Über die furchtbare Rückkehr der Religion in die Politik

cdu_spdDie Götter waren schon ins Private verbannt. Woran der Nachbar glaubte, war gleichgültig. Über die furchtbare Rückkehr der Religion in die Politik.

Von Georg Seeslen|Jungle World

Wir waren, am Ende der Moderne und am verheißenen Beginn einer neuen, elektronisch verstärkten Aufklärung (die dann doch ausblieb), mehrheitlich der Meinung, wir würden es wohl schaffen, ohne die Hilfe der Götter zu leben. Ob sie uns verlassen hätten oder ob wir sie abgeschafft hätten, ob sie sich in own personal Götter oder beliebige Gleichnisse verwandelt hätten, das wäre eher eine Frage der Poesie als eine der Politik, und aus eben dem Umstand, ohne die Hilfe der Götter zu leben (zu denen man ja privat und ästhetisch durchaus seine Bindung hätte aufrechterhalten können), hätte uns eine neue Solidarität erwachsen sollen. Nur als Demokraten, nicht als Gläubige würden wir den öffentlichen Raum beanspruchen; Politik und Religion seien ein für allemal voneinander zu trennen, anders würde es nichts mit einer menschenwürdigen Zukunft, gegen die, nebenbei gesagt, kein Gott, der noch bei Verstand ist, ­etwas haben könnte.

Thomas Jeffersons berühmter Satz wäre nun endlich Grund fürs Zusammenleben geworden: »Es verletzt mich nicht, wenn mein Nachbar meint, es gebe zwanzig Götter oder keinen Gott.« Und hatte nicht schon vor langer Zeit ein preußischer König verkündet, in seinem Land könne jeder nach seiner Fasson selig werden? Beide, die demokratische wie die monarchische Auffassung, religiöse Überzeugungen könnten weder den politischen Konsens noch den Gehorsam eines Untertanen ernsthaft gefährden, dem einzelnen aber durchaus bei seinem Wohlbefinden und seiner Vervollkommnung behilflich sein, fußten auf der Überzeugung, dass das Bewusstsein der Menschen weit genug entwickelt sei, um moralische Werte ohne Paradiesversprechung und Höllendrohung zu pflegen. Der aufgeklärte politische Mensch müsste den gläubigen, spirituellen Menschen nicht unbedingt ersetzen, hätte ihn aber, wie man so sagt, domestiziert.

Erstens war alles nicht so einfach, und zweitens kam es ganz anders. Die Götter, die man ins Private verbannt hatte und denen man eine sanfte Verabschiedung aus der Geschichte der Menschheit bereiten wollte, kamen zurück. Als Kriegsgötter. Nicht als Friedensstifter, sondern als amoralische Gewalttäter.

Eine Bruchstelle scheint die Frage gewesen zu sein, ob die Götter das Gute im Menschen lieben, weil es das Gute ist, oder ob das Gute nur das Gute ist, weil es von den Göttern kommt. Damit haben sich die Menschen schon ein paar Jahrtausende abgemüht. Wenn die Götter das Gute um des Guten willen lieben, dürfen sie getrost ein paar kosmische Schritte zurücktreten und die Menschen sich selbst überlassen; wenn sie allerdings der Meinung sind (und dabei noch, wie einige von ihnen, besonders eifersüchtig), dass nichts Gutes komme, außer von ihnen, dann müssten sie natürlich durch die Verbannung in den Privatbereich besonders gekränkt sein und entsprechend zornig reagieren. Das Problem eines jeden »Fundamentalismus« ist also, dass seine Gläubigen nur als gut ansehen können, was von ihren Göttern kommt. In der furchtbaren Umkehrung aber ist alles gut, was von den Göttern kommt, ob es nun im »menschlichen« Sinne gut ist oder nicht. »Fundamentalismus«, auch wenn er der direkten Gewalt entsagt, hat nicht nur einen antiaufklärerischen und antidemokratischen, sondern immer auch einen antihumanen Zug.

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„Philosoph“ Spaemann warnt vor Freigabe von Suizidbeihilfe

todesspritzeWer Sterbehilfe und Suizid enttabuisiere oder ausdrücklich erlaube, mache über kurz oder lang die Selbsttötung pflegebedürftiger Menschen zur Pflicht.


kath.net

Der Philosoph Robert Spaemann warnt vor einer Legalisierung der Beihilfe zum Suizid. Wer Sterbehilfe und Suizid enttabuisiere oder ausdrücklich erlaube, mache über kurz oder lang die Selbsttötung pflegebedürftiger Menschen zur Pflicht, schreibt Spaemann in der neuesten Ausgabe der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung «Die Zeit».

