Israelische Regierung will Massenimmigration europäischer Juden

Bild:  phhesse/flickr
Bild: phhesse/flickr
Nach den Anschlägen in Paris und Kopenhagen fordert Premier Netanjahu die Juden auf, in ihre Heimat zu kommen.
Nach der Schießerei auf ein Café in Kopenhagen am Samstagnachmittag setzte der bei einem Feuwerwechsel mit der Polizei erschossene dänische Moslem seine Anschlagserie fort und ermordete kurz vor Mitternacht Dan Uzan, der eine Synagoge bewachte, in der gerade Bat-Mitzwa-Feier begangen wurde. Der 22-jährige mutmaßliche Täter mit palästinensischem Hintergrund war ein auch wegen Gewalttaten bekannter Krimineller, der erst vor zwei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden war. Festgenommen wurden auch zwei weitere Männer, die beschuldigt werden, den mutmaßlichen Täter unterstützt zu haben.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Schon nach dem Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt in Paris, der parallel zum Angriff auf Charlie Hebdo erfolgte, rief der israelische Regierungschef Netanjahu die europäischen Juden dazu auf, nach Israel auszuwandern. Auch am Sonntag sagte er zu den Juden Europas und auf der ganzen Welt, dass Israel auf sie mit offenen Armen warte: „Wir sagen zu den Juden, zu unseren Brüdern und Schwestern: Israel ist eure Heimat. Wir bereiten uns auf die Aufnahme einer Massenimmigration aus Europa vor und rufen dazu auf.“ Wieder seien in Europa Juden ermordet worden, weil sie Juden sind.

Das Kabinett beschloss am Sonntag gleich einen mit 180 Millionen NIS (40,5 Millionen Euro) ausgestatteten Einwanderungsplan, der als erster Schritt für weitere Initiativen gilt. Weitere Maßnahmen können aber erst nach der Wahl im März beschlossen werden. Man will länderspezifische Antworten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von europäischen Juden entwickeln. Zunächst sollten nur französischsprachige Juden in Frankreich und Belgien angesprochen werden, nun werden auch Juden aus der Ukraine angeworben, was aber auch Kritik hervorrief. Man will die Einwanderung bewerben, u.a. durch Einwanderungsmessen, und spezielle Hilfen für Juden aus Notgebieten bereitstellen. Mit Websites in französischer und ukrainischer Sprache sollen Informationen über Einwanderungsmöglichkeiten verbreitet werden.

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Auch im Buddhismus ist Gewalt zu finden

Auch als friedliebend wahrgenommene Religionen wie der Buddhismus unterdrücken Minderheiten Foto: Tevaprapas, flickr | CC BY-NC 2.0
Geht es um religiöse Gewalt, liegt der Fokus meist auf dem Islam – oder der Geschichte des Christentums. Doch auch Buddhisten und Hindus verüben im Namen ihres Glaubens Gewalttaten, erklären Experten der Universität Münster.


pro Medienmagazin

In Indien habe der Buddhismus den Dauerkonflikt mit dem Hinudismus nicht überlebt, schreiben drei Experten vom Exzellenscluster „Religion und Politik“ der Universität Münster am Montag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gerd Althoff, Thomas Bauer und Perry Schmidt-Leukel geben in ihrem gemeinsam verfassten Beitrag einen Überblick über die Geschichte unterschiedlicher Religionskonflikte.

Auch in Sri Lanka gebe es blutige Konflikte zwischen Hinduismus und Buddhismus, zwei Religionen, von denen im Westen eine „romantisierende Wahrnehmung“ herrsche. Obwohl in beiden Religionen Gewaltlosigkeit ein hohes Ideal sei, sei es dort zum Kampf zwischen Anhängern beider Religionen gekommen. In Thailand habe es Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen gegeben.

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Narren am Rhein nehmen islamistischen Terror, Putin und „Pegida“ aufs Korn

(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)
(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)
Mehr als zwei Millionen meist kostümierte Narren haben am Montag die Rosenmontagszüge in Köln und Düsseldorf begleitet.


evangelisch.de

Bei Sonnenschein und kühlen Temperaturen nahmen die Jecken im närrischen Lindwurm in Düsseldorf den islamistischen Terror, den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin geschürten Ukraine-Konflikt und die islamfeindlichen „Pegida“-Proteste aufs Korn.

