Liberale Abtreibungsgesetze könnten weltweit Müttersterblichkeit senken


welthumanistentag„Wenn es verboten ist, setzen Frauen sich durch illegale Abtreibungen einem großen Risiko aus“, sagte Ute Stallmeister von der Stiftung Weltbevölkerung dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie nehmen giftige Mittel zu sich oder verletzen ihren Bauch, um das ungeborene Kind zu töten.“


Von Benjamin Dürr|evangelisch.de

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden 2008 etwa 21,6 Millionen unsichere Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, 98 Prozent davon in Entwicklungsländern. Neuere Statistiken gibt es nicht. Eine unsichere Abtreibung ist nach WHO-Definition die Beendigung einer Schwangerschaft unter unhygienischen Umständen oder durch nicht ausgebildetes Personal.

Weil es in vielen Ländern keine legalen Möglichkeiten gebe, beendeten verzweifelte Frauen ihre Schwangerschaft allein oder mit Hilfe von Heilern, sagte Stallmeister. Gründe für die ungewollten Schwangerschaften seien vor allem, dass die Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln hätten, nicht ausreichend aufgeklärt oder Opfer von Gewalt seien.

An den Komplikationen solcher unsachgemäßer Eingriffe sterben Tausende Frauen jedes Jahr. Die WHO schätzt, dass 13 Prozent aller Todesfälle von Müttern bei oder direkt nach der Geburt, die Folge von unsicheren Abtreibungen sind. In Afrika entspricht dies 29.000 Toten pro Jahr.

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