Sexualstraftaten: Kirche entschädigt Missbrauchs-Opfer

Quelle: www.bgland24.de
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  • Die beiden externen Missbrauchsbeauftragten der Kirche legen ihren ersten Zwischenbericht vor.
  • Seit April 2011 hat das katholische Erzbistum München und Freising insgesamt 147 000 Euro an 29 Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt, deren juristische Ansprüche verjährt sind.
  • Die meisten Anträge auf Geldzahlungen bezogen sich auf Fälle aus den Fünfziger- bis Achtzigerjahren, der jüngste ereignete sich Anfang der Neunzigerjahre.


Von Jakob Wetzel|Süddeutsche.de

Das katholische Erzbistum München und Freising hat seit April 2011 insgesamt 147 000 Euro an 29 Opfer sexuellen Missbrauchs gezahlt, deren juristische Ansprüche auf Schmerzensgeld oder Entschädigung verjährt sind. Das geht aus dem ersten Zwischenbericht der beiden externen Missbrauchsbeauftragten der Kirche hervor, der jetzt veröffentlicht worden ist.

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Saudi cleric rejects that Earth revolves around the Sun

A Saudi cleric has appeared in a recent video rejecting the fact that the Earth revolves around the Sun and claiming the opposite holds true, prompting a wave of social media remarks.


Al Arabiya News

Answering a student question on whether the Earth is stationary or moving, Sheikh Bandar al-Khaibari replied: „stationary and does not move.“

He then attempted to support his argument by quoting some clerics and selected religious statements. But his most controversial method to debunk the rotation theory was a „logical“ deduction in which he used a visual.

“First of all, where are we now? we go to Sharjah airport to travel to China by plane, clear?! focus with me, this is Earth;” he said, holding a sealed water cup.

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Heilpraktiker: Mit Weißbrot gegen Krebs – da wird es gefährlich

So wie Homöopathen und Naturheilkundler werben auch Heilpraktiker mit einer angeblich sanften und ganzheitlichen Medizin. Doch manches ist gefährlich. Illustration: Lisa Bucher
Sie wähnen sich im Besitz exklusiven Wissens und überschreiten oft selbstbewusst ihre Befugnisse: Dabei kann man in Deutschland Heilpraktiker werden, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Erfahrungsbericht aus einer Heilpraktiker-Ausbildung.


Von Anousch Mueller|Süddeutsche.de

Die Kanüle ist 20 Zentimeter lang. Eine junge Frau liegt auf einer Untersuchungsliege, sie hat den Unterbauch frei gemacht. Neben ihr sitzt ein Heilpraktiker. Er setzt die Kanüle auf der Bauchdecke der Patientin an und sticht Stück für Stück durch Haut- und Muskelschichten hindurch, bis er im sogenannten Douglas-Raum, einer Aussackung zwischen Uterus und Rektum, angelangt ist. Dort injiziert er ein Lokalanästhetikum. Die Patientin krallt sich während dieser Prozedur an der Liege fest und jammert kläglich. Aber sie nimmt diese Behandlung auf sich, schließlich erhofft sie sich davon Linderung ihrer Menstruationsbeschwerden.

Um die Untersuchungsliege stehen zehn Menschen unterschiedlichen Alters herum. Es sind Heilpraktiker-Anwärter, denen an diesem Tag eine Technik der Neuraltherapie demonstriert wird. Bei diesem wissenschaftlich nicht anerkannten Verfahren wird ein Lokalanästhetikum zur Beseitigung eines vermeintlichen Störfeldes gespritzt. Diese Szene spielte sich 2010 an einer Berliner Heilpraktikerschule ab. Sie war ein illegaler Akt.

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Cadenzza/Swarovski: Gegen den bösen Blick – religiös-esoterisch

Hand von Fatima, Symbolbild, wikimedia.org/CC BY 3.0
Fiona Pacifico Griffini-Grasser hat eine Schmuckkollektion, die von ihrem Glauben inspiriert ist, lanciert.


Die Presse.com

Fiona Pacifico Griffini-Grasser hat für das Label Cadenzza der Firma Swarovski Schmuck designt. Die Urenkelin des Unternehmensgründers Daniel Swarovski und Ehefrau von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat sich bei ihren Entwürfen von höheren Mächten leiten lassen, namentlich Buddha und der Hand von Fatima. Die ersten Stücke der Kollektion „by fiona“ sind ab März erhältlich.

