Der lange Marsch von Khomeini zu „Charlie Hebdo“


Foto: TAUSEEF MUSTAFA/AFP/Getty Images Im indischen Kaschmir trampelten schon 2006, im ersten Karikaturen-Streit, Muslime auf einer dänischen und israelischen Flagge herum und verbrannten diese später
Warum halten die Steuermänner des Islam am politischen Welt-Kalifat und an der Rechtsfigur der Scharia fest? Vielleicht auch aus Trotz, weil man in der Geschichte schmählich hintergangen wurde.


Von Herbert Kremp|DIE WELT

Wenn an Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ („Soumission“) etwas beunruhigen könnte, wäre es die Voraussage der großen Staatsumwandlung der gaullistischen Fünften Republik in das „unsterbliche“ islamische Frankreich, die ewige Koalition der Muslimbrüder und Genossen unter dem sanft-mohammedanischen Staatspräsidenten Ben Abbas just im literarischen Moment des realen Attentats in Paris. 2022 wäre das Stichjahr des Weltdramas, mit den Schüssen gegen die Karikaturisten, diesen und kommenden, in eine Art unauflösbaren Zusammenhang gesetzt. Dies versetzte Houellebecq in den Stand des Konspirateurs.

Wenn es so weit sein würde, gäbe es keinen „Widerstand“ wohl infolge der streng-öden mohammedanischen Erziehung. Meint der Autor. Dagegen formiert sich keine Karl-Martell-artige Bewegung. Präsident Hollande gab nach dem Attentat auf dem Flugzeugträger eine Pappmaschee-Aufführung. Premier Manuel Valls sah sich im Krieg wie George W. Bush 2001. Der Krieg, so Valls, werde Frankreich retten. Seine erste Amtshandlung bezüglich der Pressefreiheit war die Unterdrückung eines Houellebecq-Interviews!

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