10 truly bizarre Tea Party bills: From nipples to militias to religious zealotry

A still from Matt Rosendale’s ad „Rifle Shot“ (Credit: YouTube/Matt Rosendale)
The Montana Legislature is now controlled by some far-right loons. You won’t believe what they’re trying to pass


By Eric Stern|Salon

Here are the 10 most bizarre Tea Party bills currently being debated in the Montana Legislature, which is now controlled by the right wing of the Republican Party.  Some of these bills, believe it or not, have a chance of making it to the governor’s desk.

1) Prepare for National Ammunition shortage (SB 122).  When Obama comes to get our guns and bullets, Montana will be ready.  This bill cites the “serious risk” that America might run out of ammunition and exempts Montana’s ammo manufacturers from paying any taxes at all, as an incentive to produce more bullets so we can survive the Obama gun rapture. Its author, Matt Rosendale, was an unsuccessful congressional candidate in 2014 whose campaign ads featured him shooting drones out of the air with a rifle.

2) Establish Armed Militias in Every Town (SB 130). Even if we have enough bullets, Montana could still be in grave danger from the federal government.  This bill would protect citizens by creating local paramilitary groups across the state, known as “home guards,” and would allow sheriffs to mobilize these troops for whatever reason they so choose, without the governor’s consent.  This concept is supported enthusiastically by militia groups whose members enjoy stockpiling firearms but sometimes go to prison.

3) Require that nipples and areolae be fully concealed; prohibit “simulated genitalia”  (HB 365).  Our state already has a general law against indecent exposure but Montana’s social conservatives feel it isn’t enough.  The new proposal lists body parts.  Specifically, it would prohibit “exposing the anus, areola or nipple with anything less than a fully opaque covering.”  Better yet, it would forbid the wearing of “any costume or covering that gives the appearance of, or simulates, the genitals, nipple or areola.”  So much for my Halloween idea.

4) Montana Legislative Dress Code.  A young conservative ascended to speaker of the House this year, and his first order of business was to propose a new dress code that advised women “to be mindful of necklines and skirt lengths” and also to wear only “dress blouses or suit-like dresses,” and never “jersey or fleece material” or leggings.  Areolae and nipples were not mentioned.

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„Kirchenasyl ist christliches Engagement“

Der Mitbegründer der Kirchenasylbewegung, Wolf-Dieter Just, hat die Praxis des Kirchenasyls in der Süddeutschen Zeitung verteidigt Foto: Montecruz Foto | CC BY-NC 3.0
Der Mitbegründer der Kirchenasylbewegung, Wolf-Dieter Just, hat die Praxis des Kirchenasyls verteidigt. In einem Beitrag in der Süddeutschen Zeitung verwies er auf die Christenpflicht und das Grundgesetz, das die Achtung der Menschenwürde anmahnt.


pro Medienmagazin

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte bei einem Treffen mit 19 katholischen Bischöfen deutliche Worte gegen die Praxis des Kirchenasyl gefunden. „Weiß er, was er da sagt?“, fragt Just, der Ehrenvorsitzender der ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ ist und Sozialethik an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum lehrt.

De Maizière könne sich bei seiner Abneigung gegen das Kirchenasyl nicht auf die Verfassung berufen, schreibt Just. Denn Artikel 1 mahne die Unantastbarkeit der Menschenwürde an. Außerdem fordere Artikel 3 der Europäischen Konvention für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“

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Mit Bibelversen gegen den IS-Terror – soll helfen

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Nach der Ermordung 21 ägyptischer Christen durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) in Libyen hat die Ägyptische Bibelgesellschaft ein Faltblatt mit Bibelversen für die Christen ihres Landes herausgegeben.


evangelisch.de

Die Publikation soll an die biblische Botschaft von der Liebe Gottes, aber auch vom Leiden und der Hoffnung der Christen erinnern, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft am Freitag in Stuttgart mit. Zitiert wird beispielsweise ein Jesus-Wort aus dem Johannes-Evangelium (Kapitel 16, Vers 2): „Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst darum.“

Auf dem Faltblatt ist den Angaben zufolge ein Bild aus dem Video der Terrorgruppe zu sehen. Es zeigt die ägyptischen Christen in orangefarbenen Overalls, wie sie von den schwarz gekleideten und maskierten Tätern an einem Strand entlang geführt werden.