Spaemann plädiert zugleich dafür, die Gesetze so zu ändern, dass der Arzt keine Strafe riskiert, wenn er «unter Berücksichtigung aller Bedingungen die außerordentlichen Maßnahmen der Lebensverlängerung einstellt». Wer das tue, «tötet nicht, sondern hört auf, einen Patienten zum Leben zu zwingen».

Theologe Graf: Kirchen sollten mehr Vielfalt zulassen

jesus_schaukelDer Münchner Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf hat die großen Volkskirchen aufgefordert, mehr innerkirchliche Vielfalt zuzulassen.


Von Andreas Jalsovec|evangelisch.de

„Die christlichen Volkskirchen sind äußerst vielgestaltige Organisationen“, sagte Graf dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie müssten jedoch gelassener mit dieser Vielgestaltigkeit umgehen. Vor allem sollten sie ernst nehmen, dass Christen über wesentliche Lebensfragen ganz unterschiedlicher Meinung sein können.“

Als Beispiel nannte Graf die Sterbehilfe. „Viele Menschen wünschen sich einen selbstbestimmten Tod. Die Kirchen wollen ihnen jedoch vorschreiben, wie sie zu sterben haben. Das empfinden manche Menschen zurecht als entmündigend.“ Noch immer würde Kirche von vielen als autoritär wahrgenommen. Stattdessen müsse sie stärker „die Demokratisierung fördern und kompromissfähiger werden“.

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Fastnacht und Religion schließen sich nicht aus

Karneval und Religion müssen sich nicht ausschließen, wenn sie gewisse Grenzen wahren, finden auch Vertreter der Kirche Foto: Flickr/barrabez_germany | CC BY-NC-SA 2.0
Sind Witze über Religionen überhaupt noch erlaubt? Experten aus Kirche und der Welt der Narren sagen: Auf jeden Fall! Doch es sollten gewisse Regeln eingehalten werden.


pro Medienmagazin

Ein Witz über den Papst? Warum nicht! Eine Bütt über den ungeheuerlichen, gewalttätigen Fanatismus in der Welt? Na klar! Witze über die Toten des Anschlags von Paris? Auf keinen Fall! Das meinen Experten der Faschingsszene und der Kirche. Religion und Humor müssten sich nicht ausschließen. „Warum sollte man nicht auch in einer Büttenrede Themen der Religion mit ansprechen?“, fragt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Es gelte jedoch, Gefühle von Menschen, die religiös und gläubig sind, nicht zu verletzen.

Das sieht auch der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, so. „Humor heißt ja, zu sich selbst auf Distanz gehen und auch mal über sich zu lachen und sich nicht so ernst zu nehmen.“ Deshalb seien Satire und Kritik auch über Religionen in Ordnung. „Ich wünsche mir, dass wir eine Art von Satire oder auch Humor haben, die andere Menschen nicht mies herabsetzt oder sie verletzt. Kritik muss immer sein, auch bissige, scharfe Kritik. Aber nicht, andere Menschen herabzusetzen.“

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Aschermittwoch: Deutscher Bischof bekennt Sünden der Kirche

Norbert Trelle, Bild: wikimedia.org/ Bischöfliche Pressestelle Hildesheim
Mit einem öffentlichen Schuldbekenntnis will der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle an Verfehlungen der Kirche im Laufe der Geschichte erinnern. Im Aschermittwochsgottesdienst um 18.30 Uhr im Dom wolle er in bisher nicht dagewesener Weise „die Last der Geschichte in den Blick nehmen“ und um Verzeihung bitten, teilte die Diözese am Freitag in Hildesheim mit.


kathweb

Es seien schlimme Fehler geschehen, teils aus gutem Glauben und Unwissenheit, aber auch „aus Machtkalkül, Patriotismus und Obrigkeitsgehorsam“, so die Diözese. Der Bischof werde auch nicht verschweigen, „wo weggeschaut und geschwiegen wurde, wo Menschen in der Kirche Opfer von Missbrauch geworden sind“. Des alles wolle Trelle mit der Bitte um Verzeihung „auf den Altar legen“.

Die deutschen Bischöfe hatten speziell aufgrund der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bereits 2011 in einen symbolischen Akt der Buße um Erneuerung und Vergebung gebeten.

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Frankreich: Marienstatue muß weg

HPScreenshot. BB
HPScreenshot. BB
2011 wurde in einem Park der französischen Gemeinde Publier eine Marienstatue errichtet, die Unserer Lieben Frau von Léman (nach dem Genfer See) gewidmet ist. Hoch droben vom Hang blickt die Marienstatue seither auf den Genfer See hinunter.


Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Nun befand das Verwaltungsgericht von Grenoble, daß die Marienstatue „die Laizität verletzt“. Sie stehe auf öffentlichem Grund, in Frankreich aber herrsche seit 1905 strikte „Trennung von Staat und katholischer Kirche“. Und weil das so sei, habe die Statue „entfernt“ zu werden. Laut Verwaltungsgericht hätte die Gemeindeverwaltung nie eine Bewilligung für die Errichtung der Marienstatue ausstellen dürfen.

Frankreichs Don Camillo und Peppone ließen Marienstatue errichten

Publier ist eine Gemeinde mit 6.500 Einwohnern. Der Ort liegt am Südufer rund 120 Meter über dem Genfer See inmitten eines Weinbaugebiets. Durch die schöne Lage, das sonnig-milde Klima und geeignete Infrastrukturen ist Publier in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. 1962 zählte die Gemeinde erst 1.871 Einwohner.

Erstaunlicherweise ist Bürgermeister Gaston Lacroix ein parteiloser Linker, die in Frankreich als Divers Gauche bezeichnet werden. Er leitet bereits seit 2002 die Geschicke der Gemeinde. Das Bürgermeisteramt konnte er bei den Kommunalwahlen 2014 verteidigen. Im Gemeinderat verfügt er über eine üppige Mehrheit von 22 Sitzen, denen lediglich fünf Vertreter der oppositionellen UMP und zwei unabhängige Rechte gegenüberstehen. Die laufende Amtsperiode endet 2020.

Der Bürgermeister mit dem frommen Namen Lacroix (das Kreuz) bezeichnet sich selbst als „Freidenker“ und Sozialist und ist Mitglied der Association de la Libre Pensée de Haute-Savoie, wie Lorenz Jäger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtete.

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Darwin-Tag: „die Alternativen zur Evolutionstheorie“ – kognitive Dissonanzen

kreationismusAm 12. Februar ist Darwin-Tag. Am Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie gedenken Forscher weltweit der wissenschaftlichen Arbeit Charles Darwins. Seine Lehre hat viele Zweifel und Gegenströmungen überdauert. Trotzdem existieren alternative Auffassungen mit teilweise kruden, aber auch erstaunlichen Ideen.


Von Christian Flierl|Web.de

Der bekannteste Gegenentwurf zur Evolutionstheorie ist der Kreationismus. Die Anhänger dieser Lehre stützen sich auf die Berichte im biblischen Buch Genesis. Sie glauben wortwörtlich an die göttliche Schöpfung in sechs Tagen, die Erschaffung der Frau aus einer Rippe Adams und ein Alter der Erde von ein paar tausend Jahren. Die Existenz von Dinosauriern, die die Bibel nicht erwähnt, erklären sich die Kreationisten so: Gott habe ihre Knochen vergraben, um uns Menschen im Glauben zu testen. Dinos hätte es demnach also nie gegeben.

Für die meisten Europäer hören sich diese Thesen abstrus und widersprüchlich an. In den USA glauben laut einer Umfrage des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2014 jedoch 42 Prozent der Bevölkerung an die Schöpfung – das sind fast 134 Millionen Menschen.

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Christentum: Unter falscher Flagge

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Das Christentum reagiert mit Engstirnigkeit und Konservatismus auf die Moderne – ein Fehler, der auch dem Säkularismus droht.


Von Diana Kinnert|The European

Als Kaiser Konstantin I. im Jahr 312 n. Chr. zu einem Feldzug gegen den eigenen Schwager und Rivalen Maxentius aufbricht, soll sich ihm – alten Erzählungen zufolge – ein göttliches Zeichen offenbart haben. Es sei zur Mittagsstunde erschienen, als Konstantin gen Himmel blickte und zunächst von gleißendem Licht geblendet wird. Dann aber sieht er ein Kreuz, ganz aus Licht und die Sonne überlagernd. Eine Stimme spricht zu ihm: “Durch dieses siege!”

Konstantin, dem es um die Arrondierung seines Machtbereiches im Westen Italiens einschließlich der alten Hauptstadt Rom geht und der einem Heer von 40.000 Mann vorsteht, befehlt seinen Männern daraufhin, das Kreuz als Feldzeichen an die Schilden der Soldaten und die Fahnen seines Heeres anzubringen. In der entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke ist Konstantin siegreich. Er wird alleiniger Herrscher im römischen Westreich und läutet ein, was heute als konstantinische Wende bekannt ist: Die Umkehr von der Verfolgung des Christentums zur Reichskirche der Spätantike.

