When Time Flows Backwards

Gefaltete Raumzeit, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-2.5
New experiments conducted at Washington University St. Louis offer a further demonstration of one of the quantum world’s more difficult implications: time symmetry. That is, as shown by the physicist Kater Murch and his group, the future influences the present. What might be done to a particle five minutes from now helps determine what happened to the particle five minutes ago.


By Michael Byrne|MOTHERBOARD

We are doomed to time because of organization. We have pasts, which are just spaces of non-possibility. The past for us is a fixed guideway, a steady elimination of options culminating in this here—and this now. And this forward-universe seems like a reasonable thing, if anxiety-inducing.

In the Grand Central Terminal of everything, we’ve stood at the departures board and made a selection, boarded a train, and here we are on an express to Newbury (or wherever). We’ve left every other train and destination behind, and those trains have all themselves left, and you aren’t on any of them. Their destinations are unavailable.

Why should it be so? Well, causality for one. We’re strung along in a generally forward direction by things occurring that cause other things to happen or cause other things to be much more likely to happen. It would seem that the alternative is for nothing to ever happen at all, leaving us to just stand there staring at the departures board, never choosing but never really happening either.

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„Selbstverständlich sind Pflanzen intelligent“

Kentia PalmeDie Theorie von der „vegetativen Intelligenz“ wird von dem Neurobiologen Stefano Mancuso jetzt auch in einem neuen großartigen Buch vertreten.


Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Herr Mancuso, Sie haben in Ihrem Labor Pflanzen derselben Spezies ein paar Meter voneinander entfernt aufgestellt und der einen Pflanze Wasser entzogen…
Nicht nur Wasser. Wir haben ihr in anderen Experimenten Sauerstoff oder Mineralien entzogen. Interessant war, dass die Pflanze in allen Fällen der Nachbarpflanze offenbar mitteilte, dass jetzt Wasser, Sauerstoff oder etwas anderes knapp werde. Jedenfalls hat die Pflanze, die von dem, was der anderen fehlte, Überfluss hatte, den nicht etwa ausgegeben. Nein, sie fing an, die entsprechenden Vorräte dessen zu sparen, das wir doch nur der Nachbarin entzogen hatten. Wohl in der Erwartung, dass es auch bei ihr demnächst knapp werden würde.

Sie haben keine Ahnung, wie die Pflanzen kommunizieren?
Doch. Die Kommunikation fand in diesem Fall, da ja die Wurzeln nicht miteinander in Kontakt treten konnten, über Düfte statt. Sogenannte Biogenic Volatile Organic Compounds (BVOC). Das sind sehr flüchtige organische Verbindungen. Wir wissen inzwischen, dass bei diesen Mitteilungen von den Millionen solcher BVOCs etwa zwanzig eine Rolle spielen. Wir gehen heute auch davon aus, dass wir am Ende nicht auf ein einziges Signal kommen werden, sondern wir werden auf verschiedene Kombinationen stoßen.

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Flüchtlinge: EU schiebt ab, Ukraine sperrt ein

Grenzübergang zwischen der Slowakei und der Ukraine (Archivbild) Foto: dpa/Christian Fürst
Flüchtlinge nach rechtswidrigen Pushbacks offenbar in von Europa mitfinanzierten Gefängnissen inhaftiert


ND

Die Europäische Union schiebt offenbar Flüchtlinge ohne Chance auf Asylverfahren rechtswidrig in die Ukraine zurück, wo sie in bis zu ein Jahr lang in Gefängnissen inhaftiert werden, welche von der EU mitfinanziert wurden. Das berichten die Illustrierte »Spiegel« und das Magazin »Monitor« unter Berufung auf Flüchtlinge, die an der EU-Außengrenze aufgegriffen wurden. Ein Somalier, der inzwischen in Rheinland-Pfalz lebt, sagt, er habe insgesamt fast drei Jahre in ukrainischen Haftanstalten verbracht, heißt es in einer Vorabmeldung des »Spiegel«. Dort sei es auch zu Misshandlungen von Flüchtlingen gekommen.