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Institut für Menschenrechte vor Erika Steinbach retten

Wenn es nach ihr geht, entscheidet die Bundesregierung mit, wer als ausländischer Missetäter angeprangert wird: Erika Steinbach. Foto: Imago
Eine Gruppe um die CDU-Politikerin Erika Steinbach bremst die Unabhängigkeit des Instituts für Menschenrechte aus und schadet damit Deutschlands Glaubwürdigkeit.


Von Steven Geyer|Frankfurter Rundschau

Dieser Koalitionsstreit ist so unwürdig wie unverständlich: Seit Jahren verlangen die Vereinten Nationen, dass ein Gesetz die Arbeit des renommierten Instituts für Menschenrechte – seit 2001 eine einflussreiche deutsche Stimme gegenüber den UN – regelt und seine Unabhängigkeit festschreibt. Doch obwohl die UN andernfalls im März die Mitspracherechte des Instituts kürzen und obwohl das Gesetz im Koalitionsvertrag vereinbart ist, verhindert es die Unionsfraktion unter allerlei Vorwänden.

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Anschreiben gegen die „Deadline“

todesspritze40 Jahre lang war Albert de Lange Journalist. Dann wurde Krebs bei ihm diagnostiziert. Nun schreibt der Niederländer eine Kolumne, wie sein Leben zu Ende geht. Die letzte Folge soll am Tag nach seinem Tod erscheinen.


Von Benjamin Dürr|evangelisch.de

Das Ende der Geschichte ist schon bekannt. Albert de Lange wird sterben. Trotzdem wird seine Kolumne gelesen – vielleicht auch gerade, weil das Ende bekannt ist. „Gespannt sind natürlich alle vor allem auf die letzten Kolumnen“, sagt er.

Drei Jahrzehnte hat de Lange für die Tageszeitung „Het Parool“ in Amsterdam gearbeitet. Dann wurde Darmkrebs bei ihm diagnostiziert. Nun schreibt er eine Kolumne, wie sein Leben zu Ende geht. „Deadline“ heißt die Serie, die seit Oktober samstags auf Seite sieben der Zeitung gedruckt wird.

Von Tag zu Tag leben

Journalisten sind gut darin, von Tag zu Tag zu leben. Ihr Ziel am Horizont ist die Ausgabe des nächsten Tages. Diese Einstellung zum Leben helfe, wenn man nicht wisse, ob man den Tag übermorgen noch erreiche, sagt de Lange. Nun schreibt er gegen eine ganz andere „Deadline“ an – eine echte „Todeslinie“.

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Bremen: Gepredigter Fundamentalismus – Fundamentalismus ist faschistisch

Die Gemeinde von Olaf Latzel gehört zu den am besten besuchten in Bremen (Symbolbild) Foto: George Redgrave, flickr | CC BY-NC 2.0
Die Aufregung um Olaf Latzel gibt es nur deswegen, weil die Öffentlichkeit von der Kirche kein Evangelium mehr erwartet. Gut für die EKD: Sie kümmert sich sowieso lieber um Gender-Mainstreaming und Umweltschutz.


Von Moritz Breckner|pro Medienmagazin

„Indiskutabel“. Dieses Zauberwort ist heute gebräuchlich, um Debatten zu beenden, denen man sich nicht stellen will. Die Bremische Bürgerschaft beschreibt mit diesem Wort nun offiziell die Predigt von Pfarrer Olaf Latzel, in der er mit teils unfreundlichen Worten gegen Religionsvermischung gewettert hat. SPD, Grüne und Linkspartei haben den Antrag verabschiedet, in dem auch Konsequenzen für den Pfarrer gefordert werden.

