Kirchenasyl: Ein frommes Hirngespinst


justiz_gross

„Kirchenasyl“ ist weder rechtsstaatlich noch verfassungsmäßig
Kirchenasyl ist eine klerikale Erdichtung, ein frommes Hirngespinst. Es hat weder etwas mit Politik – aus der sollten Kirchen sich eigentlich besser raushalten – noch mit Humanität zu tun, die hier gern reklamiert wird. Die Kirche war und ist kein Ort der Humanität, sondern in ihrer monarchisch-autoritären Verfasstheit geradezu das Gegenteil. Schon das Wort „Kirchenasyl“ ist ein rechtsstaatlicher Unfug. Was also soll das Getue ums Asyl unter Kirchtürmen?


Von Arno Kleinebeckel|TELEPOLIS

Das ist passiert: Ein namhafter Politiker der C-Partei, Bundesinnenminister Thomas de Maizère, verglich im Radio das Kirchenasyl mit der Scharia – auch zum Missfallen eigener Parteigenossen. Der Minister wörtlich: „Die Scharia ist auch eine Art Gesetz für Muslime, sie kann aber in keinem Fall über deutschen Gesetzen stehen.“ Basta. Der ministerialen Logik zufolge kann also das sogenannte Kirchenasyl auch nicht über deutschen Gesetzen stehen. Oder etwa doch?

Gleich stehen die Prälaten, ihre Kollegen und Helfershelfer wieder mal Kopf, sozusagen im ökumenischen Kopfstand, katholisch wie evangelisch, beidseitig empört. Hier geht es um fromme Propaganda, ein angebliches christliches Schutzrecht, man proklamiert „Beistandspflicht“. Das ist gut, eine Beistandspflicht hätte man sich vor 75 Jahren gewünscht, als die fromme Hierarchie sich anstandslos unterm Hakenkreuz wegduckte. Die Verdrängung damals führte unter anderem zum gewaltsamen Tod von sechs Millionen Juden, für die kein „christlicher“ Fürsprecher die Stimme erhob.

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1 Comment

  1. nicht unbedingt „Erdichtung“,so glaubten und glauben die Menschen.aus Angst vor dem Tod zu Göttern…………………

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