Iran: Saman Naseem soll wegen „Feindschaft zu Gott“ hängen


Foto: picture-alliance/ dpa Mitglieder von Amnesty International stehen auf dem Potsdamer Platz in Berlin hinter einem Galgen und demonstrieren mit einem Plakat gegen die Todesstrafe gegen Minderjährige im Iran
Ein junger Iraner ist zum Tode verurteilt worden, am Donnerstag soll das Urteil vollstreckt werden. Der eigentliche Skandal: Er war zum Zeitpunkt seiner „Straftaten“ minderjährig.


Von Dietrich Alexander|DIE WELT

Saman Naseem soll sterben. Am Donnerstag. Durch den Strang. Mit 21 Jahren. Sein „Vergehen“: Mitgliedschaft in der im Iran verbotenen Partei PJAK (Partei für ein Freies Leben in Kurdistan) und die Teilnahme an einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den Revolutionsgarden in der Stadt Sardasht, Provinz West-Aserbaidschan. Das war im Juli 2011, da war Saman Naseem minderjährig, 17 Jahre alt. Im April 2013 fügten die Ankläger des Mullah-Staates noch Feindschaft zu Gott (moharebeh) und Korruption/Verdorbenheit auf Erden (ifsad fil-ard) hinzu, damit am Ende der Prozessfarce wirklich nur eins stehen konnte: ein Todesurteil.

Und so kam es: Das Todesurteil wurde im Dezember 2013 durch den Obersten Gerichtshof bestätigt und nach weiteren zehn Monaten im Orumije-Gefängnis im Westiran im September 2014 an die Vollstreckungsbehörde weitergeleitet. Naseem hatte noch 2011 im Staatsfernsehen ein Schuldgeständnis abgegeben, ein Mitglied der iranischen Eliteeinheit erschossen zu haben.

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