Brüder Kouachi: neue Details zur Flucht


charlie_hebdo

Große Lücken bei den Geheimdiensten und Chancen der Polizei, den Ereignissen in Folge des Charlie-Hebdo-Anschlags eine andere Wendung zu geben


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Die im ersten Fluchtauto liegengelassene Tasche mit dem Ausweis von Saïd Kouachi war die wichtigste Spur, aber nicht die einzige, welche die Brüder Kouachi auf ihrer Flucht nach ihrem Mord-Anschlag auf die Charlie-Hebdo-Redaktion zu ihrer Identifizierung hinterlassen haben. Die Arbeit der Geheimdienste war alles andere als perfekt. Ein Polizist hatte die Gelegenheit, einen der Brüder schon vor der Schießerei am Ende zu töten: Le Monde veröffentlichte gestern, gut einen Monat nach dem Attentat, bemerkenswerte Einzelheiten zum Ablauf der Flucht.

In der Gesamtschau bestätigen die Einzelheiten, die nun über die Vorbereitung des Attentats und die Flucht nachgetragen werden, das Bild von drei Personen, die ihre „Mission“, das Attentat auf Charlie-Hebdo und die Ermordung einer Polizistin, zuvor abgesprochen haben und nicht darauf bauten, lebend herauszukommen.

Manches, wie der Umstand, dass die Aktion trotz einer Magendarmvirus-Erkrankung Saïd Kouachis vor der Tat nicht abgebrochen wurde, erhärtet die Annahme, dass die Brüder von der Redaktionssitzung wussten, weswegen man den Anschlag nicht verschieben wollte. Allerdings finden sich in den Zeitungsberichten kein Hinweis darauf, woher die Brüder Kouachi von der Redaktionssitzung wussten. Das Zusammentreffen der Zeichner und Mitarbeiter sollte wegen der Drohungen gegen Charlie Hebdo eigentlich nur informierten Kreis bekannt gewesen sein.

Unbekannt bleibt auch der Inhalt der SMS, die von den Kouachis am Morgen des Charlie-Hebdo-Anschlags, am 7. Januar um 10Uhr19, an eine der 13 (!) Telefonnummern von Amedy Coulibaly ging. Berichtet wird darüberhinaus von einem Treffen zwischen Chérif Kouachi und Amedy Coulibaly in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar.

weiterlesen