Auch Papst Franziskus kam in Düsseldorf nicht ungeschoren davon. Eine Papstfigur schlug in vollem Ornat unter dem Motto „Nächstenhiebe“ mit einem Stock auf den nackten Po des Vatikan ein und erklärte dazu: „Schlagen, aber mit Würde“. Damit griff der Mottowagen die umstrittene Bemerkung Papstes über einen Vater auf, der Schläge als Erziehungsmaßnahme einsetzt.

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„Der Islam ist eine geladene Waffe“

Einschusslöcher im Kulturzentrum „Krudttoenden“: Im Namen des Islam werden Menschen getötet, picture alliance
In Libyen köpfen IS-Terroristen zahlreiche Christen vor laufender Kamera, in Kopenhagen schießt ein Attentäter auf Cafébesucher und Juden: Die türkischstämmige Muslimin Güner Yasemin Balci grenzt sich klar gegen den tödlichen Irrsinn im Namen Allahs ab. Ein Plädoyer für eine zeitgemäße Lesart des Korans


Von Güner Yasemin Balci|Cicero

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, liebe Geschwister im, mit und ohne Glauben, im Namen Allahs des Barmherzigen rufe ich alle zur Vernunft – zum kritischen Denken auf!

Seit es unsere Religion gibt, werden im Namen des Islam Menschen getötet. Ja, es stimmt, auch im Namen anderer Religionen wurde viel Blut vergossen. Ich rede heute aber für meine Religion.

Viele Muslime, ich hoffe die meisten, distanzieren sich nicht nur von diesen Taten, sondern verurteilen und verachten die Menschen, die sie begehen. Muslime stehen heute mehr denn je in der Pflicht, nicht nur den Islamisten, sondern auch allen Traditionalisten den Kampf anzusagen. Hier und überall. Es reicht nicht aus, sich zu distanzieren. Es müssen Taten folgen. Die Ursachen des Übels, des Kampfes gegen alle Nichtmuslime, liegen in unserem Umgang mit dem Islam. Wenn ich „unserem“ sage, meine ich alle Menschen, aber in erster Linie uns Muslime. Zu leise sind die Stimmen, die ihn reformieren wollen, verstummt sind die Muslime, die es einst wagten, einen aufgeklärten Blick auf unser heiliges Buch zu werfen.

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IS tötet 21 ägyptische Kopten – Kairo ordnet Staatstrauer an

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Es ist das erste groß inszenierte Gräuelvideo, das vom libyschen Ableger des IS stammen soll: 21 Christen werden von Dschihadisten enthauptet. Für die Aufnahme wählen sie einen symbolischen Ort. Ägypten verstärkt seine Luftschläge gegen IS als Vergeltung.


evangelisch.de

Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben ein Video veröffentlicht, das die Tötung von 21 aus Ägypten stammenden christlichen Kopten in Libyen zeigen soll. Der fünfminütige Film mit dem Titel „Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ wurde am Sonntagabend im Internet verbreitet. Erstmals richtet sich der IS damit direkt an Christen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi kündigte in einer Fernsehansprache eine „angemessene Reaktion“ an. Zugleich ordnete er eine siebentägige Staatstrauer an.

In dem Video ist zu sehen, wie Dutzende in Schwarz gekleidete Männer ihre Geiseln in orangen Overalls an einen Strand schleppen, der zur Mittelmeerküste gehören soll. Jeder Dschihadist führt eine Geisel, jeder hält ein Messer. Ein Sprecher der Gruppe sagt, sie stünden „heute im Süden Roms, in Libyen“. An den Westen gerichtet sagt er: „Wir werden das Meer mit eurem Blut tränken.“ Im Anschluss ist zu sehen, wie die Dschihadisten die Köpfe ihrer Geiseln abschneiden. Die auf Islamisten spezialisierte Beobachtergruppe Site hält das Video für echt.