Für die „Buddha-Kollektion“, das Cadenzza-Debüt der Jetset-Lady, habe sie auch die beiden verwendeten Kristallschliffe selbst kreiert. Seit dem vergangenen Jahr bringe sie „ihre mehr als 20 Jahre Erfahrung in Design und Kunst“ bei der Modeschmuckmarke als „Design Director“ ein und spüre Trends und Talente auf.

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67P/Tschurjumow–Gerasimenko: Scharfe Bilder von Rosettas Sturzflug

© ESA/Rosetta/NavCam CC BY-SA
© ESA/Rosetta/NavCam
CC BY-SA
Am Wochenende näherte sich die Rosetta-Raumsonde ihrem Kometen 67P/Tschurjumow–Gerasimenko extrem an. Nun hat die ESA Porträts des Vorbeiflugs veröffentlicht.


Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

Auch wenn die kleine Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumov–Gerasimenko momentan mangels Strom schweigt, geht die Mission der Hauptsonde Rosetta weiter: Am Samstag, 14. Februar, passierte sie ihr Ziel in wenigen Kilometern Höhe und schoss dabei eindrucksvoll detaillierte Bilder der Kometenoberfläche: Zu sehen sind beispielsweise zahlreiche Gesteinsbrocken auf 67P, deren Durchmesser zwischen wenigen bis hin zu Dutzenden Metern reicht.

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Christliche Publizisten rügen das Familienverständnis der EKD

ekdDer ACP bringt Sorge über den Verfall der traditionellen Familie zum Ausdruck


kath.net

Der Arbeitskreis Christlicher Publizisten (ACP) kritisiert das Verständnis von Ehe und Familie der EKD. Die Vereinigung sehe den Verfall der traditionellen Familie mit Sorge, hieß es auf der jüngsten ACP-Tagung in Fritzlar (Nordhessen). Die Organisation widerspricht der EKD, die die Gleichwertigkeit der Ehe von Mann und Frau mit anderen Formen des Zusammenlebens vertrete. Der ACP bezieht sich dabei auf eine Orientierungshilfe, die der Rat der EKD 2013 veröffentlicht hat. Darin rückt das Leitungsgremium von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und schließt etwa auch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie „Flickenteppich-Familien“ ein.

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Israel: Hetzvideo vergleicht Europa mit Nazis

Ein israelisches Siedlerkomitee hat in einem Videoclip Europa mit den Nationalsozialisten und linksorientierte Israelis mit jüdischen Kollaborateuren verglichen.


Tageblatt.lu

Abgeordnete der linksliberalen Merez-Partei sowie die Friedensorganisation Peace Now forderten daraufhin polizeiliche Ermittlungen wegen Hetze, wie die israelische Zeitung „Haaretz“ am Montag berichtete.

Das einen Monat vor den Parlamentswahlen veröffentlichte Video „Der ewige Jude“ zeigt einen Mann namens „Herr Stürmer“. Der Mann, dessen Gesicht nicht zu sehen ist, liest eine Zeitung mit dem Titel „Hasmol“ (hebräisch für die Linke), spricht mit starkem deutschen Akzent und lacht immer wieder teuflisch.

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Die Rolle der Frau im Dschihad

Bild. Getty
Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass der Frauenanteil in der Salafisten-Szene bei 10 Prozent liegt. Wie kann sich ausgerechnet ein junges Mädchen, das im Westen sozialisiert wurde und in ein heiratsfähiges Alter gekommen ist, nur dafür entscheiden, sich in ein frauenfeindliches Milieu wie das der Salafisten zu begeben?


Von Lamya Kaddor|The Huffington Post

Diese Frage treibt viele um. Und, offen gestanden,kann man sie nur ansatzweise beantworten, denn es gibt einfach noch keine verlässlichen Studien, die das erklären könnten. Aber es gibt erste Überlegungen.

Der herangezogene »theologische« Unterbau der Salafisten basiert auf dem Konzept des Antagonismus von dār al-harb (»Gebiet des Kriegs«) und dār al-islām (»Gebiet des Islam«) beziehungsweise dār al-‚ahd (»Gebiet des Vertrags«). Der Dschihad eines jeden jungen Mannes soll in ihren Augen so aussehen, dass er sich am bewaffneten Kampf zumindest zur Verteidigung der umma unbedingt beteiligt. Nach salafistischer Lesart müssen auch Frauen in diesem »Verteidigungskampf« des dār al-islām ihren Beitrag leisten – freilich nicht auf dem Schlachtfeld (obwohl es da auch anderslautende Stimmen gibt), sondern eher passiv. Der Einsatz der Frauen im Dschihad dient primär der Stärkung und Unterstützung der Kämpfer und zukünftigen »Märtyrer«.