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Israel: Die Casino-Republik

Bild. palästina-portal.eu
WER HERRSCHT in Israel? Natürlich der Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Falsch.


Von Uri Avnery|Palästina-Portal

Der wirkliche Herrscher Israels ist ein Sheldon Adelson, 81, amerikanischer Jude, König der Casinos, der als einer der zehn reichsten Personen klassifiziert wurde, der 37,2 Milliarden Dollar bei der letzten Zählung wert war. Doch wer zählt?

Außerdem besitzt er außer seinen Spielcasinos in Las Vegas, Pennsylvania, Macao und Singapur die US-Republikanische Partei und seit kurzem auch beide Häuser des US-Kongresses.
Ihm gehört auch Benjamin Netanjahu.

ADELSONS VERBINDUNG mit Israel ist persönlich. In eine zufällig getroffene israelische Frau verliebte er sich. Miriam Farbstein wurde in Haifa geboren, besuchte ein angesehenes Gymnasium, leistete ihren Armeedienst im israelischen Institut, das sich mit bakteriologischer Kriegsführung befasst und ist eine vielseitige Wissenschaftlerin. Nachdem einer ihrer Söhne (aus erster Ehe) an einer Überdosis gestorben war, widmete sie ihr Leben dem Kampf gegen Drogen, besonders gegen Cannabis.

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Kirchenasyl: „Dann wäre ich kein guter Christ“

Bild: fis-kirchenrecht.de
Bild: fis-kirchenrecht.de
Gottfried Martens gewährt ausreisepflichtigen Asylbewerbern in seiner Berliner Kirche Unterschlupf. Sie sind Christen, die meisten hat er selbst getauft. Der Pfarrer bewegt sich am Rande der Legalität


Von Freia Peters|DIE WELT

Die iranische Botschaft weiß längst, dass Pfarrer Gottfried Martens in seinem Gemeindehaus persische Landsleute im Kirchenasyl beherbergt. Schließlich hat er im Berliner Botschaftsviertel schon Mahnwachen für inhaftierte Christen im Iran abgehalten. An seine Tür geklopft hat bislang noch niemand von offizieller Seite. Dennoch hat Martens den Besprechungsraum in der ohnehin schmucklosen Kirche in Berlin-Steglitz bewusst neutral gehalten. Eine Kohlezeichnung von Jesus mit Dornenkranz auf dem Haupt. In einer Ecke lehnt ein Vortragekreuz an einem Holzstab, dass Ministranten vor der Messe in die Kirche bringen. Kein Hinweis darauf, dass hier Flüchtlinge wohnen. „Die Tür ist offen, natürlich würden wir hier jeden hineinlassen“, sagt Martens, obwohl er weiß, dass er sich damit am Rande der Legalität bewegt.

Gegenüber vom Besprechungsraum gibt es ein kleines Zimmerchen, in dem zwei Stockbetten stehen. Weiter hinten im Kirchenschiff auf der Empore liegen Matratzen. Sechs Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Iran leben derzeit in der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche. Alle sind Christen, einige von ihnen hat Martens selbst getauft. Und alle sind von Dublin-Abschiebungen bedroht. Sie sollen wieder in das Land gehen, in dem sie als Erstes europäischen Boden betreten haben und das für ihr Asylverfahren zuständig ist.

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Das große Geschäft mit der Esoterik

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Chakren, Schwingungen, Energie: Das Esoterikgeschäft boomt. Zwei Mal im Jahr findet auch in Berlin eine Esoterikmesse statt. Rund 3000 Besucher kommen jedes Jahr, um sich Karten legen zu lassen, mit dem Jenseits in Kontakt zu treten oder sich beraten zu lassen.


