Veganer Wein: Eine Frage der Philosophie, nicht der Chemie

Den veganen Wein der WZG mit „V-Label“ gibt es ab Mitte März. Foto:WZG
Die WZG bringt Mitte März drei vegane Weinsorten auf den Markt. Warum? Was ist eigentlich veganer Wein? Und: Endet „vegan“ bei der Flüssigkeit?


Von Martin Tröster|BIETIGHEIMER ZEITUNG

Wein wird aus Trauben gemacht. Und trotzdem gibt es veganen und nicht veganen Wein. Die allermeisten Weine sind nicht vegan. Mitte März bringt die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) drei vegane Weine auf den Markt, auf der ProWein, einer Fachmesse in Düsseldorf. Die WZG erklärt den Schritt mit einer steigenden Nachfrage: „Wir sind ein kundenorientiertes Unternehmen. Wenn unsere Kunden nachfragen, müssen wir reagieren“, sagt Dieter Weidmann, der Vorstandsvorsitzende der WZG mit Büro in Ludwigsburg. Die WZG geht von 400.000 bis zu einer Million Veganer in Deutschland aus.

Doch was macht Wein vegan? Ersetzt werden soll vor allem das tierische Material, mit dem in der Regel Bitter- oder Trübstoffe herausgefiltert werden: Das ist meistens Gelatine, die aus Schweine- oder Rinderhaut und -knochen gewonnen wird. Sie wird in den Saft gegeben und reagiert mit den Stoffen, die der Winzer aus dem Wein haben will. Zwar wird die Gelatine abgeschöpft, allerdings ist für Veganer entscheidend, dass bei der Herstellung „keine Produkte von toten Tieren“ verwendet werden, sagt Hella Camargo vom „V-Label“. Das V-Label kennzeichnet nun auch den veganen Wein der WZG. Die Markenrechte am grün-gelben Label hat die Europäische Vegetarier-Union. Das Label bezieht sich nur auf den Inhalt der Weinflasche – ob das Etikett mit Klebstoff aus tierischen Produkten an der Flasche befestigt ist, erfasst das Label nicht.

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„Papst, der sich zum Rivalen Christi macht, muß widerstanden werden“ – Der „Widerstand“ von Kardinal Burke

Raymond Leo Kardinal Burke (2014), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der Widerstandsgedanke von Kardinal Raymond Burke sorgte in Rom und der katholischen Welt für einiges Aufsehen (siehe Kardinal Burke: „Ich werde widerstehen“). Es ist lange her, daß sich ein Kardinal der Kirche öffentlich so deutlich und in einem konkreten Kontext zum derzeitigen Pontifex äußerte.
Ein junger britischer Konvertit, veröffentlichte zum jüngsten Interview von France2 mit Kardinal Raymond Leo Burke auf seinem Blog den Beitrag „Widerstand“.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Widerstand

Kardinal Raymond Leo Burke löste mit seiner entschiedenen Aussage eine Schockwelle aus, er werde, wenn es die Situation verlange, Franziskus „widerstehen“.

Das Wort „Widerstand“ löst starke Emotionen aus. Es meint allerdings weder „Rebellion“ noch „Revolution“. Was als „Widerstand“ gegen einen Papst interessant klingt, ist aber, wie Kardinal Burke sagt, auch beunruhigend.

Natürlich ist es nicht der Wunsch von Kardinal Burke, der Lehre eines Papstes zu widerstehen, aber er ist für den Herrn Jesus Christus und für das Wohl der Seelen bereit dazu.

Ohne sich zu sehr über das Verb „widerstehen“ aufzuregen, bin ich mir sicher, daß Kardinal Burke soeben seine Position gefunden hat, eine spezifische öffentliche Position. Es gibt eine Grenze für die päpstliche Macht und eine Linie, die der Papst nicht überschreiten kann, ohne die Kirche und deren göttlichen Stifter zu verraten und die Seelen in Gefahr zu bringen. Ich erwarte mir, daß der „Widerstand“ von Kardinal Burke ganz seiner derzeitigen Haltung entsprechen wird: immer respektvoll und würdevoll gegenüber dem Papst. Mit anderen Worten: öffentlich gegen jede Verwässerung oder Verfälschung der kirchlichen Lehre, auch durch die „pastorale Praxis“, die Stimme zu erheben, damit den Katholiken von heute und den künftigen Generationen von Katholiken wie auch der übrigen Menschheit die Fülle der ganzen Wahrheit für die Rettung des Menschengeschlechts nicht vorenthalten wird.