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151 Jahre alte Regel: Idaho will letzten Verweis auf Duelle aus Gesetz tilgen

justiz_grossZwei Männer und eine Frage der Ehre: Einst waren Duelle ein probates Mittel, um Konflikte zu klären. Im US-Bundesstaat Idaho hat sich jetzt die Erkenntnis durchgesetzt, dass Verweise auf derartige Zweikämpfe im Gesetz inzwischen überflüssig sind.


SpON

Im US-Bundesstaat Idaho könnte bald der letzte Verweis auf Duelle aus dem Gesetz verschwinden. Die Passage besagt, dass Idaho juristisch zuständig ist, wenn eine Person in dem Staat stirbt, nachdem sie bei einem Duell jenseits der Grenzen Idahos verwundet wurde. Seit seiner Einführung im Jahr 1864 war das Gesetz weitgehend unverändert. 1986 wurde lediglich ergänzt, dass ganz Idaho in entsprechenden Fällen juristisch zuständig sei und nicht ein einzelner Bezirk.

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Bodo Ramelow: „Vergeben kann nur, wer das Leid erlebt hat“

Im pro-Interview outet sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) als Papst-Fan, Andachtsbesucher, Evangelikalen-Kenner – und zeigt Verständnis für Christen, die seiner Partei mit großer Skepsis gegenüberstehen.


pro Medienmagazin

Buschkowskys sozialdemokratische Herrenmanier

Buschkowsky auf dem Kongress christlicher Führungskräfte im Januar 2013, Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0
Buschkowsky: „Wenn jemand in meinen Verein will, ändere ich nicht die Satzung“ – Die Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ bezeichnete Buschkowsky als „so was von falsch“.


kath.net

Integration beginnt mit der Bringschuld der Einwanderer. Diese Ansicht vertritt der scheidende Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD). „Wenn jemand in meinen Sportverein eintreten will, kann er das gerne tun. Aber deswegen ändere ich seinetwegen nicht die Vereinssatzung“, erklärte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Stern“ (Hamburg). Einwanderung solle der Gesellschaft nutzen: „Das geht aber nur, wenn der Hinzukommende sagt: Ich will ein Teil von euch sein.“ Jeder müsse entscheiden, „ob er mit uns leben kann und will“. Nicht wenige Zuwanderer hätten es auch nach Jahrzehnten in Deutschland nicht geschafft, einen Zugang zur westlichen Welt zu finden. Die Gründe dafür seien unterschiedlich – „eine archaische Familienordnung, tradierte Rituale, Analphabetismus, Überreligiosität, auch Faulheit“. Viele seien zu träge, die deutsche Sprache zu lernen oder ihre Kinder zu fördern. Zwar wollten alle, dass ihre Sprösslinge Ärzte oder Piloten werden, aber sie täten nichts dafür. „Wenn’s dann nicht klappt, sind die Deutschen schuld, die sie diskriminieren“, so der Politiker.

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Der „Islamische Staat“ verdankt seinen Aufstieg vor allem den politischen Fehlern des Westens

Die italienische Publizistin Loretta Napoleoni hat eine grundlegende Analyse des Phänomens IS vorgelegt/ Parallelen zur Entstehungsgeschichte Israels


Von Arn Strohmeyer|Palästina Portal

Wie war es möglich, dass eine bewaffnete Organisation, die praktisch vor drei Jahren unbekannt war, heute die mächtigsten Staaten der Welt herausfordert – nicht nur militärisch auf den Kriegsschauplätzen in Syrien und im Irak, sondern auch ideologisch, wobei sie die modernsten Kommunikationsmittel einsetzt? Auf diese Frage sucht die italienische Publizistin Loretta Napoleoni in ihre Buch Die Rückkehr des Kalifen. Der Islamische Staat und die Neuordnung des Nahen Ostens eine Antwort zu geben. Sie schwankt in ihrer Analyse des IS zwischen anerkennender Bewunderung und Ablehnung, verlässt aber nie die Ebene einer rationalen Analyse.