Zur Erinnerung an die als Befreiung gefeierte Eroberung Roms lässt der römische Senat im Jahr 315 n. Chr. den Konstantinsbogen einweihen, in dessen Inschrift der Sieg Konstantins mit seiner Genialität (“mentis magnitudine”) und dem Einfluss göttlicher Macht (“instinctu divinitatis”) begründet wird. Der Bischof Eusebius von Caesarea schreibt ein Loblied auf Konstantin, in dem es heißt, dass dieser einen “Krieg unter dem Kreuz führe, welcher damit heilig sei”. Fortan werden Feldzüge zur Ausdehnung des Christentums theologisch legitimiert und praktiziert.

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Religiöse Zensur und schwarze Nachrichtenlöcher

Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier
Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier
«Reporter ohne Grenzen» legen «Rangliste der Pressefreiheit» vor. Im Nahen Osten scheint vor allem der Islam in seinen streng konservativen oder radikalen Varianten ein Hindernis für die Pressefreiheit zu sein.


Von Joachim Heinz|kath.net

Raif Badawi ist mittlerweile auch in höchsten Kreisen kein Unbekannter mehr – auch wenn der Blogger seit mehr als zwei Jahren in seiner Heimat Saudi-Arabien im Gefängnis sitzt, . Am Dienstag sprach der britische Thronfolger Prinz Charles bei einem Treffen mit dem neuen saudischen König Salman den Fall an, der viele Menschen schon allein aufgrund der drakonischen Strafe bewegt, die für Badawi im Raum steht. Wegen Beleidigung des Islam wurde der Familienvater und Gründer des Portals «Die Saudischen Liberalen» zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt.

Badawi steht damit beispielhaft für einen beunruhigenden Trend, den die am Donnerstag vorgelegte «Rangliste der Pressefreiheit» von «Reporter ohne Grenzen» dokumentiert. Dafür wertete die Organisation Daten aus 180 Staaten und Regionen im Zeitraum von Oktober 2013 bis Oktober 2014 aus. Demnach greift die religiöse Zensur um sich: Immer mehr Länder nutzten Verbote von Gotteslästerung, um gegen unliebsame Berichterstatter vorzugehen. Neben Saudi-Arabien gehören dazu auch Iran oder Kuwait.

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FBI-Chef erklärt Rassismus „Auf ein schwarzes Gesicht reagieren wir anders“

James B. Comey (2013) Bild. wikimedia.org/PD
Die Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA haben eine Debatte über Rassismus entfacht. FBI-Chef Comey räumte nun ein, dass es Vorurteile bei der Polizei gebe – und nannte Gründe.


stern.de

Der FBI-Direktor James Comey hat in einer ungewöhnlich offenen Rede rassistische Vorurteile bei vielen Polizisten eingestanden. Viele Mitglieder der weißen Mehrheit würden „anders auf ein weißes Gesicht als auf ein schwarzes Gesicht reagieren“, sagte Comey in der Georgetown University in Washington.

Besonders Polizisten in mehrheitlich schwarzen Vierteln mit hoher Kriminalität würden unbewusst Vorurteile entwickeln. Er reagierte damit auf die Debatte über unverhältnismäßige Gewalt von Polizisten gegenüber Schwarzen, die durch die Tötung mehrerer unbewaffneter Schwarzer ausgelöst worden war.

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Wie viele Menschen wurden in Afghanistan durch deutsche Soldaten getötet?

Panzerhaubitze 2000 in Kunduz im scharfen Schuss. Bild: Bundeswehr/CC-BY-SA-2.0
Zur Kriegspropaganda zählt, was man derzeit etwa in der Ukraine oder in Syrien/Irak beobachten kann, mit den Zahlen der angeblich getöteten Gegner und der der eigenen Opfer zu spielen. Die eigenen Verluste werden gemeinhin eher klein gehalten, die Verlust der Gegner eher übertrieben. Eine besondere Variante der Propaganda kommt bei asymmetrischen Konflikten oder bei militärischen Friedens- oder Stabilisierungsmissionen ins Spiel.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

In asymmetrischen Konflikten versucht die überlegene Partei vor allem zu vermeiden, dass sich Meldungen über Opfer unter Zivilisten kursieren. Vorgezogen wird, dass bei Kämpfen oder durch Luftschläge Getötete erst einmal als Angehörige der Aufständischen bezeichnet werden oder als bedauernswerte Kollateralschäden gelten. Die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten werden nicht aufgelistet oder der Body Count wird nicht veröffentlicht, wohl aber die Verluste der eigenen Soldaten. Man vermeidet zudem in der Regel, dass Bilder von getöteten oder verletzten Gegnern in Umlauf kommen, während die Opfer, für die der Gegner verantwortlich sind, zumindest von den Medien publiziert werden. Die unterlegene Seite übertreibt hingegen die Verluste der Gegner und schweigt sich über getötete Zivilisten und eigene Verluste aus. Vor allem seit dem Aufkommen des islamistischen Terrorismus werden Anschläge und Opfer oft auch fotografiert und gefilmt, um die „Leistung“ zu dokumentieren und mit ihr zu werben oder Angst einzuflößen.