Junge Mädchen, die in den Dschihad ziehen und aus traditionellen Elternhäusern stammen, wissen um die ihnen vermutlich sowieso vorbestimmte Rolle als Ehefrau und Mutter. Sie hegen in diesem Zustand oft verzerrte, naive und kitschig-romantische Vorstellungen von Familie, Liebe und Ehe.

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Sexualpädagogik muss Grenzen respektieren

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Bundesmissbrauchsbeauftragter: Es sei eine bekannte Täterstrategie, Kinder in Gespräche mit sexuellen Themen zu verwickeln und ihre schützenden Widerstände mit falscher Scham abzutun.


kath.net

Nach Ansicht des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, muss die Sexualpädagogik Grenzen respektieren. Wenn Schüler etwa über ihre eigenen sexuellen Erfahrungen sprechen sollen, sei das nicht akzeptabel, erklärte Rörig in einem Beitrag für die Berliner «tageszeitung». Es gelte sensibel mit den Grenzen ihrer Intimität und Scham umzugehen.

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Der lange Marsch von Khomeini zu „Charlie Hebdo“

Foto: TAUSEEF MUSTAFA/AFP/Getty Images Im indischen Kaschmir trampelten schon 2006, im ersten Karikaturen-Streit, Muslime auf einer dänischen und israelischen Flagge herum und verbrannten diese später
Warum halten die Steuermänner des Islam am politischen Welt-Kalifat und an der Rechtsfigur der Scharia fest? Vielleicht auch aus Trotz, weil man in der Geschichte schmählich hintergangen wurde.


Von Herbert Kremp|DIE WELT

Wenn an Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ („Soumission“) etwas beunruhigen könnte, wäre es die Voraussage der großen Staatsumwandlung der gaullistischen Fünften Republik in das „unsterbliche“ islamische Frankreich, die ewige Koalition der Muslimbrüder und Genossen unter dem sanft-mohammedanischen Staatspräsidenten Ben Abbas just im literarischen Moment des realen Attentats in Paris. 2022 wäre das Stichjahr des Weltdramas, mit den Schüssen gegen die Karikaturisten, diesen und kommenden, in eine Art unauflösbaren Zusammenhang gesetzt. Dies versetzte Houellebecq in den Stand des Konspirateurs.

Wenn es so weit sein würde, gäbe es keinen „Widerstand“ wohl infolge der streng-öden mohammedanischen Erziehung. Meint der Autor. Dagegen formiert sich keine Karl-Martell-artige Bewegung. Präsident Hollande gab nach dem Attentat auf dem Flugzeugträger eine Pappmaschee-Aufführung. Premier Manuel Valls sah sich im Krieg wie George W. Bush 2001. Der Krieg, so Valls, werde Frankreich retten. Seine erste Amtshandlung bezüglich der Pressefreiheit war die Unterdrückung eines Houellebecq-Interviews!

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Hetze gegen Islam: Redaktion „unglücklich“ über Anzeige

Bild: BR
Auf einer halben Seite hat die „Passauer Neue Presse“ in ihrer Ausgabe am Samstag (14.02.15) einem islamkritischen Verein Platz gegeben, seine Ansichten über die Religion zu verbreiten. Die Redaktion ist darüber „sehr unglücklich“.


Bayrischer Rundfunk

Der Verein „Die Deutschen Konservativen e.V.“, der dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wird, hatte die Anzeige gegen Bezahlung aufgegeben. Auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks hat sich jetzt Ernst Fuchs, Chefredakteur der „Passauer Neuen Presse“ dazu geäußert. Die Redaktion sei über das Erscheinen der Anzeige „sehr unglücklich“. Der Auftrag sei von der Anzeigenabteilung der Verlagsgruppe „wie jede andere Werbeannonce“ behandelt worden. Zwar habe man den Inhalt juristisch prüfen lassen, jedoch „die politische Brisanz verkannt“. Die Anzeige sei dann ohne Wissen der Redaktion am Samstag wie gebucht ins Blatt gesetzt worden.