Das Staunen ist angebracht, denn der IS hat in kurzer Zeit ein großes Territorium erobert und darin das Modell eines rudimentären Staates errichtet. Dafür gibt es in der Gegenwart kaum ein anderes Beispiel. Die Autorin nennt als Gründe für den phänomenalen Aufstieg des IS mehrere Gründe. Vor allem aber: Mit der Globalisierung und der Entstehung eines multipolaren Weltsystems haben sich neue Möglichkeiten für jene eröffnet, die die Regeln des in dieser Konstellation veränderten Machtspiels durchschaut haben. Der Sturz Saddam Husseins, die unfähige Politik seines Nachfolgers Maliki, die religiösen Gegensätze zwischen Schiiten und Sunniten in den Griff zu bekommen sowie die gewaltsamen Reaktionen auf den Arabischen Frühling in Syrien hatten ein Machtvakuum geschaffen, das zahlreiche bewaffnete Gruppen nutzten. Aber während sie alle das egoistische Ziel verfolgten, die neu eroberte politische und wirtschaftliche Macht zum Zweck der Ausbeutung der Ressourcen und der Bevölkerung zu nutzen, ging der IS einen anderen Weg. Er verfolgte von Anfang an dasselbe Ziel wie einst die Gründer der europäischen Nationalstaaten, allerdings versteht er unter Nation nicht eine ethnische, sondern eine ethnisch-religiöse Einheit.

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US-Bevölkerung: Mehrheit will Verschärfung der Abtreibungsgesetze

us_flagge_bibel_kreuzEine Umfrage des Gallup-Institutes ergab eine historisch niedrige Zustimmung zur Abtreibungspolitik der USA. Eine Mehrheit der Unzufriedenen wünscht sich eine Verschärfung der Gesetze.


kath.net

Die Unzufriedenheit der US-Bevölkerung mit der gegenwärtigen Abtreibungspolitik hat einen neuen Höchststand erreicht. Dies zeigt eine aktuelle Gallup-Umfrage, die im Januar 2015 durchgeführt wurde. Nur 34 Prozent der Befragten zeigten sich mit der gegenwärtigen Lage zufrieden. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung dieser Frage im Jahr 2001. 48 Prozent sind mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden.

Für eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze sprechen sich zweimal so viele der Unzufriedenen aus wie für eine Liberalisierung. 24 Prozentpunkte wollen eine Verschärfung, 12 Prozentpunkte wünschen sich liberalere Abtreibungsgesetze.

Seit Präsident Barack Obama im Amt ist hat die Zustimmung zur Abtreibungspolitik des Landes abgenommen. In den Jahren 2001 bis 2009, als George W. Bush Präsident war, waren die Zustimmungsraten im Bereich von 40 bis 48 Prozent. In drei der letzten vier Jahren waren sie unter 40 Prozent.

Soziologe Kenan Güngör: „Underdog-Salafismus mit Elementen vom Rap“

Salafisten in Deutschland (Bild: DW)
Salafisten in Deutschland (Bild: DW)
Kenan Güngör über islamistische Radikalisierung junger religiöser Analphabeten und die dem Koran immanente Gewalttheologie


Interview: Lisa Nimmervoll|derStandard.at

STANDARD: Zwei britische Möchtegern-Jihadisten kauften vor ihrer Reise nach Syrien bei Amazon ausgerechnet „Islam for Dummies“ und „The Koran for Dummies“. Welche Rolle spielt Religion bei islamistischer Radikalisierung?

Güngör: In der Vorphase ist nicht die Religion das entscheidende Moment, danach immer mehr. Da spielen auch andere Faktoren eine gewichtige Rolle. Jugendliche suchen nach Sinn, Halt und Orientierung in einer für sie sinn- und orientierungsentleerten, diffusen Welt. Jugendliche Leidenschaft, die Lust etwas radikal Neues zu probieren, das vorhandene Norm- und Sozialgefüge zu hinterfragen und auszubrechen kennen wir aus anderen jugendkulturellen Protestbewegungen. Wenn sie dann in einen Nahkreis von salafistischen Bewegungen kommen, gibt es dieses Angebot plötzlich. Die meisten dieser Jugendlichen sind nicht nur religiöse Analphabeten, sondern auch eher marginalisiert, was Bildung und Perspektiven anbelangt, sie haben das Gefühl, auf der Verliererseite zu sein. Sie bekommen nun das Angebot für soziale Wärme, Anerkennung und Aufgehobensein in einer absoluten Gemeinschaft mit absoluter, über allem stehender Wahrheit und Mission. Das gibt vormals Unterlegenen ein Überlegenheitsgefühl. Zum Teil haben sie auch Kriminalitätskarrieren hinter sich, aber vor allem das Gefühl: Eigentlich interessiert sich keiner für mich. Da setzt das salafistische Streetwork an.

