Ernährungsdebatte: „Mich stört der Gestus moralischer Überlegenheit“


Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
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Die Gesundheitspsychologin Hanni Rützler kritisiert Menschen, die Ernährung ernst nehmen wie eine Religion. In einem Buch fragt sie, wer dem guten Leben mehr schadet: die Ernährungsindustrie oder die Ernährungsfundamentalisten?


Von Tobias Becker|SpON

SPIEGEL ONLINE: Frau Rützler, Sie sind Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitspsychologin. Sündigt jemand wie Sie beim Essen schon mal?

Hanni Rützler: Ich erinnere mich, dass ich nur mit viel Schokolade und Kannen voll Kaffee durchs Studium gekommen bin. Da habe ich mich schon gefragt: Wie geht das zusammen, gesunde Ernährung zu pauken und sich so zu ernähren? Inzwischen ist aus mir eine Gemüseliebhaberin geworden.

SPIEGEL ONLINE: Sie essen kein Fleisch?

Rützler: Doch, durchaus. Ich bin Flexitarierin: Ich brauche nicht unbedingt Fleisch, aber manchmal schmeckt es mir. Fisch mag ich auch sehr gerne.

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