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Mars: Riesenwolke gibt Rätsel auf

Die Marswolke war so groß, dass sie sogar in dieser Komplettansicht auffiel © Grupo Ciencias Planetarias (GCP) – UPV/EHU
Unerklärliches Mars-Phänomen: Eine riesenhafte Wolke in der Marsatmosphäre gibt Planetenforschern Rätsel auf. Denn das bisher erst zwei Mal beobachtete Gebilde passt zu keinem der gängigen Wetterphänomene des Roten Planeten – weder zu Eiswolken noch zu Staubstürmen oder Polarlichtern. Was dieses Phänomen auslöst und warum es seit 2012 nie mehr gesehen wurde, bleibt vorerst unerklärlich, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ konstatieren.


scinexx

Die Atmosphäre des Mars ist zwar sehr dünn, dennoch gibt es in ihr gewaltige Staubstürme, in denen es sogar blitzen kann, sowie Wolken aus Wassereis oder gefrorenem Kohlendioxid. Allen diesen Wetterphänomen ist aber gemeinsam, dass sie nie über etwa 100 Kilometer Höhe hinausreichen. Selbst die marsianischen Nordlichter leuchten meist nur rund 130 Kilometer von der Oberfläche des Roten Planeten entfernt.

Riesenwolke bei Tagesanbruch

Umso seltsamer ist ein Phänomen, dass Amateurastronomen im März 2012 entdeckten: An der Tag-Nacht-Grenze des Mars beobachteten sie eine gewaltige Ausbeulung der Marsatmosphäre. Dieses sehr helle, diffuse Gebilde ragte bis in mehr als 250 Kilometer Höhe hinauf und reichte damit weit in die Ionosphäre und Exosphäre des Roten Planeten hinein.

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Zentralratspräsident Schuster sieht keinen Grund für Auswanderung

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, sieht ungeachtet des tödlichen Anschlags auf den Wachmann einer Synagoge in Kopenhagen keinen Grund für die in Deutschland lebenden Juden, das Land zu verlassen.


evangelisch.de

„Ich halte jüdisches Leben in Deutschland weiterhin für möglich und sehe derzeit keinen Grund, warum Juden Deutschland verlassen sollten“, sagte Schuster der „Berliner Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Voraussetzung sei allerdings, dass jüdische Einrichtungen weiterhin gut geschützt würden, fügte er hinzu.

Schuster sagte, er vertraue sowohl der Bundesregierung als auch den Sicherheitsbehörden. Die Angst vor Terroranschlägen sollte möglichst kein Grund sein, das eigene Land zu verlassen. „Denn dann hätten die Terroristen schon eines ihrer Ziele erreicht“, sagte Schuster.

Nach dem tödlichen Anschlag von Kopenhagen war zu Wochenbeginn die Debatte über eine Auswanderung von Juden und die Sicherheit jüdischer Einrichtungen neu aufgebrochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte den Juden in Deutschland ihre Unterstützung zu. Man werde alles dafür tun, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und die Sicherheit der Bürger, die jüdischer Herkunft sind, gewährleistet werde, sagte sie am Montag in Berlin.

Spanien: Verjährung stoppt Missbrauchsklagen gegen Geistliche

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Die Justiz hat am Montag im südspanischen Granada die Anklagen gegen neun katholische Priester wegen Kindesmissbrauchs fallen gelassen. Die sexuellen Übergriffe auf einen ehemaligen Messdiener zwischen 2004 und 2007 seien als Straftat verjährt, erklärte das zuständige Gericht. Die Priester gehören dem Romanones-Clan an, einer als sektenähnlich beschriebenen Gruppe von Geistlichen. Ihnen waren sexueller Missbrauch, Exhibitionismus und die Verschleierung von Beweisen zur Last gelegt worden.


kathweb

An der Anklage gegen Clan-Führer Roman Martinez wolle das zuständige Gericht aber weiter festhalten, berichteten spanische Medien. Sollte sich der Vorwurf des „andauernden sexuellen Missbrauchs“ bestätigen, drohen dem Geistlichen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Affäre war bekanntgeworden, nachdem das heute 25-jährige Missbrauchsopfer in einem Brief an Papst Franziskus die sexuellen Übergriffe geschildert hatte. Im letzten August hatte der Papst daraufhin den jungen Mann persönlich angerufen, um sich im Namen der Kirche zu entschuldigen. Zugleich hatte er kircheninterne Ermittlungen angeordnet.