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„Islamischer Staat“: Beginnend mit Worten, endend mit Blut

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Extremisten konkurrieren um die Jugend des Westens. Warum wird gerade der IS zur neuen Heimat der Enttäuschten? 15 Anmerkungen zu europäischen Dschihadisten.


Von Georg Seeßlen|ZEIT ONLINE

I. Verlorene Söhne

Irgendwo, dort im Osten in einer zerfallenden, gewalttätigen Welt, so verstehen wir aus unseren Bilder- und Erzählmaschinen, hausen schlimme Horden schwarzgekleideter bärtiger Männer, die schreien, schießen und anderen Menschen den Kopf abschlagen. Sie berufen sich auf den Islam und wollen ein Kalifat errichten, einen Staat, mehr noch vielleicht: ein Imperium. Es gab Al-Kaida und den schrecklichen Anschlag auf die Twin Towers, es gibt die furchtbare Boko Haram, aber dies, der IS, der „islamische Staat“ ist noch etwas anderes. Es ist nicht nur Terror, der Chaos anrichtet, es ist Terror, der, schlimmer, auch schon wieder eine Ordnung errichtet. Eine Terror-Ordnung, um genau zu sein.

Kalif? Das erinnert an Tausend und eine Nacht, an Karl May, an Harun al-Poussah im Comic. Das Kalifat ist eine Herrschaftsform der sunnitisch-osmanischen Einheit von Religion und Macht, ein Traum von einer direkten Nachfolge des Propheten, von einer universalen Einheit: Alles wird stimmen in Raum und Zeit, in Geist und Gesetz. Kemal Atatürk beendete den Traum im Jahr 1928, so lässt sich’s ergooglen. Um moderne Nationen an seine Stelle zu setzen. Und nun ist der Traum wieder da. Als Albtraum für den Westen und was aus ihm geworden ist, nach dem Scheitern der nationalen Demokratien und des sozial gezähmten Kapitalismus.

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Ex US-Botschafter Craine: “Keiner der arabischen Staaten ist islamisch”

Ehemaliger US-Botschafter Robert Craine (l.) und mit Prof. Muhammed Khallouk (r.) © Privat
Die arabische Welt kommt nicht zur Ruhe. Was sind die Gründe und was die Lösung? Prof. Mohammed Khallouk sprach mit dem ehemaligen US-Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten Robert Craine.


Von Mohammed Khallouk|MiGAZIN

Prof. Mohammed Khallouk: Als ehemaliger amerikanischer Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten Sie die Gelegenheit, die politische und soziale Entwicklung der Arabischen Welt lange Zeit zu verfolgen. Wie schätzen Sie die gegenwärtige arabische Gesellschaft ein?

Robert Crane: Der sogenannte politische Islam wird sowohl in der Arabischen als auch in der Persischen Welt eine in die Zukunft andauernde Macht darstellen. Entscheidend wird deshalb die Frage sein, welche Strömung innerhalb dieses politischen Islams sich als dominant erweisen wird: die Machtstrebende oder die gemäßigtere Mehrheitsströmung.

An ökonomischen Parametern gemessen sind die Arabischen Golfstaaten momentan ausgesprochen reich. Sehen Sie die Staaten in der Lage, dieses Niveau die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte zu halten vor dem Hintergrund eines mutmaßlichen Aufgebrauchs der Öl- und Gasreserven?

