Ein Propaganda-Strategiepapier preist die Vorzüge Libyens für den IS


Bilder der IS-Autoparade in Libyen. Oben links ist das Logo von Ansar-al-Scharia
Am geschickten Ausnutzen von Kommunikationskanälen hängt viel Erfolg, das wissen die Propagandisten des IS sehr gut und seine Gegner tun sich schwer, wie das bei Twitter zu beobachten ist. Seit die Propaganda-Abteilung des „Kalifats“ ein Video in Umlauf gebracht hat, das IS-Mörderrituale an mittelosen, ägyptischen Fremdarbeitern in Libyen vorführt, rückte die Frage, was passieren könnte, wenn der IS Libyen erobert, ganz weit nach vorne. Immerhin ist Europa nicht so weit von der libyschen Küste entfernt, wie nicht besonders seetüchtige Flüchtlingsboote unzählige Male vorgeführt haben.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Für den IS kommt der Wechsel der Aufmerksamkeit gelegen, lenkt er doch von Niederlagen wie in Kobanê ab und davon, dass die Luftangriffe der Anti-IS-Koalition den IS-Kämpfern möglicherweise doch ziemlich zusetzen, das Chaos Libyen als Ablenkung von nicht so guten Nachrichten in Syrien und dem Irak bietet sich an.

In den Twitter-Experten-Korridoren wird weitergetragen, dass Mitarbeiter der IS-Propagandastelle nun den Verbündeten in Libyen helfen. Manche machen darauf aufmerskam, dass sich wiederholt, was zuvor schon in Syrien und Irak Propagandamuster war. Seit gestern werden erste Hochglanzbilder einer Parade von IS-beflaggten Fahrzeugen in Sirte, Libyen, rausgeschickt und dazu Videos des Konvois.

Manche Bilder lassen eine Zusammenarbeit mit der Media-Abteilung von Ansar-al-Scharia erkennen. Einiges fand sich angeblich schon vor einiger Zeit in einer Parade der al-Ansar als Scharia. Damit sind zumindest die Verhältnisse ziwschen IS und der libyschen, islamistischen Rebellengruppe einigermaßen klar offen gelegt.

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