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Was der Islam wirklich unter „Dschihad“ versteht

Foto: dpa In diesem Video verkündete die Terrormiliz IS Ende Januar die Gründung eines Ablegers in Afghanistan
Das Wort „Dschihad“ hat die Welt verändert: In seinem Namen geschehen immer neue Gräueltaten. Doch was verstehen Koran und islamische Lehrtradition wirklich unter „Heiligem Krieg?“ Eine Einführung.


Von Rüdiger Seesemann|DIE WELT

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ – dieser Satz ist derzeit als Antwort auf im Namen des Islam verübte Terrorakte so häufig und von so vielen unterschiedlichen Akteuren zu hören wie selten zuvor. Zuletzt nach der auf Video zur Schau gestellten brutalen Verbrennung eines jordanischen Piloten durch den „Islamischen Staat“. Selten gab es nach solchen Gewalttaten mehr Distanzierungserklärungen von Vertretern hiesiger muslimischer Verbände. Zugleich erheben sich nach derartigen Ereignissen immer wieder die anderen Stimmen, die das Gegenteil behaupten: Es sei der im Grunde seines Wesens gewaltaffine Islam, der solche Taten hervorbringe. Aussage, so scheint es, steht gegen Aussage.

Auffällig ist das Schweigen der eigentlichen Experten in dieser Frage: Von Islamwissenschaftlern kam fast keine Stellungnahme. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Islamwissenschaft nach wie vor der Vormoderne weit mehr Aufmerksamkeit schenkt als der Moderne. Vielleicht liegt es auch daran, dass ihr das Verweilen im kühlen Elfenbeinturm angesichts der Hitze der Debatten attraktiver erscheint. Dabei liefern die aktuellen Entwicklungen Anlass genug, dem Verhältnis zwischen Islam und Gewalt auf fundierter wissenschaftlicher Basis nachzugehen.

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Austria: Streit in der Bioethikkommission über assistierten Suizid

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
16 Mitglieder befürworten Lockerung im Strafgesetzbuch, acht sehen schwerwiegende Probleme – Einstimmige Forderung einer Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung


kathweb

Die österreichische Bioethikkommission hat am Donnerstag Empfehlungen zum Thema Sterbehilfe abgegeben, wobei die Kommissionsmitglieder deutlich unterschiedlicher Meinung waren. 16 der 25 Mitglieder befürworteten eine Lockerung des strafrechtlichen Verbots der Mitwirkung am Suizid, während acht Mitglieder eine derartige Neuregelung als problematisch bezeichneten. Der am Donnerstag in einer Pressekonferenz präsentierte Abschlussbericht, der insgesamt vier unterschiedliche Voten abbildet, soll laut der Kommissionsvorsitzenden Christiane Druml möglichen Regierungsmaßnahmen eine Linie vorgeben.

Das von Druml präsentierte Mehrheitsvotum spricht sich für Straflosigkeit für Angehörige und nahestehende Personen aus, die „einer an unheilbarer, zum Tode führenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung leidenden Person beim Suizid Hilfe leisten, sofern die Beweggründe – Loyalität oder Mitleid – verständlich seien.

Der diese Handlung bisher betreffende Paragraph 78 im Strafgesetzbuch (StGB) sollte demnach gelockert werden.

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Mehr als 10.000 rechte Straftaten 2014

2014 gab es laut Tagesspiegel wieder mehr als 10.000 rechte Straftaten in Deutschland. – Foto: dpa
2014 wurden wieder mehr als 10.000 rechte Straftaten verübt. Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen. Es handelt sich um vorläufige Zahlen, weil es in der Regel zahlreiche Nachmeldungen gibt.

 

Von Frank Jansen|DER TAGESSPIEGEL

Auch im vergangenen Jahr haben Neonazis und andere Rechte nach Informationen des Tagesspiegels wieder deutlich mehr als 10 000 Straftaten verübt. Die Polizei zählte nach bisher vorliegenden Erkenntnissen bundesweit 10.541 Delikte, darunter 496 Gewalttaten. Bei den Angriffen wurden 431 Menschen verletzt. Die Zahlen ergeben sich aus den Antworten des Bundesinnenministeriums auf monatliche Anfragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und ihrer Fraktion, die dem Tagesspiegel vorliegen.