In Afghanistan versucht etwa die UNAMA, die Afghanistan-Mission der Vereinten Nationen, die Zahl der zivilen Opfer des Konflikts und die Täter zu erfassen. Im ersten Halbjahr 2014, so der letzten Bericht, stieg die Zahl der getöteten Zivilisten auf 1.564 und damit um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, 3.289 wurden verletzt, 28 Prozent mehr als im Vorjahr. 74 Prozent aller zivilen Opfer gehen zu Lasten der Aufständischen, für 8 Prozent sind die afghanischen Sicherheitskräfte verantwortlich, für 1 Prozent die Isaf-Truppen. 12 Prozent sind bei Kämpfen zwischen Aufständischen und Pro-Regierungstruppen verletzt oder getötet worden, wobei unklar sei, wer dafür verantwortlich ist. Je nachdem, wer wie zählt, unterscheidet sich die Zahl der Opfer, die von insgesamt mehr als 21.000 getöteten Zivilisten seit 2001 bis zu 100.000-170.000.

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Was macht eine Predigt zur Hasspredigt?

Hassprediger? Sheikh Abdel Moez al-Eila rief in seiner Gastpredigt in der Al-Nur-Moschee dazu auf, dass Frauen ihren Männern jederzeit zur Verfügung stehen müssten. | © Screenshot/Memri TV
Der IS verbreitet Hass. Aber auch ein Pastor aus Bremen bezeichnete die Reliquien der Katholiken als Dreck. Eine dumme Predigt ist aber noch lange keine Hasspredigt.


Von Wolfgang Thielmann|ZEIT ONLINE

Was und wer Hass predigt, dazu gibt es in diesen Wochen ein paar Beispiele. Die Videos der Terrorgruppe IS gehören dazu. Ihre Filme von der Hinrichtung Gefangener und entführter Geiseln verkünden eine Botschaft reinen Hasses. Die Gruppe begründet sie religiös. Ihre Videos spiegeln das Gottesbild der Verantwortlichen wider. Sie zeigen einen Gott, dem es gefällt, seine Geschöpfe zu seiner höheren Ehre zu schinden, umzubringen und ihnen das Leben unter Qualen zu nehmen, das er ihnen geschenkt hat: Ein blutrünstiges Monstrum im Himmel weidet sich daran, seine Schöpfung zu entstellen. Hass und Wut leiten die Diener dieses Ungeheuers, sie predigen Tod und Vernichtung.

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Müllalarm in den Ozeanen

Plastikmüll, eingesammelt am Strand von Caleta de Famara, Kanarische Inseln © Malin Jaco
15 volle Plastiktüten auf jedem Meter Küste weltweit – das ist die Menge an Plastikmüll, die die Menschheit jedes Jahr in die Ozeane bringt, wie eine Studie nun zeigt. Unter den größten Müllschleudern sind dabei China und Südostasien, aber auch Ägypten und Bangladesch. Soll die Vermüllung nicht exponentiell weiter steigen, muss dringend etwas getan werden, warnen die Forscher im Fachmagazin „Science“.


scinexx

Unsere Meere verkommen immer mehr zu Deponien unseres Zivilisationsmülls. Im letzten Jahr bereits gab es dazu alarmierende Nachrichten. So stießen Forscher selbst tausende von Kilometern von jeder Küste entfernt in der Tiefsee auf Plastikmüll. Im Dezember 2014 vermeldete eine erste Bilanz, dass mehr als fünf Billionen Kunststoffpartikel in den Ozeanen schwimmen – fast 270.000 Tonnen.

Die Dunkelziffer vor allem an Mikroplastik muss jedoch noch sehr viel höher sein, denn durch Netzfänge oder optische Surveys lässt sich immer nur ein Teil nachweisen. Jenna Jambeck von der University of Georgia in Athens und ihre Kollegen sind daher einen anderen Weg gegangen: Die Forscher suchten nach den Quellen des Plastikmülls und errechneten mit Hilfe von Modellen, wie viel von uns Menschen in die Meeresumwelt abgegeben wird.

