„Younow“: Peepshow aus dem Kinderzimmer


Bei „Younow“ lassen sich Videos in Echtzeit streamen. Gleichzeitig kann man mit den Zuschauern chatten. Viele Nutzer gewähren Fremden so Einblick in ihr Privatleben Foto: pro (Screenshot)
„Younow“ ist der neue Trend bei Kindern und Jugendlichen. Per Streaming-Dienst zeigen sie so selbstgedrehte Videos live im Netz. Dabei verkennen sie aber die Gefahren, warnen Jugendschützer.


pro Medienmagazin

Echtzeitbilder von Teenagern im Schlafanzug vor Boyband-Postern, beim Frisieren und Schminken, in der Schule, beim Sport – das alles kann jeder Zuschauer auf der Video-Plattform „Younow“ sehen. Und über die integrierte Chat-Funktion direkt mit den Jugendlichen kommunizieren. Jugend- und Datenschützer sind besorgt. Viele Eltern wüssten über die Online-Aktivitäten ihrer Kinder nicht Bescheid, warnen Experten.

„Kommunikationsplattformen wie ,Younow‘ sind hoch problematisch“, sagte nun ein Sprecher des Familienministeriums gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Sie verleiteten junge Nutzer dazu, Einblicke in ihre Privatsphäre zu gewähren. Meist seien die Kinder zudem eindeutig identifizierbar. Dadurch würden „Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene“ erleichtert. Einen internetfähigen Rechner mit Webcam oder ein Smartphone mit Kamera und der App – mehr benötigen Nutzer nicht, um ihre Aufnahmen live ins Netz zu übertragen. Der Dienst wurde 2011 in den USA gegründet, seit vergangenem Jahr gibt es „Younow“ auch in Deutschland. Allein im Januar sendeten hiesige Nutzer 16 Millionen Streams, wie das Magazin Stern Anfang Februar berichtete.

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