Von Melanie Reinsch|Berliner Zeitung

Eines ist klar: Esoterik ist bunt. Der Flyer zur Esoterikmesse „Spiritualität & Heilen 2015“ kommt in quietscheentengelb daher, Glücks-, Kraft- und Heilsteine gibt es in allen erdenklichen Farben, Traumfänger mit pinkfarbenen und hellblauen Federn baumeln an den Tischen; Kerzen, Tücher und Decken sind in Regenbogenfarben gehalten. Räucherstäbchen-Schwaden hängen in der Luft.

Vor rund einer Stunde hat die Esoterikmesse im AVZ-Logenhaus in Wilmersdorf begonnen, schon ziehen die ersten Wahrsager und Kartenleger ihre Vorhänge an ihren Kabinen zu, um Neugierigen einen vermeintlichen Blick in die Zukunft zu geben. Plakate werben mit „Wunscherfüllungen“, „Jenseitskontakten“ und locken mit Fragen: „Wie geht Ihr Leben weiter?“ oder „Was waren Sie in Ihrem früheren Leben?“. Karma, Energie und Schwingungen sind – zumindest auf den Plakaten – allgegenwärtig.

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Nach Latzel-Predigt: Kirche in der Krise

Edda Bosse redet nichts schön. Die Kirche, sagt die Präsidentin, steckt in der Krise. Und schuld daran ist eine Predigt. Gegen Pastor Olaf Latzel, der sie gehalten hat, will die Kirche dennoch nicht vorgehen. So hat es jetzt ein Ausschuss entschieden. Keine disziplinarischen Schritte, keine Änderung der Verfassung, um einen Pastor suspendieren zu können. Dafür gibt es aber vielleicht eine Debatte in der Bürgerschaft: Die Linken fordern ein politisches Bekenntnis gegen Hetze von der Kanzel.


Von Christian Weth|Weser Kurier

Lange hat der Kirchenausschuss getagt. Fünf Stunden. Die Hälfte der Zeit haben die Mitglieder allein über dieses Thema diskutiert: Pastor Olaf Latzel und seine umstrittene Predigt vom 18. Januar – und wie die Bremische Evangelische Kirche mit ihm und ihr umgehen will. Herausgekommen ist ein Papier, das beidseitig bedruckt ist und sieben Punkte enthält. Einer davon stellt klar, dass die Landeskirche nicht mehr nur einzelne Passagen der Predigt kritisiert wie bisher, sondern den gesamten Duktus.

Konsequenzen der Kirche braucht der Pastor der St.-Martini-Gemeinde in der Innenstadt trotzdem nicht zu fürchten. Das machen andere Punkte deutlich: zu disziplinarischen Schritten und zu einer Änderung der Kirchenverfassung, um einen Pastor kündigen zu können. Beides verwirft der Ausschuss, weil beides nicht notwendig sei, zumindest aus derzeitiger Sicht. Sollte die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss kommen, dass sich Latzel der Volksverhetzung strafbar gemacht hat, dann will die Kirche reagieren. Laut Staatsanwalt Frank Passade wird die Predigt noch ausgewertet.

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Focus-Titelthema: Passt der Islam zu Deutschland?

Passt der Islam zu Deutschland? fragt die aktuelle Ausgabe des Magazins Focus in mehreren Beiträgen Foto: Focus
Der Islam in Deutschland erfährt derzeit einen Prozess der Erneuerung. Diese These wird im Titelthema des aktuellen Magazins Focus aufgestellt. Mehrere Beiträge behandeln die Frage: Passt der Islam zu Deutschland?


pro Medienmagazin

Als gutes Beispiel für einen Vertreter eines modernen Islam wird Mouhanad Khorchide dargestellt. Er ist Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster. Für manche Muslime und Politiker gelte der 43-jährige Wissenschaftler als große Hoffnung: „ein Muslim, der endlich das theologische Fundament eines aufgeklärten Islam legt.“