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Morgens Jesus preisen, mittags Sonne anbeten und abends Buddhist sein

Haupteingang zum shintoistischen Heian-Schrein in Kyoto (picture alliance / dpa / ZB / Peter Jähnel)
Kaum sonstwo auf der Welt sind die Götter toleranter als in Japan: Jede Religion wird akzeptiert, ein Gläubiger kann sogar mehreren Religionen gleichzeitig anhängen. Geboren im Shinto-Ritus, christlich geheiratet und beerdigt als Buddhist – alles kein Problem in Japan.


Von Jürgen Hanefeld|Deutschlandradio Kultur

Dreimal im Jahr schlingen starke Männer armdicke Seile aus Reisstroh um zwei Felsen im Meer. Izanagi und Izanami heißen die beiden Brocken, die in der japanischen Mythologie die Eltern, nein, nicht aller Japaner, sondern aller Inseln darstellen, aus denen Japan besteht.

„Das Lied, das wir dazu singen, ist sehr alt. Wie alt, weiß keiner. Es gehört dazu, wenn wir diese Reinigungszeremonie vollziehen. Wir beruhigen das Meer und begrüßen die Sonne.“

Die Sonne ist Schöpfungsgöttin und Symbol Japans. Das ist leicht zu verstehen. Vom Strand aus gen Osten sah man nur das endlose Meer und – daraus aufsteigend – die Sonne. Nihon, das eigentliche Wort für Japan, bedeutet „Ursprung der Sonne“. Sie ist auch der Quell der ursprünglichen Religion Japans, des Shinto.

„Die meisten Japaner verstehen Shinto gar nicht als Religion. Für sie ist es eine Lebensweise, das Einhalten von Sitten und Gebräuchen. Dass man zum Beispiel am Neujahrstag den Schrein besucht oder Kinder mit drei, fünf und sieben Jahren vom Priester segnen lässt.“

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Katholische Kirche: Mehr Soziales, weniger Karrierismus

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Die Kardinals-Kommission des Papstes legt ihr Konzept zur Reform der vatikanischen Kurie vor. Schlankere Strukturen, bessere Koordination und eine Aufwertung von Laien gehören zu den Vorschlägen. Ein Kardinal aus Deutschland hat etwas dagegen.


Von Matthias Drobinski|Süddeutsche.de

Nach außen entfaltet die katholische Kirche in Rom all ihre Pracht und Macht der Inszenierung: Am Wochenende wird Franziskus feierlich im Petersdom neue Kardinäle ernennen, schon am Freitag reisen aus aller Welt bis zu 160 Kardinäle an, um bei der Feier und dem dazugehörigen Konsistorium, der Kardinalsversammlung, dabei zu sein.

Doch intern geht es hart zur Sache. Diese Woche hat auch die Gruppe jener neun Kardinäle getagt, die im Auftrag von Papst Franziskus seit Oktober 2013 über eine Reform der Kurie beraten, koordiniert von Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga aus Honduras. Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx ist dort vertreten. Sie sollen an diesem Freitag den anderen Kardinälen von ihren Überlegungen berichten. „Die Stimmung ist angespannt“, sagt ein Insider. Es geht um Macht und den Bruch mit alten Gewohnheiten und überhaupt um den Kurs der katholischen Kirche.

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„Heiliger Gral“ der Chemie geknackt

Sauerstoffatome (rot) und Kohlenmonoxid im Übergang zur Bindung und damit zur chemischen Reaktion zu Kohlendioxid © SLAC National Accelerator Laboratory
Auf frischer Tat ertappt: Zum allerersten Mal ist es Forschern gelungen, Atome genau in dem Moment zu beobachten, in dem sie eine chemische Bindung eingehen. Dieser für die Chemie fundamentale Prozess galt bisher als viel zu flüchtig und kurz, um jemals direkt eingefangen zu werden. Doch mit Hilfe eines Röntgenlasers ist dies nun gelungen. Das eröffne ganz neue Erkenntnisse in der Chemie, konstatieren die Forscher im Fachmagazin „Science“.


scinexx

Ohne sie gäbe es keine Moleküle und erst recht keine chemischen Reaktionen: Erst durch die Fähigkeit von Atomen, sich miteinander zu verbinden, wurden unsere Welt und unser Universum zu dem, was sie heute sind. „Dies ist der Kern aller Chemie – sozusagen der heilige Gral für uns Chemiker“, erklärt Seniorautor Anders Nilsson von der Universität Stockholm und vom SLAC National Accelerator Laboratory in Menlo Park.