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„Rosetta“ kommt Komet „Tschuri“ ganz nahe

© ESA / Rosetta / NAVCAM
© ESA / Rosetta / NAVCAM
Die Sonde nähert sich dem Kometen bis auf sechs Kilometer. Die Esa hofft auf Detailbilder. Der Komentenlander „Philae“ wartet weiterhin auf Sonnenlicht.


Die Presse.com

Einmaliges Flugmanöver für „Rosetta“: Bei einem Tiefflug soll die Weltraumsonde den Kometen „Tschuri“ aus nächster Nähe betrachten. Voraussichtlich in der Nacht auf Samstag (14.2.) wird sie nur noch sechs Kilometer von „Tschuri“ entfernt sein – am Donnerstag waren es noch 140 Kilometer.

Bei dem Manöver soll die Sonde Regionen des Kometen untersuchen, in denen Gas und Staub austreten, teilte die europäische Weltraumagentur ESA mit. Vor drei Monaten hatte die Sonde nach zehn Jahren Flug das Mini-Labor „Philae“ abgesetzt, seither umkreist sie den Kometen.

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NRW beschlagnahmt Olper Familienferienstätte für Flüchtlinge

Das Regenbogenland Olpe. Ab Samstag werden hier Flüchtlinge einquartiert.Foto: Josef Schmidt
Sensation im Olper Stadtrat: Bürgermeister Müller informierte darüber, dass schon am Samstag erste Flüchtlinge kommen.


Von Josef Schmidt|WAZ

Olpes Bürgermeister Horst Müller ließ die Bombe im Stadtrat um 17.04 Uhr platzen: Die Familienferienstätte Regenbogenland, so Müller, sei vom Land mit Hilfe einer Ordnungsverfügung sofort beschlagnahmt worden, um bereits ab Samstag dort Flüchtlinge unterzubringen. Müller: „Seit Donnerstagnachmittag ist die Situation eine völlig andere. Wir sind von der Bezirksregierung darüber informiert worden, dass es unvorhersehbare Flüchtlingsströme nach NRW gebe.“ Die Zahlen seien relativ plötzlich explodiert, Unterkünfte in Dortmund und Bielefeld platzten aus den Nähten.

Müller: „Das Land war offenbar gezwungen, spontan zu handeln und hat dann nach dem Ordnungsbehörden-Gesetz reagiert, um die Obdachlosigkeit zu verhindern.“

Alles, was man bisher in Sachen „Regenbogenland“ geplant habe , könne man vergessen. Nach der Ordnungsverfügung, die das Kolpingwerk als Eigentümer des Regenbogenlandes erhalten habe, „sind wir als Stadt ab sofort nicht mehr zuständig.“ Die Zuständigkeit liegt allein beim Land NRW und der Bezirksregierung.“

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Israels Ex-Oberrabbiner wegen Korruption angeklagt

Ex-Oberrabbiner Jona Metzger, Bild: orf.at
Israels ehemaliger Oberrabbiner Jona Metzger muss wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft in Jerusalem habe sich für eine Anklage entschieden, so israelische Medien am Dienstag.


religion ORF.at

Der Ex-Oberrabbiner habe allerdings noch die Chance, den Staatsanwalt in einer Voranhörung zu überzeugen und damit eine Anklage zu vermeiden, berichtete die „Jerusalem Post“ (Dienstag-Ausgabe). Metzger wird verdächtigt, während seiner Amtszeit Bestechungsgelder in Höhe von sieben Millionen Schekel (rund 1,6 Millionen Euro) angenommen zu haben. Angesichts der schweren Vorwürfe hatte er sein Amt bereits 2013 niedergelegt.

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Heidi Mund: Pegida-Frau klagt über Drohungen

Die Frankfurter Pegida-Organisatorin Heidi Mund Foto: dpa
Die Organisatorin des Frankfurter Pegida-Ablegers, Heidi Mund, macht Rassismus-Vorwürfe öffentlich. Ihr Auftritt im Ortsbeirat 16, bei dem sie sich gegen die „Hetzjagd“ wehren möchte, verunglückt aber.