Diese neue Bewegung wolle auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ausdrücklich unterstützen. Gegenüber Focus sagte der EKD- Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm: „Professor Khorchide ist eine wichtige Stimme der noch jungen Disziplin islamischer Theologie an deutschen Universitäten, wie es sie inzwischen in Münster, aber etwa auch in Erlangen, Nürnberg, Frankfurt oder Hamburg gibt.“ Er fordert: „Wir müssen diejenigen Muslime stärken, die ihre eigene Religion im Kontext von Demokratie und Pluralität weiterentwickeln wollen, statt immer nur ihre Defizite zu sehen.“

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CDU-Politiker Bosbach fordert Stopp der türkischen „Import-Imame“ – auch katholische „Import-Pfaffen“

Deutsche Moscheegemeinden sollten auf Imame ohne deutsche Sprach- und Landeskenntnisse verzichten | dpa
Islamische Theologen aus Deutschland sind Mangelware. Die Mehrzahl der rund 2000 Imame kommt aus dem Ausland, unter anderem aus der Türkei.


Von Kathrin Witsch|The Huffington Post

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach fordert nun, dass deutsche Moscheegemeinden auf Imame ohne deutsche Sprach- und Landeskenntnisse verzichten sollten.

„Problematisch ist, dass es immer wieder Moscheegemeinden gibt, die Imame einfliegen lassen, die unsere Werteordnung nicht kennen oder nicht akzeptieren und an den gesellschaftlichen Realitäten und der Lebenswirklichkeit der Muslime vorbeipredigen,“ sagte Bosbach dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Derzeit sind schätzungsweise 70 Prozent der Imame in Deutschland türkischstämmig. Die türkischen Imame haben zwar eine Ausbildung und hervorragende Kenntnisse des Koran und der islamischen Theologie, aber oft kaum deutsche Sprach- oder Landeskenntnisse.

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Türkisches Fernsehen: „Gott“ statt „Allah“ – Verwarnung

der_die_das_gottDie Medienaufsichtsbehörde der Türkei hat einen privaten Fernsehsender verwarnt, weil in einer Serie das Wort «Gott» statt «Allah» benutzt wurde.


kath.net

Die Medienaufsichtsbehörde der Türkei hat einen privaten Fernsehsender verwarnt, weil in einer Serie das Wort «Gott» statt «Allah» benutzt wurde. Diese Wortwahl könne in einem muslimischen Land wie der Türkei die Sicht junger Zuschauer auf Allah negativ beeinflussen, begründete die Behörde RTÜK die Maßregelung nach Presseberichten vom Donnerstag. Das Wort «Tanri» für «Gott» war in der türkischen Version einer französischen Serie im Sender TV2 benutzt worden.

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Porno, Bibel, Sado-Maso

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Mit dem Erfolg von Fifty Shades of Grey ist Sado-Maso-Literatur salonfähig geworden. Doch das Problem sitzt noch viel tiefer in einem Land, in dem Kinder mit elf Jahren den ersten Porno sehen. Ticken wir eigentlich noch richtig?


Von Nicolai Franz|pro Medienmagazin

Als der Trailer der schlüpfrigen Buchverfilmung Fifty Shades of Grey erschien, kam der amerikanische Comedian Jimmy Fallon auf eine Idee: Er ließ einen Reporter die Passanten fragen, ob sie den Trailer gesehen hätten. Allerdings fragte der Mitarbeiter nicht nach Fifty Shades of Grey, sondern nach allerhand ähnlich klingenden, völlig absurden Titeln, zum Beispiel: „Have you seen the trailer of Fifty Shapes of Grape?“ („Haben Sie den Trailer von Fünfzig Weintraubenformen gesehen?“).

Kein Passant wunderte sich über „Fizzy Snakes Are Great“ („Zischende Schlangen sind toll“), selbst „Cliffy Shaves a Greek“ („Cliffy rasiert einen Griechen“) sorgte nicht für Stirnrunzeln. Die schlichte Reihenfolge der Vokale war den Befragten schon so vertraut, dass sie „Fifty Shades of Grey“ verstanden.

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Sind Muslime Schuld am Sterben der britischen Pubs?

