Fastnacht und Religion schließen sich nicht aus


Karneval und Religion müssen sich nicht ausschließen, wenn sie gewisse Grenzen wahren, finden auch Vertreter der Kirche Foto: Flickr/barrabez_germany | CC BY-NC-SA 2.0
Sind Witze über Religionen überhaupt noch erlaubt? Experten aus Kirche und der Welt der Narren sagen: Auf jeden Fall! Doch es sollten gewisse Regeln eingehalten werden.


pro Medienmagazin

Ein Witz über den Papst? Warum nicht! Eine Bütt über den ungeheuerlichen, gewalttätigen Fanatismus in der Welt? Na klar! Witze über die Toten des Anschlags von Paris? Auf keinen Fall! Das meinen Experten der Faschingsszene und der Kirche. Religion und Humor müssten sich nicht ausschließen. „Warum sollte man nicht auch in einer Büttenrede Themen der Religion mit ansprechen?“, fragt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Es gelte jedoch, Gefühle von Menschen, die religiös und gläubig sind, nicht zu verletzen.

Das sieht auch der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, so. „Humor heißt ja, zu sich selbst auf Distanz gehen und auch mal über sich zu lachen und sich nicht so ernst zu nehmen.“ Deshalb seien Satire und Kritik auch über Religionen in Ordnung. „Ich wünsche mir, dass wir eine Art von Satire oder auch Humor haben, die andere Menschen nicht mies herabsetzt oder sie verletzt. Kritik muss immer sein, auch bissige, scharfe Kritik. Aber nicht, andere Menschen herabzusetzen.“

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