Von Jakob Blume|Frankfurter Rundschau

Heidemarie Mund fühlt sich verfolgt. In der Nachbarschaft der Pegida-Organisatorin in Bergen-Enkheim kursiert derzeit ein Flugblatt der lokalen Antifa-Gruppe, das unter der Überschrift „Achtung! Rassistin in ihrer Nachbarschaft“ über die Aktivitäten Munds informieren soll.

Darin nennen die Aktivisten die volle Adresse der Pegida-Organisatorin und unterstreichen, Mund brauche „nicht damit rechnen (sic!) in Zukunft von uns mit Samthandschuhen angefasst zu werden“.

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Kirchenasyl: Union kritisiert de Maizière für Scharia-Vergleich

Für seinen Scharia-Vergleich sorgt Innenminister de Maiziere auch für Kritik aus der eigenen Partei. dpa
Bundesinnenminister de Maiziere vergleicht das Kirchenasyl mit der Scharia und sorgt damit nicht nur für Gegenwind der Katholiken und Protestanten. Auch die eigene Partei ist verärgert.


DIE WELT

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist für seinen Vergleich des Kirchenasyls mit der Scharia in die Kritik geraten. Im Deutschlandfunk hatte de Maizière seine Kritik am Kirchenasyl mit Verweis auf das islamische Recht erklärt: „Die Scharia ist auch eine Art Gesetz für Muslime, sie kann aber in keinem Fall über deutschen Gesetzen stehen“, sagte er.

Auf politischer Ebene war es die eigene Partei, die den Innenminister für seine Aussagen an erster Stelle kritisierte. De Maizière habe „sicher keinen gelungenen Vergleich“ gezogen, sagte der CDU-Abgeordnete Hubert Hüppe der „Bild“-Zeitung.

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„Jene, die Ungeborene töten sind herzlose Mörder“

Kardinal Wilfried Fox Napier OFM (Foto: Robert Bahčič). franziskaner.at
Kardinal Napier twittert Klartext: „Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – i.d.R. durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“


kath.net

„Wenn das Baby im Mutterleib erst gelebt hat und jetzt tot ist, dann hat jemand seinen Tod verursacht. Einen lebendigen Menschen zu töten, das ist Mord. Warum sollte man also jene, die Ungeborene töten – in der Regel durch tödliche Injektion und Zerstückelung – nicht als das bezeichnen, was sie sind: herzlose Mörder?“ Dies schrieb Wilfried Kardinal Napier, Erzbischof von Durban/Südafrika, am Donnertagmorgen auf Twitter.

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Rechtsextremismus: Linksabbieger und Katholizismus

Katholiban "Großstadt-Mission" in elf Städten Europas

Rechtsextremismus und Nazis allüberall – so wird es jedenfalls in den Medien propagiert. Und auch bei Kirchens meinen manche, missliebige Positionen so aus dem Diskurs vertreiben zu können. Vielleicht hat sich aber auch nur das Koordinatensystem verschoben?


Von Felix Honekamp|kath.net

Als Papsttreuer hat man es zur Zeit nicht leicht … und das aus exakt dem Grund, warum man meinen könnte, es wäre leicht. Im Moment – abgesehen von kleinen Schlenkern – sind nämlich alle ganz vernarrt in ihn. Der Papst – so die allgemeine Auffassung in Medien und progressiven Kreisen – bricht mit alten Konventionen, er lässt nun endlich den Wind ins kirchliche Haus, den man schon seit dem II. Vatikanischen Konzil hätte erwarten können, aber von Beharrungskräften wie zuletzt Papst Benedikt XVI. nicht eingelassen wurde.

Dass sich auf diese schmale und bis auf erfrischende Äußerlichkeiten in der Außenwirkung des Papstes durch nichts gestützte Aussage vor allem die Mainstreammedien stürzen, verwundert nicht, auch nicht, dass sogenannte “Reformkatholiken” aus dem Umfeld von “Wir sind Kirche” vorsorglich schon mal klarstellen, dass sich nun aber auch deutsche Bischöfe bitteschön in die gewünschte Richtung bewegen müssten und – falls die Änderungen hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben sollten – eben jenen Behaarungskräften die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Wenn dereinst Papst Franziskus mal nicht mehr sein sollte – was der Herr in noch weit entfernte Zukunft verlegen möge – dürfen wir uns jetzt schon auf den stehenden Begriff des “Geistes von Franziskus” (analog zum Geist des Konzils) einrichten.