Foto: Getty Images Das „Public House“ ist nicht nur eine Eckkneipe, es gehört genauso zur britischen Seele wie Fish and Chips
Jede Woche schließen in Großbritannien mindestens 29 Pubs. Und wer ist schuld? Die Muslime. Weil sie keinen Alkohol trinken. Das sagen jedenfalls Politiker. Wirklich? Eine Studie nennt andere Gründe.


Von Marianne Taylor|DIE WELT

„O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, das Werk des Satans. So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid.“ Es ist diese Stelle des Korans, wegen der Muslime in aller Welt dazu angehalten sind, keinen Alkohol zu trinken. Und nun soll der Satz auch Folgen für die britische Gesellschaft haben. Denn der britische Pub stirbt aus. Und schuld sind angeblich: die Muslime.

„Vor 20 oder 30 Jahren lebten in meinem Wahlbezirk vor allem Facharbeiter weißer Hautfarbe. Nun wird er von erst kürzlich angekommenen Somalis oder anderen Leuten bevölkert. Natürlich machen Pubs in solchen Gegenden zu“, erklärte jüngst Stephen Williams, britischer Minister für Kommunen und Gemeinden und liberaldemokratisches Parlamentsmitglied in Bristol, vor dem britischen Unterhaus. Und provozierte damit eine Kontroverse.

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Bürgermeister in Panama verbietet Priesterkostüme

hailmaryAls Priester verkleideten Karnevalisten droht in Panama eine saftige Geldstrafe.


kath.net

Als Priester verkleideten Karnevalisten droht in Panama eine saftige Geldstrafe. Der Bürgermeisteramt von Arraijan nahe der Hauptstadt Panama-Stadt teilte laut der Tageszeitung «La Prensa» (Donnerstag Ortszeit) mit, Verkleidungen als Priester, Feuerwehrmann oder Polizist würden mit umgerechnet bis zu 450 Euro Bußgeld geahndet. Zur Begründung hieß es, Karnevalisten im Kostüm eines Geistlichen und mit entsprechendem Habitus könnten für Verwirrung in der Bevölkerung sorgen.

Indiens Premier Modi verlangt Ende der Gewalt gegen Christen

Nadrenda Modi.
Nadrenda Modi.
Erneut Einbruch in katholischer Schule – In Erzdiözese Delhi werden die Täter in den Reihen extremistischer Hindu-Organisationen vermutet


kathweb

Nach der jüngsten Attacke auf eine katholische Schule in New Delhi hat Indiens Premierminister Narendra Modi ein Ende der Angriffe gegen Christen und kirchliche Einrichtungen verlangt. Wie die indische Tageszeitung „Times of India“ am Samstag berichtet, forderte Modi den Polizeichef von Delhi auf, entschieden gegen Übergriffe auf katholische Einrichtungen vorzugehen. Am Freitagmorgen hatte es in der indischen Hauptstadt einen Einbruch in eine katholische Schule gegeben.

Modi habe „zügige Ermittlungen in den Fällen von Vandalismus“ gefordert, so die Zeitung. Polizeichef B. S. Bassi sagte indischen Medien nach dem Treffen mit dem Premierminister: „Wir haben die Sicherheit rund um Kirchen verstärkt und nehmen die Sache sehr ernst.“ Der Regierungschef habe die Polizei gebeten sicherzustellen, dass sich derlei Angriffe nicht wiederholen.

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Griechische Satire: Schäuble-Karikatur entlarvt Doppelmoral in der CDU

Diese Karikatur von Wolfgang Schäuble ist in der griechischen Syriza-Parteizeitung erschienen. Der Text lautet: „Die Verhandlung hat begonnen: Wir bestehen darauf, Seife aus eurem Fett zu machen … wir diskutieren nur über Düngemittel aus eurer Asche.“© Tassos Anastasiou/I Avgi/DPA
Eine griechische Karikatur von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble empört wegen Nazi-Anspielungen einige in der CDU. Vier Wochen nach „Charlie Hebdo“ zeigen sie eine bemerkenswerte Doppelmoral.


