keine interreligiöse Dialogveranstaltung.


Von Johannes Graf|kath.net

Im Kölner Dom fand am 22. Januar der traditionelle Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag statt. Kardinal Rainer Maria Woelki zelebrierte die heilige Messe. Neben Vertretern der deutschen Streitkräfte waren auch Soldaten anderer Länder anwesend, die in Deutschland stationiert sind. Die Fürbitten wurden von Militärangehörigen verschiedener Nationen in der jeweiligen Landessprache vorgetragen. Zuvor wurde die deutsche Übersetzung verlesen.

Die dritte Fürbitte wurde von einer muslimischen Soldatin vorgetragen. Die deutsche Übersetzung lautete: „Wir bitten für die Menschen, die dem Unrecht und der Gewalt entgegen treten und dabei ihr Leben riskieren; besonders für unsere Soldatinnen und Soldaten und die Angehörigen der Bundespolizei. Um ein waches Bewusstsein und ein dem Menschen zugewandtes Herz.“

Laut einer kath.net vorliegenden Übersetzung sagte die Soldatin aber: „Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers. Die Grüße seien auf dem Siegel der Propheten (also Mohammed, Anm.). Wir bitten Gott, den Erhabenen, für all die Menschen, die Gewalt und Demütigung ausgesetzt sind und alle diejenigen, die sich mit ihrem Leben der Gefahr aussetzen, insbesondere den Soldaten und Soldatinnen und der Polizei, die über Sicherheit und Schutz und Frieden in den Gemeinschaften wachen.“

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Wie Homo sapiens zum Gemüsefan wurde

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
Eine kleine Veränderung im Erbgut erlaubte unseren Ahnen, von ganz besonderer Kraftnahrung zu profitieren: Dank zwei mutierter Gene schmeckten Pflanzenknollen nicht mehr bitter.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Dass sich der moderne Mensch von Afrika aus über die ganze Welt ausbreiten konnte, wird meist seinem großen Gehirn zugeschrieben. Aber auch zahlreiche vermeintliche Kleinigkeiten haben das „Gesamtpaket“ Homo so überaus erfolgreich gemacht. Zum Beispiel seine Ernährung. Denn wie Forscher um George Perry von der Pennsylvania State University jetzt berichten, verlor der Mensch im Laufe seiner Entwicklung zwei Geschmacksrezeptoren, die Knollengemüse bitter schmecken lassen.

Diese Bitterrezeptoren hindern unter anderem heutige Schimpansen, aber vermutlich auch Australopithecus, daran, von den nahrhaften Wurzeln zu profitieren. Unsere Vorfahren hingegen konnten die stärkehaltigen Pflanzenknollen mit der Zeit immer besser als Energielieferant ausbeuten.

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EKD: Vergleich von Kirchenasyl und Scharia ist abwegig

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erntet mit seinem Vergleich zwischen Kirchenasyl und Scharia heftigen Widerspruch der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


evangelisch.de

Thomas de Maizières Vergleich zwischen Kirchenasyl und Scharia sei „aus unserer Sicht abwegig“, sagte ein EKD-Sprecher am Montag in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das Kirchenasyl bedroht weder das Recht, noch taugt es zu einer Grundsatzdebatte“, sagte der EKD-Sprecher. In 90 Prozent der Kirchenasylfälle komme es zu einer „positiven Würdigung“ durch die Behörden. „Dies dürfte für neun von zehn Scharia-Polizisten so nicht gelten.“

De Maizière hatte am Sonntag seine Kritik an einem „Missbrauch des Kirchenasyls“ bekräftigt. Angesichts staatlicher Regeln könne sich eine Institution nicht über das Recht setzen. Der Innenminister rückte das Kirchenasyl in die Nähe zur Scharia, die als „eine Art Gesetz für Muslime“ auch nicht über deutschen Gesetzen stehen dürfe.

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Bedford-Strohm: Trennung in „Evangelikale“ und „politische Christen“ bringt nicht weiter

jesus

Die EKD kann vom Arbeitskreis Bekennender Christen (ABC) in Bayern lernen, wie man öffentlich mutig von Jesus Christus spricht. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm (München), am 7. Februar beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen dieses theologisch konservativen Zusammenschlusses in Nürnberg.


jesus.de

Wenn wir öffentlich reden, muss man merken, dass es kein gesellschaftlicher Kommentar ist, sondern dass eine geistliche Bedrängnis dahintersteht“, erklärte er: „Da können sie uns Beine machen.“ Auf die Frage, was ihn am ABC störe, antwortete Bedford-Strohm, für ihn sei dann eine Grenze erreicht, wenn Christen anderen ihren Glauben absprächen: „Das nervt mich!“ Er wünsche sich, dass das Schubladendenken innerhalb der evangelischen Kirche überwunden werde. Eine Trennung in „Evangelikale“ und „Politische“ bringe nicht weiter. Ziel müsse vielmehr sein, dass sich alle Christen „demütig auf Christus ausrichten“.

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The Terror We Give Is the Terror We Get

A demonstrator carries a poster with a picture of slain Jordanian pilot Muath al-Kaseasbeh during an anti-ISIS rally in Amman, Jordan, on Friday. AP Photo/Nasser Nasser
We fire missiles from the sky that incinerate families huddled in their houses. They incinerate a pilot cowering in a cage. We torture hostages in our black sites and choke them to death by stuffing rags down their throats. They torture hostages in squalid hovels and behead them. We organize Shiite death squads to kill Sunnis. They organize Sunni death squads to kill Shiites. We produce high-budget films such as “American Sniper” to glorify our war crimes. They produce inspirational videos to glorify their twisted version of jihad.


By Chris Hedges|truthdig

The barbarism we condemn is the barbarism we commit. The line that separates us from the Islamic State of Iraq and Syria (ISIS) is technological, not moral. We are those we fight.

“From violence, only violence is born,” Primo Levi wrote, “following a pendular action that, as time goes by, rather than dying down, becomes more frenzied.”

The burning of the pilot, Jordanian Lt. Muath Al-Kaseasbeh, by ISIS militants after his F-16 crashed near Raqqa, Syria, was as gruesome as anything devised for the Roman amphitheater. And it was meant to be. Death is the primary spectacle of war. If ISIS had fighter jets, missiles, drones and heavy artillery to bomb American cities there would be no need to light a captured pilot on fire; ISIS would be able to burn human beings, as we do, from several thousand feet up. But since ISIS is limited in its capacity for war it must broadcast to the world a miniature version of what we do to people in the Middle East. The ISIS process is cruder. The result is the same.

Terror is choreographed. Remember “Shock and Awe”? Terror must be seen and felt to be effective. Terror demands gruesome images. Terror must instill a paralyzing fear. Terror requires the agony of families. It requires mutilated corpses. It requires anguished appeals from helpless hostages and prisoners. Terror is a message sent back and forth in the twisted dialogue of war. Terror creates a whirlwind of rage, horror, shame, pain, disgust, pity, frustration and impotence. It consumes civilians and combatants. It elevates violence as the highest virtue, justified in the name of noble ideals. It unleashes a carnival of death and plunges a society into blood-drenched madness.

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