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Tschernobyl: Neue Welle der Radioaktivität?

Wenn in der Sperrzone von Tschernobyl der Wald brennt, dann setzt dies radioaktive Elemente frei © FEMA
Die in der Sperrzone von Tschernobyl gespeicherte Radioaktivität kommt wieder: Durch immer häufigere Waldbrände werden die Radionuklide aus Laub und Boden freigesetzt und mit dem Wind über halb Europa verteilt. Bei drei Bränden der letzten Jahre entsprach die Menge an radioaktivem Cäsium bereits rund acht Prozent des Fallouts direkt bei der Tschernobyl-Katastrophe, wie die Forscher berichten.


scinexx

Als am 26. April 1986 der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks von Tschernobyl explodierte, waren die Folgen dramatisch. Gewaltige Mengen radioaktiven Materials wurden in die Atmosphäre geschleudert und verbreiteten sich mit dem Wind bis nach Nordeuropa. Darunter waren allein 85 Petabecquerel radioaktives Cäsium, wie Forscher schätzen. Ein mehr als 3.000 Quadratkilometer großes Gebiet um den Reaktor wurde zur radioaktiv verseuchten Sperrzone – und ist es bis heute.

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Jura-Studenten und die Todesstrafe: Woher kommt diese Grausamkeit, Herr Streng?

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritzeWie kann es sein, dass ein Drittel der Jurastudenten an einer deutschen Uni die Todesstrafe befürworten? Der Kriminologe Franz Streng hat die Zahlen erhoben und erklärt: Schuld sind Medien und Fernsehserien.


Von Guido Kleinhubbert|SpON

UniSPIEGEL: Herr Professor Streng, waren Sie darüber verwundert, dass 32 Prozent der Jurastudenten, die Sie an der Uni Erlangen-Nürnberg befragten, die Todesstrafe befürworten?

Streng: Ja, die sehr starke Ausrichtung auf härtere Urteile hat mich schon erstaunt. Zumal die Zustimmung zur Todesstrafe bei den jungen Juristen im Laufe der Jahre stark gestiegen ist und nun noch höher auszufallen scheint als im Durchschnitt der Bevölkerung. Dort haben wir es nach einer Studie des Forschungsinstituts Allensbach derzeit mit einer Zustimmungsrate von etwa 25 Prozent zu tun.

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Die Toten an den EU-Außengrenzen sind unvermeidlich

Die Toten an den EU-Außengrenzen sind unvermeidlich © Montecruz Foto @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Erneut zeigen sich Deutschland und Europa schockiert über den Tod weiterer Flüchtlinge vor Lampedusa. Doch wie glaubwürdig ist unsere Anteilnahme? Sind Flüchtlinge nicht notwendige Folge unseres eigenen Tuns? Ein Zweiteiler von Prof. Schiffer-Nasserie“


Von Arian Schiffer-Nasserie|MiGAZIN

Weltrekord! Über 50 Millionen Menschen waren laut UNHCR im vergangenen Jahr auf der Flucht – mehr als je zuvor seit Weltkrieg Nummer 2 und allein sechs Millionen mehr als im Vorjahr. Ein kleiner Teil der Flüchtenden erreichte die Außengrenzen der EU und versuchte Mauern, Zäune und Seegrenzen ohne Erlaubnis des Staatenbündnisses zu überwinden.

Über ein Jahr liegt die „Flüchtlingskatastrophe“ von Lampedusa bereits zurück. An öffentlicher Anteilnahme, an zur Schau gestellter Scham, Trauer und Betroffenheitsbekundungen der europäischen Eliten hatte es danach ja keinesfalls gemangelt. Sogar politische Konsequenzen wurden in Aussicht gestellt: Alles sollte anders werden. Davon will man heute kaum noch etwas wissen.

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Papst: Keine Kinder zu wollen, ist egoistisch

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hält es für „egoistisch“, wenn sich Paare gegen Kinder entscheiden. Das berichtete der britische „Guardian“ am Mittwochabend.


