Epigenom: „Zweiter Code“ des Lebens kartiert


Eine Anlagerung von Methylgruppen blockiert das Ablesen eines Gens – solche Modifikationen bezeichnet man als Epigenom © Christoph Bock, MPI für Informatik / CC-by-sa 3.0
Im Epigenom liegt das Geheimnis der Vielfalt: Erst diese Modifikation der DNA lässt die vielen verschiedenen Zelltypen oder Gewebe in unserm Körper entstehen – und macht aus unseren Genbuchstaben sinnvolle Sätze. Diesen „zweiten Code“ hat nun erstmals ein internationales Konsortium kartiert. In gleich 20 Veröffentlichungen liefern sie wertvolle neue Erkenntnisse, die die Funktionsweise unseres Erbguts und auch die Entstehung einiger Krankheiten erhellen.


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Alle unsere Zellen tragen das gleiche Erbgut, aber je nach Gewebe und Zelltyp ist jeweils ein anderer Teil davon aktiv und wird abgelesen. Reguliert wird dies über das sogenannte Epigenom – Modifikationen der DNA, die an bestimmten Stellen das Ablesen blockieren. Dies kann durch Anlagerungen von Methylgruppen geschehen, aber auch durch die Faltung der DNA und die Verpackung des Erbguts mit Hilfe von Hüllproteinen.

Stammbaum der Zelltypen

Was jedoch bisher fehlte, war eine umfassende Kartierung, die zeigt, welche epigenetischen Modifikationen für welche Gewebe und Zelltypen typisch sind. Diese Referenz hat das internationale Roadmap Epigenomics Consortium nun geliefert. Für das Projekt analysierten die Forscher das Epigenom von 111 verschiedenen Zelltypen und Geweben. Darunter waren sowohl Zellen aus dem erwachsenen menschlichen Körper als auch unreifes Gewebe aus Embryonen und Stammzellen aus befruchteten Eizellen.

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