Von Thomas Krause|stern.de

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Wehrmachtsuniform und mit Sprechblasen mit Bezug auf die Konzentrationslager der Nazis: Schäubles Sprecher Martin Jäger hat eine in der Parteizeitung der griechischen Regierungspartei „Syriza“ veröffentliche Karikatur des deutschen CDU-Politikers scharf kritisiert.

„Diese Karikatur ist widerwärtig. Und der Autor dieser Karikatur sollte sich schämen“, sagte Jäger am Freitag in Berlin. Es gelte das Prinzip der Meinungsfreiheit. „Ich nehme jetzt diese Meinungsfreiheit auch mal für mich persönlich in Anspruch.“

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Öffentliche Religion – religiöse Öffentlichkeit

Bild: KAS
Selten wird Religion in öffentlichen Räumen jenseits von Kirchenmauern und Äußerungen ihrer Repräsentanten so sichtbar wie in Kunst und Kultur. Dabei erkennen sie in ihrer Sensibilität für Brüche, Verborgenes und Unausgesprochnes oft Veränderungen in der Gesellschaft, bevor sich diese öffentliche manifestieren. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Auseinandersetzungen von Politik und Wissenschaft mit Religion. Stellungnahmen zu diesen Befunden finden Sie im vorliegenden Band.


Von Karlies Abmeier, Michael Borchard|Konrad-Adenauer-Stiftung

Öffentliche Religion(pdf)

Bedford-Strohm zum Kirchenasyl: „Gute humanitäre Tradition“

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Der Streit um das Kirchenasyl in Deutschland hält unvermindert an.


evangelisch.de

„Das Kirchenasyl ist eine gute humanitäre Tradition in unserem Land, die dem an Menschenwürde orientierten Geist unseres Rechts entspricht“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Ähnlich äußerte sich Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den Kirchen vorgeworfen, das Kirchenasyl zu missbrauchen und sich über geltendes Recht hinwegzusetzen.

Bedford-Strohm wies insbesondere de Maizières umstrittenen Scharia-Vergleich zurück. „Mit der Scharia hat das nun wirklich gar nichts zu tun“, äußerte der bayerische Landesbischof. Der Innenminister, der selbst evangelischer Christ ist, hatte im Zusammenhang mit dem Kirchenasyl gesagt, auch die Scharia als „eine Art Gesetz für Muslime“ dürfe nicht über deutschen Gesetzen stehen. Zuvor hatte er sich „prinzipiell und fundamental“ gegen den kirchlichen Flüchtlingsschutz gewandt.

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Dodo Gabriel: Menschenrechte für 110 Millionen € verscherbelt

sigmar_gabrielGeschütz-, Haubitzen- und Mörsermunition – die Bundesregierung hat Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien erlaubt. Wie der SPIEGEL berichtet, genehmigte Minister Sigmar Gabriel Anträge in Höhe von 110 Millionen Euro.


SpON

Die Bundesregierung erlaubt in großem Stil Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Allein im vergangenen Monat genehmigte das Haus von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Exportanträge in Höhe von 110 Millionen Euro – so viel wie seit vergangenem Sommer nicht mehr. Tatsächlich ausgeführt wurden seit Oktober 2014 sogar Waffen im Wert von 332 Millionen Euro. Darunter befinden sich neben Lenkflugkörpern und Ersatzteilen für Kampfflugzeuge auch „Teile für Geschützmunition, Haubitzenmunition, Mörsermunition“, heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linkenfraktion.

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Gentherapien heilen Erbkrankheiten – und bald vielleicht auch Krebs und AIDS

Ansatz der Gentherapie. Bild: National Institutes of Health (NIH), heise.de
Nach einigen Rückschlägen erwiesen sich Gentherapien zuletzt als sicher und erfolgreich, vor allem bei der Behandlung von angeborenen Immunschwächen und Augenleiden. Auch der Schritt in die medizinische Praxis ist getan: Im Jahr 2012 wurde erstmals eine Gentherapie offiziell in Europa zugelassen. Doch seltene Erbkrankheiten sind nur der erste Schritt – die Behandlung von Volkskrankheiten könnte die Zahl der potentiellen Patienten erheblich vergrößern.