Zu Recht kann man nun fragen, auf welcher Grundlage ein Landesparlament Inhalte bewertet, die in einer Kirche vorgebracht werden. Das ist ein beispielloser Vorgang, der gegen die Trennung von Kirche und Staat verstößt und den Eindruck verstärkt, dass es in Deutschland immer wieder zur Diskriminierung von Christen kommt.

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Eine arme Kirche? Lasst ihr doch ihre Pracht!

Foto: pa/ dpa/dpaweb Ein Schatz des Glaubens: Der Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom
Kaum hat das Erzbistum Köln erstmals sein Vermögen veröffentlicht, hagelt es Kritik. Die Kirche solle ihr Geld lieber den Armen geben. Zu Ende gedacht bedeutete dies eine öde Welt.


Von Wolfgang Büscher|DIE WELT

Neulich war ich wieder einmal im Kölner Dom und freute mich an dessen himmelstürmender Pracht – eine Pracht, die übrigens gar nicht so prächtig wirkt, was einfach daran liegt, dass dieser Prachtbau tagtäglich heftig benutzt wird, von früh bis spät finden Messen und Andachten statt.

Und nicht selten schlägt das Benutzte sogar ins Abgenutzte um. Die roten Kleider der Domdiener schauen hier und da ein wenig abgetragen aus, manches Bild ist stark nachgedunkelt, der ganze Bau alles andere als neu und chic.

Nun hat das Erzbistum Köln erstmals seine Vermögensverhältnisse veröffentlicht, und man muss sagen, sie sind äußerst solide. Das Erzbistum ist reich. Natürlich regen sich jetzt die üblichen Verdächtigen auf: Ha, da sieht man’s wieder – Wasser predigen und Wein saufen! Die Kirche soll, wenn sie glaubwürdig sein will, ihr Geld lieber den Armen geben.

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Martin Luther – ein Schandmaul vor dem Herrn

luther_1Wäre Martin Luther, ein Schandmaul vor dem Herrn, heute ein Fall für die Justiz? Die evangelische Kirche hätte heute vermutlich ein Problem mit ihm – wie mit einem fundamentalistischen Pastor aus Bremen. Eine Glosse.


Von Harald Martenstein|DER TAGESPIEGEL

Ein Bremer Pastor namens Olaf Latzel hat eine Predigt gehalten. Seitdem tobt ein Shitstorm. Latzel wird Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Antisemitismus, Rassismus vorgeworfen, die volle Palette, und zwar aus seiner eigenen Kirche.

In seiner Predigt hatte der Pastor an das erste Gebot erinnert, „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Deshalb lehnt er es ab, gemeinsam mit Katholiken oder Muslimen zu beten. Man solle „muslimischen Menschen in Liebe begegnen“, aber sich von ihrem Glauben abgrenzen. Das muslimische Zuckerfest nennt er „Blödsinn“, was unter dem Gesichtspunkt gesunder Ernährung sicher nicht ganz falsch ist.

Liebe Muslime – es ist eure Sache. Aber wenn ihr fit sein wollt, müsst ihr statt den Zucker eher die Ananas feiern. Besonders wütend machen Latzel allerdings die Buddha-Statuen, die überall herumstehen. Buddha sei ein „fetter, alter Herr“ – spielt da auch wieder zu viel Zucker eine Rolle?

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Dodo im Luther-Wahn

Margot-Kässmann

Lutherbotschafterin Margot Käßmann reist derzeit durch die USA, um für das Reformationsjubiläum zu werben. Neben der Freude amerikanischer Christen über das anstehende Fest trifft sie auch auf Sorge über eine Islamisierung Westeuropas.


pro Medienmagazin

pro: Frau Käßmann, Sie führen bei Ihrer USA-Reise Gespräche mit Vertretern der Kirchen, aber auch jüdischer Einrichtungen. Derzeit protestieren wöchentlich Tausende auf deutschen Straßen gegen eine Islamisierung Europas. Teilen Juden und Christen in den USA die Sorgen von Pegida mit Blick auf Europa?