Das Unmögliche sichtbar gemacht

Doch der Moment, in dem zwei Atome dazu übergehen, eine gemeinsame Einheit zu bilden, ist extrem flüchtig, das Ganze geschieht in nur Sekundenbruchteilen. „Deshalb hat keiner je damit gerechnet, dass wir eines Tages dazu fähig sein werden, das zu sehen“, sagt Nilsson. Doch in ihren Experiment an der Linac Coherent Light Source (LCLS) ist den Forscher nun das scheinbar Unmögliche gelungen: Sie haben Atome quasi auf frischer Tat ertappt.

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„Elser“: Glaube in Zeiten der Nazis

Georg Elser (2.v.l.) beim Erntedankfest im Dritten Reich Foto: Lucky Bird Pictures| Bernd Schuller
Drehbuchautor Fred Breinersdorfer wünscht sich mehr biblische Stoffe auf der Leinwand. Am Donnerstag ist sein Film „Elser“ angelaufen und geht mit gutem Beispiel voran. Darin plant der gläubige Frauenheld Georg Elser ein Hitlerattentat.


Von Anna Lutz|pro Medienmagazin

13 Minuten haben Georg Elser gefehlt. Wäre seine selbstgebaute Bombe nur 13 Minuten früher hochgegangen, wäre Adolf Hitler bereits 1939 gestorben, die Morde an Millionen Juden wären verhindert worden und der Zweite Weltkrieg hätte niemals richtig Fahrt aufgenommen. Vielleicht. Das ist freilich Spekulation, denn in Wahrheit, und auch in Oliver Hirschbiegels Film, scheitert der Hitlerattentäter. Am 9. April kommt „Elser“ in die Kinos, auf der Berlinale war er schon am Donnerstag zu sehen.

Vom Pazifisten zum Attentäter

„Gewalt, das hat noch nie etwas gebracht“, sagt Georg Elser, verkörpert von Christian Friedel, im Film. Die Szene spielt Jahre vor seinem Attentat. Jahre, bevor, die ersten Juden in Konzentrationslagern sterben und die Nazis politisch Andersdenkende zu Zwangsarbeitern machen. Elser sagt diesen Satz zu einer Zeit, in der seine gläubige Mutter ihn noch dafür ausschimpft, dass er verheirateten Frauen nachstellt, als gäbe es keine größeren Probleme im Deutschland der 30er Jahre.

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Verfassungsschutz: Ist der Ruf erst ruiniert, reformiert es sich ganz ungeniert

Der Verfassungsschutz – Ist der Ruf erst ruiniert, reformiert es sich ganz ungeniert. © Mike_fleming @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In Zukunft sollen V-Männer des Verfassungsschutzes ganz offiziell straffrei Delikte begehen können. Zudem soll der Geheimdienst mit mehreren Hundert Personen aufgestockt werden. So sehen die Konsequenzen aus, die das Innenministerium aus dem NSU Skandal zieht.


Von Birol Kocaman|MiGAZIN

Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll mit weiteren 261 Stellen aufgestockt werden. Zudem sollen V-Leute in Zukunft bestimmte Delikte straffrei begehen können. Medienberichten zufolge geht das aus einem Gesetzentwurf hervor, den das Innenministerium als Konsequenz aus dem NSU-Skandal vorbereitet hat.

Wäre man sarkastisch, könnte man fragen, wofür dieses Gesetz gut sein soll? Haben V-Leute nicht ohnehin Narrenfreiheit – und zwar delikts- und saisonunabhängig? Und ist es nicht so, dass bei Bedarf vertuscht und vergessen wird – und zwar postenunabhängig und geschlossen – um sich der Verantwortung zu entziehen? Es wird also normiert, was ohnehin Praxis ist.

Ganz großes Kino ist auch die Stärkung des Verfassungsschutzes mit noch mehr Personal. Dabei wäre der einzig überzeugende und gangbare Weg die Auflösung dieser Gefahrenquelle gewesen mit allenfalls anschließendem Neuaufbau unter der Prämisse, den “Verfassungsschutz” nicht mehr braun gefärbten Händen anzuvertrauen.

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Der Islam und Deutschland – eine Ex-Muslimin antwortet einem Leser

Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger
Mina Ahadi und Udo Ulfkotte demonstrieren mit KIK gegen Islamkritik unautorisierter Bürger
Gehört der Islam wirklich zu Deutschland? Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, antwortet in der Rubrik „Zurückgeschrieben“ auf den Leserbrief eines Tagesspiegel-Lesers.