Auf die kurze Sicht von zwei bis drei Jahrzehnten prognostiziere ich, dass neu erschlossene Öl- und Gasfelder die Ausschöpfung der aktuell genutzten Felder mehr als kompensieren werden. Der globale Marktanteil geht jedoch möglicherweise zurück, weil überall auf der Welt neue Ressourcen erschlossen werden. Die Schlüsselvariable wird auf lange Sicht sein, ob die Golfstaaten in der Lage sind, ein Wirtschaftszentrum zu werden, in dem auch die Menschenrechte der Fremdarbeiterschicht mehr Beachtung finden.

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Debatte um Sicherheit für Juden

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Die Berliner Direktorin des American Jewish Committee, Deidre Berger, empfiehlt nach dem tödlichen Anschlag auf einen Wachmann einer Synagoge in Kopenhagen ein neues Sicherheitskonzept für jüdische Einrichtungen.


evangelisch.de

Für Juden in Deutschland sei das ein schwieriger Balanceakt, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagsausgabe): „Wir wollen kein jüdisches Leben hinter Mauern, aber wir müssen zugleich unsere Sicherheit schützen.“ Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, appellierte bei „Welt online“ an die Sicherheitsbehörden, weiterhin „wach zu bleiben und die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen nochmals kritisch zu überprüfen“.

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Hellseher, die die Zukunft nicht sehen

„Esoterik-Clown“ Pjotr Wasabi führte Astro TV vor. – Foto: Screenshot Twitter
Mit einem skurrilen Auftritt protestierte das „Peng Collective“ gegen den „Lebensberatungs“-Sender.


Kurier.at

Eigentlich steht der Sender Astro TV ja für so etwas wie Wahrsagerei – zumindest wenn der Anrufer fünf Euro in der Minute zahlt. Geht es um die eigene Zukunft, scheinen die Damen und Herren des „Lebensberatungs“-Senders allerdings keinen allzu großen Weitblick zu haben. Weder das schwingende Pendel, die gelegten Tarot-Karten noch der Tratsch mit den Engeln haben Astro TV vor der Berliner Protestgruppe „Peng Collective“ gewarnt, geschweige denn geschützt, berichtet unter anderem stern.de.

Der Gruppe war es gelungen, ihren „Esoterik-Clown“ Pjotr Wasabi in die Live-Sendung „Besser leben – Zeit für mich“ am Donnerstagnachmittag einzuschleusen. Beim Gespräch mit Moderator Jens Garling philosophierte Wasabi zuerst in bester Astro-TV-Manier von dunklen Ecken und hellen Plätzen, bevor er Garling zu einem Experiment bat.

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Reaktion auf Anschläge: Grüne fordern „Tag des Karikaturisten“

Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Karikaturisten leben gefährlich – das hat der Anschlag in Kopenhagen erneut gezeigt. Die Grünen fordern nun einen symbolischen Gedenktag für die Freiheit der Zeichner. Er soll am Jahrestag des Attentats auf „Charlie Hebdo“ begangen werden.


Von Matthias Gebauer|SpON

Vor wenigen Wochen töteten islamistische Attentäter in Paris beim Überfall auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen. Auch der Anschlag auf eine Diskussionsveranstaltung in Kopenhagen könnte einem Karikaturisten gegolten haben – auf dem Podium saß unter anderen der Zeichner schwedische Zeichner Lars Vilks.

Angesichts der Angriffe fordern die Grünen nun von der Bundesregierung, sich für einen internationalen Tag der Karikaturisten einzusetzen. In einem Brief an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ruft der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Omid Nouripour, dazu auf, sich gemeinsam mit der französischen Regierung bei den Vereinten Nationen für einen solchen Tag stark zu machen.

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Das Mädchen, das für Amerika nicht existiert

Alecia Pennington hat ein Problem: Sie hat keine Papiere. Ihre Eltern – fundamentale Christen – ließen sie nie registrieren und unterrichten sie zu Hause. Für Amerika gibt es die 19-Jährige nun nicht.