Margot Käßmann: Ich war in San Francisco zu einer Veranstaltung zu diesem Thema in einer Synagoge eingeladen. Das Interesse war sehr groß. Mich hat allerdings erschreckt, wie wenig differenziert das Bild vom Zusammenleben der Religionen in Europa ist. Viele meinen, es gebe tatsächlich eine Art Islamisierung in Westeuropa und Juden täten gut daran, nach Israel auswandern. Im Gespräch mit Rabbiner Brad Artson an der American Jewish University in Los Angeles zeigte sich allerdings ein wesentlich differenzierteres Bild der Lage. Und er hat großes Interesse an einem Dialog über die „Judenschriften“ Martin Luthers.

pro:Gibt es auch eine Sorge vor einer wachsenden Islamisierung in den USA und wenn ja, wie gehen die Kirchen damit um?

Margot Käßmann:Diese Sorge habe ich nicht angetroffen. Aber die Kirchen und auch die theologischen Fakultäten, mit denen ich im Gespräch war, setzen intensiv auf interreligiösen Dialog. Das erscheint manchen wesentlich wichtiger als innerchristliche ökumenische Diskussionen.

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Türkei: Säkularisierungsorder von ganz oben

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkei muss Islamunterricht als Pflichtfach an staatlichen Schulen abschaffen. Der Europäische Menschengerichtshof hat das Land dazu verpflichtet.


taz.de

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg hat die Türkei in letzter Instanz aufgefordert, Islamunterricht als Pflichtfach an staatlichen Schulen abzuschaffen. Laut türkischen Medien vom Donnerstag wies das Straßburger Gericht einen Einspruch der Türkei ab. Somit ist die Regierung in Ankara nun verpflichtet, das Urteil umzusetzen und die Teilnahmepflicht am sunnitisch geprägten Religionsunterricht für muslimische Schüler aufzuheben. Dem widersetzte sich die islamisch-konservative Regierung bislang.

Grundlage für das Urteil war die Klage türkischer Aleviten, einer liberalen Spielart des Islam. Ankara erkennt die Aleviten nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft an und verlangt deshalb die Teilnahme alevitischer Schüler am Pflichtfach Religion. Jüdische und christliche Schüler sind von der Pflichtteilnahme ausgenommen. Alevitische Gläubige äußern immer wieder Vorwürfe, sie würden von der sunnitischen Mehrheit in der Türkei diskriminiert.

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Türkische Abgeordnete prügeln sich schon wieder

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Ein Gesetzesentwurf der Regierungspartei AKP um Befugnisse der Polizei sorgt im türkischen Parlament für handfeste Auseinandersetzungen. Zwei Mal kam es diese Woche zur Prügelei zwischen Abgeordneten.


stern.de

Die geplante Ausweitung der Polizeibefugnisse in der Türkei hat zum zweiten Mal in dieser Woche eine Prügelei im türkischen Parlament ausgelöst. Laut der Nachrichtenagentur Dogan gingen Abgeordnete der Regierungspartei AKP und der Opposition am Donnerstag im Plenum in Ankara aufeinander los, als die Debatte über das Gesetzesvorhaben gerade beginnen sollte.

Der AKP-Gesetzesentwurf sieht erweiterte Befugnisse für die Polizei bei Festnahmen, Durchsuchungen und beim Einsatz von Schusswaffen während Demonstrationen vor. Demnach soll die Polizei Demonstranten bis zu 48 Stunden in Haft nehmen können, ohne dass ein Staatsanwalt oder ein Richter eingeschaltet werden muss. Die Opposition warnt vor einem Abgleiten in den Polizeistaat.