Von Mina Ahadi|DER TAGESSPIEGEL

Der Tagesspiegel-Leser Bruno Schneider aus Teltow hat zu dem Artikel „Tillich: Islam gehört nicht zu Sachsen“ vom 26. Januar einen Leserbrief geschrieben:

„Endlich spricht Herr Tillich mal aus, was meiner Meinung nach die Mehrheit der Deutschen von dem Zitat „Der Islam gehört zu Deutschland“ hält. Die Tatsache, dass Muslime in Deutschland leben und hier ihre Religion ausüben dürfen, macht sie zu einem Bestandteil der Bevölkerung, aber ihre Religion noch lange nicht zu einem Teil von Deutschland oder zu einem Teil der deutschen Identität.

Eine Religion, deren Rechtssystem die Scharia ist, von der der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in mehreren Verfahren urteilte, dass sie „inkompatibel mit den fundamentalen Prinzipien in der Demokratie“ sei, kann nicht in engerem Sinn zu Deutschland „gehören“ . Unsere Politiker neigen dazu, unsere christlichen und abendländischen Werte einer übertriebenen politischen Correctness zu opfern. Das ist es, was die Menschen zu Pegida treibt, allem voran dieses als vermeintliche Wahrheit in die Welt gesetzte Zitat Wulffs, das nun auch von unserer Kanzlerin übernommen wurde, die mit Sicherheit nicht für die Mehrheit der Deutschen spricht.

P.S. Ich bin kein Anhänger der Pegida-Bewegung.“

Bruno Schneider, Teltow

Mina Ahadi, Vors. des Zentralrats der Ex-Muslime und des Int. Komitees gegen Steinigung, Köln, schrieb dem Leser zurück:

„Als Ex-Muslimin und auch als langjährige Kritikerin von Islam und Islamismus, bin ich der Meinung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehören sollte und meine auch, dass nicht nur der Islam, sondern alle Religionen nichts im staatlichen System und Unterricht zu suchen haben. Wir müssen versuchen, noch mehr Säkularismus, noch mehr Trennung zwischen Religion und Staat zu verwirklichen. Aber was ist unser Problem in Wahrheit? Meiner Meinung nach ist der Islam und der Islamismus heutzutage ein großes Problem für die Menschheit, das muss klar betrachtet und entschieden bekämpft werden.

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Geheimdienstakten zum Oktoberfestattentat bleiben geheim

Neues Denkmal am Ort des Anschlags, eingeweiht im September 2008, Bild: wikimedia.org/PD
Am 26. September 1980 sprengte eine Bombe auf dem Oktoberfest in München 13 Menschen in den Tod und verletzte weitere 211 teilweise so schwer, dass sie ihr restliches Leben lang litten oder noch leiden. Damals kam die Polizei recht schnell zum Ergebnis, dass die Bombe von einem Einzeltäter namens Gundolf Köhler gezündet wurde, der dabei selbst sein Leben verlor. Im Laufe der letzten fast 35 Jahre kamen jedoch immer mehr Merkwürdigkeiten ans Tageslicht, die Zweifel an dieser Einzeltätertheorie wachrufen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

So meldete sich beispielsweise eine Krankenschwester aus Hannover, die unmittelbar nach dem Attentat einen jungen Mann mit abgerissener Hand behandelte, der sich ausgesprochen merkwürdig benahm und die Klinik vorzeitig verließ. Er könnte möglicherweise ein Mittäter gewesen sein, dessen Hand damals unter den verstreuten Leichenteilen gefunden und nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Weil sich zur Hand passende Fingerabdrücke zwar nicht in Gundolf Köhlers Auto, aber in dessen Unterlagen fanden, verbuchten die Ermittlungsbehörden das Körperteil schließlich als Überbleibsel des Täters und ließen sie 1997 ohne vorherigen Gentest vernichten.

Weil viele der Merkwürdigkeiten auf die Wehrsportgruppe Hoffmann verweisen, forderte die Linkspartei in einer kleinen Anfrage, dass die Bundesregierung die im Zusammenhang mit dem Oktoberfestattentat angelegten Geheimdienstakten dem Bundestag zugänglich macht. Das lehnte das Bundesinnenministerium jetzt ab. Als Grund gibt Ministeriumsvertreter Günter Krings an, die Informationen seien „so sensibel, dass selbst ein geringfügiges Risiko des Bekanntwerdens unter keinen Umständen hingenommen werden kann“.

Vorher wird in dem Antwortschreiben, das Telepolis vorliegt, unter anderem erklärt, dass die Aufdeckung der Identität von Quellen, die sich in einem „extremistischen und gewaltbereiten Umfeld bewegen“, dazu führen könnte, „dass das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der jeweiligen Personen gefährdet wäre“. Dazu, warum der Schutz von Informanten nicht einfach (wie in anderen Fällen üblich) durch Schwärzung von Namen und anderen Erkennbarkeitsdaten gewährleistet werden kann, macht Krings keine Angaben.

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