Von Volker Henn|TELEPOLIS

Für eine vermeintliche Wundertherapie war es ein katastrophaler Beginn. Eine der ersten Gentherapien führte im Jahr 1999 zum Tod des 18jährigen Amerikaners Jesse Gelsinger, auch weil ehrgeizige Ärzte das Experiment zu schnell vorantrieben. Und wenige Jahre später erkrankten fünf Kinder, deren Immunschwächen schon fast als geheilt galten, schwer an Blutkrebs. Die Gentherapie, Anfang der 1990er Jahre noch als Hoffnungsträger gefeiert, schlitterte kaum zehn Jahre danach in eine schwere Krise. Viele Studien wurden gestoppt, und die Öffentlichkeit verlor fast jegliches Interesse an dem Feld.

Doch die Rückschläge zeigten nur vorübergehend Wirkung, und so ist heute die Zahl der geplanten oder vollendeten klinischen Studien bereits auf über 2000 angewachsen. Zu den ersten großen Erfolgen gehörte die Behandlung der Leberschen Kongenitalen Amaurose, eine der häufigsten Ursachen für erbliche Blindheit. Die Erkrankten leiden schon direkt nach der Geburt an Sehstörungen, die sich in den folgenden Jahren zu einer vollständigen Erblindung ausweiten. Ursache ist ein einzelner Gendefekt. Die Injektion einer funktionsfähigen Genkopie direkt hinter die Augennetzhaut hält den Verfall auf, in manchen Fällen kann die Sicht sogar teilweise wieder hergestellt werden.[1] Je jünger die Patienten sind, desto größer der Erfolg: Vier Kinder konnten sich nach der Gentherapie wieder frei im Raum bewegen, Ball spielen und zum Teil sogar Fahrrad fahren.

Mindestens sieben weitere Erbkrankheiten gelten heute als behandelbar, darunter angeborene Immunschwächen, Blutkrankheiten und Stoffwechselstörungen. Mehr als 100 Patienten wurden bislang erfolgreich behandelt, viele erfuhren wesentliche Verbesserungen und manche gelten sogar schon fast als geheilt. Die Gentherapie hat offenkundig wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden.

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ÖVP – Kirche: Eine schwierige Dauerbeziehung – Kirchenpartei

Reinhold Lopatka und Reinhold Mitterlehner. / Bild: (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)
ÖVP und katholische Kirche benötigen einander – beim Gewinnen von Wahlen oder beim Durchsetzen von Forderungen. Gleichzeitig müssen sie sich voneinander abgrenzen. Das Verhältnis oszilliert zwischen Nähe und Distanz.


Von DIETMAR NEUWIRTH|Die Presse.com

Es ist die Geschichte einer schwierigen Beziehung. Einer Beziehung voller Schatten der Vergangenheit, voller Missverständnisse und gegenseitiger Vorwürfe. Eine Beziehung, die zuletzt eine der schwersten Krisen der vergangenen Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte durchgemacht hat. Verletzungen gab es auf beiden Seiten. Nur: Die Partner haben mehr gemeinsam, als (ihnen) im Alltag bewusst wird. Und sie ziehen beide aus der Beziehung durchaus Nutzen. Es ist die Geschichte der Beziehung zwischen Volkspartei und katholischer Kirche.

Auf Distanz folgt Nähe: Nach dem schweren Zerwürfnis beim Fortpflanzungsmedizingesetz nun Gleichklang bei der Ablehnung der Suizidmithilfe Todkranker, für die sich die Bioethikkommission ausspricht. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng warnte am Freitag in einer Aussendung vor einem „Dammbruch“. Ein Wort, das am Tag zuvor ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger verwendet hatte.

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