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The ‘paleo diet’ is pseudoscience

Depiction of a man from the stone age (Shutterstock)
Reconstructions of human evolution are prone to simple, overly-tidy scenarios. Our ancestors, for example, stood on two legs to look over tall grass, or began to speak because, well, they finally had something to say. Like much of our understanding of early hominid behavior, the imagined diet of our ancestors has also been over-simplified.


The Conversation|Raw Story

Take the trendy Paleo Diet which draws inspiration from how people lived during the Paleolithic or Stone Age that ran from roughly 2.6 million to 10,000 years ago. It encourages practitioners to give up the fruits of modern culinary progress – such as dairy, agricultural products and processed foods – and start living a pseudo-hunter-gatherer lifestyle, something like Lon Chaney Jr. in the film One Million BC. Adherents recommend a very specific “ancestral” menu, replete with certain percentages of energy from carbohydrates, proteins and fats, and suggested levels of physical activity. These prescriptions are drawn mainly from observations of modern humans who live at least a partial hunter-gatherer existence.

But from a scientific standpoint, these kinds of simple characterizations of our ancestors’ behavior generally don’t add up. Recently, fellow anthropologist C. Owen Lovejoy and I took a close look at this crucial question in human behavioral evolution: the origins of hominid diet. We focused on the earliest phase of hominid evolution from roughly 6 to 1.6 million years ago, both before and after the first use of modified stone tools. This time frame includes, in order of appearance, the hominids Ardipithecus and Australopithecus, and the earliest members of our own genus, the comparatively brainy Homo. None of these were modern humans, which appeared much later, but rather our distant forerunners.

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Willkommen in der Matrix

Screenshot:BB
Screenshot:BB
Das Internet der Dinge, Big Data und Wearables werden Leben und Arbeiten massiv verändern – und sich zu einem bruchlosen Datenraum verweben, der die Menschen wie eine zweite Haut umhüllt.


Von Wolfgang Stieler, Niels Boeing|Technology Review

Es ist früher Abend, als Bandar Antabi in München im Hotel eincheckt. Er muss in einer Stunde zu einem Geschäftsessen in einem Restaurant, das er nicht kennt, und davor noch an einer Telefonkonferenz teilnehmen. Die App seines Datenarmbands ermahnt ihn, dass er erst 80 Prozent seines idealen täglichen Bewegungspensums geschafft hat. Kein Grund für Antabi, die Ruhe zu verlieren.

Als er sein Gepäck aufs Zimmer gebracht hat, gibt er in die Navigations-App die Adresse des Restaurants ein, setzt das Bluetooth-Headset ans Ohr und macht sich auf den Weg. Während der Smartphone-Assistent ihn durch die Münchner Straßen leitet, wählt er sich in die Konferenz ein. Die Teilnehmer merken nichts von seinem Spaziergang, denn eine spezielle Rauschunterdrückung filtert die Hintergrundgeräusche heraus. Auch die Anweisungen des Navigationsassistenten bleiben seinen Gesprächspartnern verborgen, für sie scheint Antabi in einem Büro zu sitzen. Kurz bevor er das Restaurant erreicht hat, ist die Besprechung erledigt, und als er am Tisch Platz nimmt, hat er auch sein Bewegungspensum für den Tag erfüllt.

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Neoprimitiver Sektengründer muss keine Fernseh-Steuer bezahlen

