Islamischer Staat: „Libyen ist das größte Dschihadismus-Problem in Nordafrika“


Dschihad-Aufruf  ThemenbildIn Libyen tobt seit Sommer 2014 ein neuer Bürgerkrieg. Das Chaos bereitet den Dschihadisten den Boden, erklärt Experte Wolfram Lacher. Wie groß ist der Einfluss von IS und anderen Radikalislamisten?


Von Raniah Salloum|SpON

SPIEGEL ONLINE: Herr Lacher, was ist in Libyen schiefgelaufen?

Lacher: Seit dem Zusammenbruch des Gaddafi-Regimes gab es in Libyen keinen Staat mehr. Die Waffenarsenale Gaddafis sind in die Hände verschiedener Milizen gefallen. Schrittweise haben sich aus den lokalen Konfliktherden zwei Lager herausgebildet: die revolutionär-islamistischen Milizen „libysche Morgenröte“ mit Regierungssitz in Tripolis und „libysche nationale Armee“ von General Khalifa Haftar mit Sitz in Tobruk. Seit letztem Sommer kann man von einem zweiten Bürgerkrieg sprechen. Davon konnten die Dschihadisten profitieren, etwa der „Islamische Staat“ (IS). Mit dem IS entsteht gerade ein dritter Akteur in dem Konflikt.

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