Von Katja Mitic-Pigorsch|DIE WELT

„Mein Name ist Alecia Faith Pennington, und ich bin eine Bürgerin der Vereinigten Staaten.“

Mit diesen Worten beginnt das knapp 90 Sekunden lange YouTube-Video mit dem Titel „Help Me Prove It“ (auf Deutsch: Helft mir, es zu beweisen). Seit Februar haben bereits mehr als eine Million Menschen den Appell der jungen Frau aus Texas mit dem gebundenen Zopf, die eindringlich um Hilfe bittet, angesehen.

Denn Alecia hat ein Problem: Sie besitzt keine offiziellen Papiere, weil ihre streng religiösen Eltern sie nach der Geburt nie bei den Behörden registrieren ließen. Das hat nun, da Alecia erwachsen ist und ein eigenständiges Leben führen möchte, dramatische Folgen: Technisch gesehen existiert sie für Amerika nicht. „Ich kann keinen Führerschein machen, keinen Job finden, nicht zur Schule gehen, kein Flugticket kaufen, kein Bankkonto eröffnen oder wählen.“

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Lars Vilks: Der „Clown der Kunstszene“ wird zur Zielscheibe

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
Der Schwede Lars Vilks ist wegen seiner Mohammed-Karikaturen seit 2007 im Visier von Islamisten


Von Teresa Eder|derStandard.at

Der schwedische Karikaturist Lars Vilks kennt das Leben mit der Gefahr. Seit er 2007 den Propheten Mohammed in Hundegestalt gezeichnet hat, lebt er unter dauerndem Polizeischutz. Die Armada an Bodyguards um ihn herum ist Alltag, die damit verbundene Einschränkung seiner Lebensqualität hat Vilks akzeptieren müssen. Wo er lebt, darf niemand wissen.

Zusätzlich zu den Todesdrohungen, die im Zuge des Karikaturenstreits ausgesprochen wurden, hat 2007 der „Islamische Staat im Irak“ – die Vorläuferorganisation der IS-Terrormiliz – ein Kopfgeld von 150.000 Dollar (132.000 Euro) ausgesetzt.

Die US-Amerikanerin und Jihadistin Colleen LaRose sitzt aufgrund ihrer Anschlagspläne gegen Vilks die nächsten zehn Jahre hinter Gittern. Die Polizei agiert daher rasch, mitunter aber auch übereilt – wie 2013 bei einem Interview mit dem Standard, das abgebrochen werden musste, weil ein Mann mit einer Waffenattrappe die Kunstgalerie in Malmö betreten wollte.

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Frankreich: Hunderte Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

Screenshot/Twitter
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Auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs sind mehrere hundert Gräber geschändet worden. Das teilte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Sonntagabend mit. Demnach ereignete sich der Vorfall in Sarre-Union im Verwaltungsgebiet Bas-Rhin.


FOCUS ONLINE

Auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs sind mehrere hundert Gräber geschändet worden. Das teilte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Sonntagabend mit. Demnach ereignete sich der Vorfall in der Ortschaft Sarre-Union im Verwaltungsgebiet Bas-Rhin. Cazeneuve verurteilte „diese abscheuliche Tat“ „aufs Schärfste“. „Die Republik wird diese neue Verletzung der von den Franzosen geteilten Werte nicht tolerieren“, erklärte der Innenminister. Genauere Angaben zu der Tat machte er nicht.

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Konflikt um Bremer Pastor Latzel erreicht den Landtag

Bild: bb
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Die Bürgerschafts-Fraktion der Linken legte eine Entschließung „gegen Hasspredigten und Diskriminierung von der Kanzel“ vor, die die Parlamentarier in der kommenden Woche behandeln sollen.


evangelisch.de

Darin heißt es, die Bremische Bürgerschaft distanziere sich von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten.

Der konservative Pastor Latzel hatte in einem Gottesdienst am 18. Januar das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“ und Buddha als „dicken, fetten Herrn“ bezeichnet. Zudem sprach er vom katholischen „Reliquiendreck“, die katholische Lehre sei „großer Mist“. Für einige dieser Formulierungen hat sich der 47-jährige Pastor zwischenzeitlich entschuldigt, betonte aber gleichzeitig, er habe ausschließlich gegen Religionsvermischung gepredigt.

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