Nachdem das heutige Tansania 1885 deutsche Kolonie wurde, wollten es die Verwalter in eine Gebiet verwandeln, in dem profitable Exportgüter angebaut und geerntet werden. Dazu brauchte man billige Arbeitskräfte, die es nicht in genügender Zahl gab, weil die Einheimischen es vorzogen, auf ihrem eigenen Land Subsistenzwirtschaft zu betreiben. Dieses Problem versuchte man zu lösen, indem man 1898 eine Hüttensteuer einführte, die einem damaligen Runderlass zufolge “ die farbige Bevölkerung zur Arbeit […] erziehen“ sollte.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Gestern sah es so aus, als ob die 2013 in Deutschland eingeführte Rundfunk-Haushaltspauschale ebenfalls eine „Hüttensteuer“ ist, die nicht nur Hausbesitzer bezahlen müssen: Diesen Rundfunkbeitrag sollte nämlich auch der Theologe Jürgen Wagner begleichen, der nach eigenen Angaben in Jurten und Erdlöchern nicht nur ohne Fernseh- und Radiogeräte, sondern auch ohne Strom lebt. Aussteiger aus seiner „Schenker“-Sekte warfen Wagner allerdings vor, dass er in Wirklichkeit gar nicht in seinen Jurten und Erdhöhlen, sondern in bequemen Betten übernachtet. Außerdem soll die Sekte Anhänger ausbeuten und sie dazu anleiten, teure Scheinmietverträge zu unterzeichnen, damit sie mehr Geld aus den Sozialkassen bekommen.

Der „Waldmensch“bestreitet diese Vorwürfe und ernährt sich nach eigenen Angaben nur von dem, was im Wald wächst, und was ihm andere Leute schenken. Mit dieser Ideologie hat er eine Sekte gegründet, die er und seine Anhänger die „Schenker“ nennen. Kontakt mit Massenmedien hat Wagner allerdings trotz seiner Strom- und Geräteabstinenz – und zwar immer dann, wenn ein Fernsehteam bei ihn vorbeikommt und ihn für eine der zahlreichen Freak Shows filmt.

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Streit: Ist der Islam eine ‚Religion des Friedens‘?

us_flagge_bibel_kreuzUS-Evangelikale kritisieren Präsident Barack Obama – Sie werfen unter anderem Präsident Barack Obama vor, mit der Formel, der Islam sei eine durch und durch friedliche Religion, die ganze Wahrheit zu verschweigen.


kath.net

Gegen eine Verharmlosung des Gewaltpotentials im Islam haben sich führende Evangelikale in den USA gewandt. Sie werfen unter anderem Präsident Barack Obama vor, mit der Formel, der Islam sei eine durch und durch friedliche Religion, die ganze Wahrheit zu verschweigen. Obama hat angesichts des Terrors von militanten Organisationen wie dem „Islamischen Staat“ (IS), El Kaida und Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) eine internationale Anti-Extremismus-Konferenz in Washington einberufen. Dabei betonte Obama, dass man sich nicht im Krieg gegen den Islam befinde; die Mehrheit der Muslime sei friedlich.

Allerdings müssten führende Muslime deutlich zum Ausdruck bringen, dass der Islam nicht mit Gewalt verteidigt werde, sondern dass Gewalt Muslimen und dem Islam schade. Ähnlich hatte sich Obama beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar in Washington geäußert. Dabei verurteilte er einerseits den islamischen Terrorismus scharf, erinnerte aber andererseits an die blutige Geschichte der Christenheit mit den Kreuzzügen und der Inquisition. In allen Religionen gebe es „eine sündhafte Tendenz, die unseren Glauben pervertieren und verzerren kann“.

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„Mein-Kampf“-Ausgabe soll 2016 erscheinen

Bild: ADL
Bild: ADL
  • Das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) will seine kommentierte Ausgabe von Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ Anfang Januar 2016 veröffentlichen.
  • Ende 2015, gut 70 Jahre nach Hitlers Tod, laufen die Urheberrechte aus, die der Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger des nationalsozialistischen Franz-Eher-Verlages innehat.


Süddeutsche.de

Anfang 2016 soll kommentierte „Mein-Kampf“-Ausgabe erscheinen

Der Freistaat Bayern hat seine Unterstützung zurückgezogen – doch die Historiker des Münchner Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) arbeiten weiter an einer kommentierten Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“. Und geben nun erste Details bekannt:

Anfang Januar 2016 soll die Ausgabe veröffentlicht werden. Sie soll bis zu 2000 Seiten und zwei Bände umfassen, teilte der stellvertretende Institutsdirektor Magnus Brechtken mit. 780 Seiten stammen aus dem 27 Kapitel umfassenden Original von Adolf Hitlers Hetzschrift, den Rest machen bis zu 5000 wissenschaftliche Kommentare sowie Einleitung und Register aus. Das Projekt läuft schon seit einigen Jahren.