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W00t: Braunschweig und „zuverlässige Staatsschutzquellen“

(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)
(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)
Nach dem Aus für den Braunschweiger Karnevalsumzug machen die Sicherheitsbehörden klar: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Niedersachsens Ministerpräsident lobt die Behörden für „umsichtige Arbeit“.


evangelisch.de

Nach der Absage des Braunschweiger Karnevalsumzuges wegen einer Terrorwarnung hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Arbeit der Sicherheitsbehörden gelobt. „Es kommt darauf an, in entsprechenden Situationen immer wieder ruhig und nüchtern abzuwägen“, sagte Weil am Montag in Hannover. Das sei mit der Absage des Karnevalumzuges in Braunschweig geschehen. Wegen eines befürchteten Anschlags mit islamistischem Hintergrund ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Hannover.

Weil betonte zugleich, dass der überwiegende Teil der in Deutschland lebenden Muslime „sich zu unseren Werten und zu unserer Verfassung bekennt“. Die Gesellschaft dürfe sich nicht durch Extremisten spalten lassen, sagte er.

„konkrete Gefährdung durch einen Anschlag“

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Hannover die Ermittlungen übernommen. Dort gebe es eine spezialisierte „Zentralstelle zur Bekämpfung des politisch und religiös motivierten Terrorismus“, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker dem epd. Die Stelle sei als Folge der Anschläge auf das World Trade Center in New York 2001 eingerichtet worden.

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Niedersachsen Ministerpräsident Weil: Datum für Staatsvertrag mit Muslimen offen

Niedersachsen © MiG

 

Eigentlich war der Staatsvertrag mit den Muslimen für Anfang 2015 terminiert. Unterschrieben wurde bisher aber nichts. Grund ist die islamfeindliche “Pegida”-Bewegung. Die Diskussion hat sich laut Ministerpräsident Weil zugespitzt. Auch am Kopftuchverbot hält er inzwischen fest.


MiGAZIN

Ob das Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen in Niedersachsen gelockert werden kann, ist nach den Worten von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) weiter offen. “Wenn überhaupt, kann es nur um Ausnahmen gehen, um den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen möglich zu machen”, sagte Weil dem Bremer Weser Kurier. “Es ist aus meiner Sicht wichtig, dass wir den Bereich islamische Religion an unseren staatlichen Schulen besetzen.”

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Schweiz: Koexistenz der Religionen

coexistDer demokratische Rechtsstaat hat die Religionsausübung zu schützen und zu ermöglichen. So ist auch Art. 15 der schweizerischen Bundesverfassung von 1999 zu lesen, der die Glaubens- und Gewissensfreiheit, mithin die Religionsfreiheit, gewährleistet. Danach darf Religion nicht nur individuell, sondern auch in Gemeinschaft gelebt werden. Religion ist nicht (nur) Privatsache, sondern darf bzw. muss sich auch auf den öffentlichen Raum erstrecken.


Von Quirin Weber|Neue Zürcher Zeitung

Das Verhältnis von Staat, Kirche(n) und Religionsgemeinschaften ist ein Produkt der Geschichte – im besten Falle ausbalanciert, aber nie perfekt. Die Beziehung zwischen Staat, Kirchen und Religionen darf nicht dem Zufall überlassen, sondern muss geordnet werden. Dazu hat der Staat die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen bereitzustellen, um religiöse Vielfalt in der pluralistischen Gesellschaft zu ermöglichen. Für Kirchen und Religionsgemeinschaften braucht es eine tragfähige und dauerhafte Koexistenzordnung, damit sie ihre gesellschaftsrelevante Rolle in der Öffentlichkeit spielen können.

Religionsfreiheit

Ausgangspunkt jeglicher religionsrechtlichen Gestaltung ist das Grundrecht der Religionsfreiheit, das eine Errungenschaft des demokratischen Rechtsstaates darstellt. Nach schweizerischem Rechtsverständnis leitet sich die religiös-weltanschauliche Neutralität des modernen Staates aus dem Grundrecht der Religionsfreiheit ab.

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Theologe Graf wirbt für differenziertes Islam-Bild

Theologe Friedrich Wilhelm Graf (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)
Nach dem Attentat von Kopenhagen hat der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf vor Stimmungsmache gegen den Islam gewarnt.


evangelisch.de

„Der Islam ist in sich hochgradig differenziert“, sagte der emeritierte Professor für Systematische Theologie und Ethik am Montag im Deutschlandradio Kultur. Graf forderte, die Vielfalt und die demokratischen Traditionen im Islam sichtbar zu machen. Es gebe auch einen moderaten, an Aufklärung orientierten und demokratiekompatiblen Islam.

