Dürnstein: Experten diskutierten Frage nach Zukunft der Religion


Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Wie steht es um die Zukunft der Religion? Und was macht Religionen zukunftsfähig? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am Freitagabend zum Ende des heurigen „Symposion Dürnstein“.


kathweb

Auf die Aktualität dieses Themas verwies der in Münster lehrende islamische Theologe Mouhanad Khorchide. So drängten nicht zuletzt mit dem Islam in Verbindung gebrachte Gewaltexzesse im Nahen Osten die Muslime zu einer Klärung: „Unter den Muslimen fragen sich immer mehr: Welchen Islam brauchen wir? Welcher Islam hat Zukunft?“ Der Dschihadismus sei ein Minderheitenphänomen, so Khorchide. Dagegen sei die überwiegende Mehrheit der Muslime auf der „Suche nach sich selbst und nach Anerkennung“. Zukunft habe nur eine Religion, die Antworten auf Sinnfragen „jenseits von Leistungswerten“ biete.

Die Ambivalenz der Frage nach der Zukunft der Religion unterstrich hingegen die Wiener Religionssoziologin Regina Polak. Die Frage „spaltet die Menschen“, so Polak. So habe bereits die Wertestudie im Jahr 2008 dieses ambivalente Potenzial von Religion aufgezeigt: Zum einen wurzeln alle Grundthemen des Lebens in der Religion, so Polak, die Studie habe aber ebenso gezeigt, dass religiöse Menschen autoritärer, fremdenfeindlicher und weniger tolerant sind als nicht-religiös geprägte Menschen“. Religion brauche daher eine „Kontextualisierung“ und müsse sich in einer „Mystik im Alltag“ bewähren, um so ihre positiven Seiten zu entfalten. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Religion zu einem Götzendienst mutiert.

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