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Pete Doherty statt Jesus Christus: Kruzifix!

Pete Doherty crucifixion sculpture to go on display in London church. Image: mirror.co.uk
Pünktlich zur Fastenzeit hat ein Londoner Pfarrer in seiner Kirche ein Kruzifix enthüllt. Darauf ist aber nicht Jesus Christus zu sehen, sondern ein lebensgroßes Abbild von Skandalrocker Pete Doherty. Die Begründung gibt zu denken.


SpON

Pete Doherty trinkt, nimmt Drogen, muss ins Gefängnis: Die Schlagzeilen, mit denen sich der Musiker in den vergangenen Jahren einen Namen machte, waren alles andere als ruhmreich. Das hat einen Londoner Pfarrer nun aber nicht davon abgehalten, in seiner Kirche ein lebensgroßes Kruzifix mit dem Abbild des Skandalrockers zu enthüllen. Dort, wo normalerweise ein gekreuzigter Christus hängt, ist nun das Antlitz des 35-Jährigen zu sehen.

Der Musiker habe es nach seinem Entzug in Thailand geschafft, ein neues Leben zu beginnen – frei von den Dingen, die ihn vorher zerstört hätten, begründete Stephen Evans, der Pfarrer der St. Marylebone Parish Church, seine Entscheidung. Er hoffe, dass die Besucher seines Gotteshauses durch das Kunstwerk nicht nur an die Passion Christi erinnert werden, sondern auch „reflektieren, was in ihren eigenen Leben zu Tod oder Leben führt“.

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Latzel-Predigt: Und plötzlich beruft man sich auf die Religionsfreiheit

DerverzweifelteJesusWie stark darf sich ein staatliches Organ in kirchliche Angelegenheiten einmischen? – EKD-Experte: Zwar seien manche Latzel-Äußerungen „unappetitlich“, doch seien staatliche Organe im Blick auf religiöse Fragen dem Neutralitätsgebot verpflichtet.


kath.net

Wie stark darf sich ein staatliches Organ in kirchliche Angelegenheiten einmischen? Anlass für diese Frage ist ein Beschluss der Bremischen Bürgerschaft, in dem sie scharfe Kritik an der Predigt des Pastors der St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, vom 18. Januar übt. Sie sei „aufwiegelnd und herabwürdigend“ gewesen. Das Parlament distanziere sich von allen Versuchen, „unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten“, heißt es in der Erklärung. Die Fraktion der Partei „Die Linke“ hatte die Entschließung eingebracht, der auch SPD und Bündnis 90/Die Grünen zustimmten. Die CDU-Fraktion kritisierte zwar die Predigt, lehnte aber eine Einmischung in innerkirchliche Angelegenheit ab.

Latzel hatte sich in der umstrittenen Predigt unter anderem gegen das gemeinsame Gebet von Christen und Muslimen gewandt: „Das ist Sünde, und das darf nicht sein. Davon müssen wir uns reinigen.“ Zur Frage, ob Christen mitmachen müssten, wenn Muslime sie einladen „zu ihrem Zuckerfest und all diesem Blödsinn“, sagte Latzel: „Nein, da müssen wir ganz sauber bleiben.“ Er mahnte Christen auch, keine Buddha-Statue – „so einen alten, fetten Herrn“ – in ihren Häusern aufzustellen: „Das ist Götzendienst.“ Außerdem wandte er sich gegen den „Reliquiendreck und -kult“ in der katholischen Kirche. Vertreter aus Politik, Kirche und Medien warfen ihm daraufhin vor, Hass zu predigen. Latzel entschuldigte sich inzwischen für einige Formulierungen, steht aber weiter zum Inhalt der Predigt. Die Staatsanwaltschaft Bremen prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen den Pastor einleitet.