Unter anderem verwies er auf die Demokratie mit islamischer Prägung auf den Philippinen. Er fügte hinzu: Genauso wie es Vielfalt in der Gesellschaft gebe, gebe es diese auch in den Religionen: „Begriffe wie das Christentum, das Judentum, der Islam sind im Kern wenig hilfreich.“ Alle drei Religionen seien in sich hochgradig differenziert. „Es gibt nicht das Christentum, es gibt viele Christentümer. Und dasselbe gilt für das Judentum und den Islam“, sagte der Theologe.

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Pegida-Thesen an der Kirchentür – was plant Lutz Bachmann als Nächstes?

Thesenanschlag, Bild: EKD
Erst „Wir sind das Volk“ und jetzt das: Pegida-Gründer Lutz Bachmann hat Glaubenssätze seiner Bewegung an eine Kirchentür geheftet – fast wie einst Martin Luther. Darunter machen sie es nicht. Aber der nächste Coup könnte schwierig werden.


von Paul Munzinger|Süddeutsche.de

Am Sonntag heftete Pegida-Frontmann Lutz Bachmann ein Blatt Papier in Klarsichtfolie an die Tür der Kreuzkirche in Dresden: die sogenannten „Dresdner Thesen“. Nach exklusiven SZ-Informationen soll die Anspielung auf Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg im Jahre 1517 erst der Anfang gewesen sein. Im Folgenden veröffentlichen wir das Protokoll eines vertraulichen Gesprächs zwischen Bachmann und dem Leiter des Pegida-Organisations-Teams.

Bachmann: Na, super gelaufen, die Luther-Nummer, oder?

Leiter Orga-Team: Total! Wir brauchen positiv besetzte Figuren, Freiheitskämpfer, die sich dem Diktat der Political Correctness widersetzen. Wir müssen zeigen, in welcher Tradition wir stehen. Mit deinen Facebook-Bildern hast du dich da ein bisschen verrannt, Lutz. Guter Ansatz, unglückliche Ausführung, aber darüber haben wir ja schon gesprochen. „Wir sind das Volk“, das ist unser Maßstab.

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Kirchenasyl: Ein frommes Hirngespinst

justiz_gross

„Kirchenasyl“ ist weder rechtsstaatlich noch verfassungsmäßig
Kirchenasyl ist eine klerikale Erdichtung, ein frommes Hirngespinst. Es hat weder etwas mit Politik – aus der sollten Kirchen sich eigentlich besser raushalten – noch mit Humanität zu tun, die hier gern reklamiert wird. Die Kirche war und ist kein Ort der Humanität, sondern in ihrer monarchisch-autoritären Verfasstheit geradezu das Gegenteil. Schon das Wort „Kirchenasyl“ ist ein rechtsstaatlicher Unfug. Was also soll das Getue ums Asyl unter Kirchtürmen?


Von Arno Kleinebeckel|TELEPOLIS

Das ist passiert: Ein namhafter Politiker der C-Partei, Bundesinnenminister Thomas de Maizère, verglich im Radio das Kirchenasyl mit der Scharia – auch zum Missfallen eigener Parteigenossen. Der Minister wörtlich: „Die Scharia ist auch eine Art Gesetz für Muslime, sie kann aber in keinem Fall über deutschen Gesetzen stehen.“ Basta. Der ministerialen Logik zufolge kann also das sogenannte Kirchenasyl auch nicht über deutschen Gesetzen stehen. Oder etwa doch?

Gleich stehen die Prälaten, ihre Kollegen und Helfershelfer wieder mal Kopf, sozusagen im ökumenischen Kopfstand, katholisch wie evangelisch, beidseitig empört. Hier geht es um fromme Propaganda, ein angebliches christliches Schutzrecht, man proklamiert „Beistandspflicht“. Das ist gut, eine Beistandspflicht hätte man sich vor 75 Jahren gewünscht, als die fromme Hierarchie sich anstandslos unterm Hakenkreuz wegduckte. Die Verdrängung damals führte unter anderem zum gewaltsamen Tod von sechs Millionen Juden, für die kein „christlicher“ Fürsprecher die Stimme erhob.

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