Von Susanne Klaiber|The Huffington Post

Demnach hatte der Papst bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz gesagt: „Eine Gesellschaft mit einer erfolgshungrigen Generation, die sich nicht mit Kinder umgeben will, die sie vor allem als lästig betrachtet, als Belastung, als Risiko, ist eine bedrückte Gesellschaft.“

Katholische Pflicht: die Kinder

Der „Guardian“ weist darauf hin, dass der Papst vergangenes Jahr ähnlich argumentiert habe. Es möge ja angenehmer sein, einen Hund und zwei Katzen zu haben, die man liebe, und ein Wochenendhaus und tolle Urlaube – aber wenn man alt werde, komme die Bitterkeit der Einsamkeit. Kinder seien ein Geschenk.

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UN-Expertin: Fast 60 Konfliktparteien setzen Kindersoldaten ein

Das Gesicht des Krieges, S. Dali 1940
Das Gesicht des Krieges, S. Dali 1940
In den meisten aktuellen Kriegen werden nach Angaben einer UN-Expertin weiter Kinder und Jugendliche als Soldaten eingesetzt.


evangelisch.de

„Wir können mit Sicherheit sagen, dass Zehntausende Jungen und Mädchen unter 18 Jahren immer noch bei Regierungstruppen und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen dienen“, sagte Sophie de Coninck von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Genf. Kinder müssten zum Beispiel in Syrien und im Südsudan kämpfen oder dort Hilfsdienste für Kämpfer leisten.

Die anhaltende Rekrutierung von Jungen und Mädchen für Kampftruppen sei eine „weltweite Plage“, betonte die belgische Expertin anlässlich des Internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten (Red Hand Day) an diesem Donnerstag. Auf der „UN-Liste der Schande“ im Jahr 2014 stünden fast 60 Konfliktparteien in Afrika, Asien, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Lateinamerika, die Kinder in ihren Reihen hätten.

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Kroaten in der Ukraine im Einsatz

Links das Emblem des Bataillon Asow und rechts 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“
Links das Emblem des Bataillon Asow und rechts 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“
Zagreb bestätigt Beteiligung von Kämpfern – Rechtsextremem Bataillon Asow angeschlossen


derStandard.at

Die kroatische Regierung hat die Beteiligung von Kämpfern aus dem Land am gewaltsamen Konflikt in der Ostukraine bestätigt. Der Regierung lägen Informationen vor, dass „eine gewisse Zahl“ kroatischer Kämpfer sich der ukrainischen Armee angeschlossen habe, sagte die kroatische Außenministerin Vesna Pusic am Mittwoch in Zagreb nach entsprechenden Medienberichten.

Bisher hätten die Freiwilligen sich aber nicht den Paramilitärs angeschlossen. Der Geheimdienst verfolge diese Problematik, sagte Pusic. Kroatische Medien hatten zuvor berichtet, dass Ende Jänner etwa 20 frühere Teilnehmer des kroatischen Unabhängigkeitskriegs der Jahre 1991 bis 1995 in die Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine aufgebrochen seien, um sich dort dem rechtsextremen Freiwilligenbataillon Asow anzuschließen.

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Außerirdisches Leben: Zu Hause auf dem Mars

Marsoberfläche. Bild: nssdc.gsfc.nasa.gov
Forscher am DLR untersuchen, ob Leben auf dem Mars möglich ist – mit überraschenden Ergebnissen: Sogar anspruchsvolle Lebewesen wie Pilze könnten in Nischen und Felsritzen auf dem Mars überleben.


Von Franziska Langhammer|Spektrum.de

Ein Werbespot, der in der 90ern Kult wurde: Kahle Hügel, weite Flächen und kein Leben, nirgends. Ein Wissenschaftler in der Zentrale auf der Erde gibt den Befehl, den Mars-Rover nach links zu wenden. Es dauert ein paar Umdrehungen, dann erblicken die Forscher enttäuscht auch hier nur rote Einöde – nicht ahnend, dass sich hier Marsmännchen einen Scherz mit ihnen erlauben. Denn in Wirklichkeit halten die grünen Planetenbewohner nur Fotos vor das Objektiv des Rovers, während sich hinter ihnen die Skyline einer futuristischen Stadt erhebt.

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