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Ein Propaganda-Strategiepapier preist die Vorzüge Libyens für den IS

Bilder der IS-Autoparade in Libyen. Oben links ist das Logo von Ansar-al-Scharia
Am geschickten Ausnutzen von Kommunikationskanälen hängt viel Erfolg, das wissen die Propagandisten des IS sehr gut und seine Gegner tun sich schwer, wie das bei Twitter zu beobachten ist. Seit die Propaganda-Abteilung des „Kalifats“ ein Video in Umlauf gebracht hat, das IS-Mörderrituale an mittelosen, ägyptischen Fremdarbeitern in Libyen vorführt, rückte die Frage, was passieren könnte, wenn der IS Libyen erobert, ganz weit nach vorne. Immerhin ist Europa nicht so weit von der libyschen Küste entfernt, wie nicht besonders seetüchtige Flüchtlingsboote unzählige Male vorgeführt haben.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Für den IS kommt der Wechsel der Aufmerksamkeit gelegen, lenkt er doch von Niederlagen wie in Kobanê ab und davon, dass die Luftangriffe der Anti-IS-Koalition den IS-Kämpfern möglicherweise doch ziemlich zusetzen, das Chaos Libyen als Ablenkung von nicht so guten Nachrichten in Syrien und dem Irak bietet sich an.

In den Twitter-Experten-Korridoren wird weitergetragen, dass Mitarbeiter der IS-Propagandastelle nun den Verbündeten in Libyen helfen. Manche machen darauf aufmerskam, dass sich wiederholt, was zuvor schon in Syrien und Irak Propagandamuster war. Seit gestern werden erste Hochglanzbilder einer Parade von IS-beflaggten Fahrzeugen in Sirte, Libyen, rausgeschickt und dazu Videos des Konvois.

Manche Bilder lassen eine Zusammenarbeit mit der Media-Abteilung von Ansar-al-Scharia erkennen. Einiges fand sich angeblich schon vor einiger Zeit in einer Parade der al-Ansar als Scharia. Damit sind zumindest die Verhältnisse ziwschen IS und der libyschen, islamistischen Rebellengruppe einigermaßen klar offen gelegt.

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Moscheebauer Erdoğan

erdogan-sultanDie Staatsführung in Ankara lässt von Kasachstan bis Kuba Gotteshäuser errichten. Die Projekte dienen der Inszenierung der Türkei als selbstbewusste Regionalmacht und „einzige Hoffnung der Muslime in der Welt“.


Von Susanna Güsten|Die Presse

Die kleine Gemeinde der rund 3500 Muslime auf Kuba muss bisher ohne eigene Moschee auskommen. Recep Tayyip Erdoğan will das ändern. Bei einem Besuch auf der Karibikinsel trug der türkische Präsident vor einigen Tagen der kubanischen Regierung den Plan Ankaras vor, in Havanna die erste Moschee des Landes zu errichten – als Vorbild dient ein bekanntes Gotteshaus im Istanbuler Stadtteil Ortaköy am Bosporus. Er habe der kubanischen Regierung den Plan unterbreitet, sagte Erdoğan in Havanna.

Doch auch die Saudis wollen den Kubanern eine Moschee spendieren. Falls Kuba das Gotteshaus schon den Saudis versprochen habe, wolle die Türkei eben in einer anderen Stadt die Kopie der Ortaköy-Moschee hinstellen, sagte Erdoğan. Dem staatlichen türkischen Religionsamt zufolge ist ohnehin geplant, in Santiago an der Südküste eine Moschee zu errichten.

Nun könnte man fragen, ob die Türkei keine anderen Sorgen hat, als in fernen Ländern mit winzigen muslimischen Gemeinden Moscheen zu bauen. Doch für Erdoğan, der seine „neue Türkei“ als selbstbewusste Regionalmacht präsentieren will, gehören die Gotteshausprojekte zur Außenpolitik und zum Selbstverständnis als muslimische Führungsnation.

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